Sportstättenbau des Landes

Sportstätten bilden die Basis, die Kernressource  für das Ausüben von Breiten-, Nachwuchsleistungs und -spitzensport. Sportanlagen sind zudem wichtige Voraussetzungen für den Schul- und Hochschulsport, die Ausbildung von Sportlehrerinnen und -lehrern und Basis für zahlreiche therapeutische bzw. rehabilitative Ansätze. Und auch Sportveranstaltungen und Events benötigen entsprechende Infrastrukturen. Für das Funktionieren des Gesamtsystems sind Sportstätten ein wichtiger Baustein.

Dank der staatlichen Förderung konnten bereits zahlreiche Investitionen an Sportanlagen finanziell unterstützt und somit die Rahmenbedingungen für das Sporttreiben verbessert werden.  Trotzdem gelten zwischen 30 Prozent und 50 Prozent aller kommunalen Sportanlagen gelten als sanierungsbedürftig. Schwerpunkt war und ist unverändert die Wiederherstellung der Brauchbarkeit und Nutzbarkeit der bestehenden Sportanlagen. Sanierung vor Neubau ist der noch immer gültige Leitsatz. (Vgl. Bundesinstitut für Sportwissenschaft: BISp-Report 2017/18 [Online-Publikation des Bundesinstituts für Sportwissenschaft], Bonn 2018, S. 29ff.).

Die Steigerung der Investitionen in den Sportstättenbau im Berichtszeitraum des 5. Thüringer Sportberichts (2014-2018) ist in nachfolgender Tabelle zusammengefasst. Der Aufwuchs von 112 Prozent zeigt dabei deutlich, dass die Landesregierung nicht nur mit Blick auf den Breitensport eine solide Absicherung des Sporttreibens im Freistaat Thüringen gesichert, sondern auch für unsere Spitzensportlerinnen und Spitzensportler attraktive Wettkampf- und Trainingsbedingungen ausgebaut und damit das gesamte Umfeld zum Sporttreiben positiv vorangebracht hat. Dennoch besteht weiterhin Sanierungs- und Modernisierungsbedarf. Diesen gilt es auch in den kommenden Jahren sukzessive abzubauen.

Sportanlagen für den Nachwuchsleistungs- und Spitzensport im Eigentum und Betrieb des ZV TWZ, die durch das für Sport zuständige Ministerium gefördert wurden/werden

Mit dem Zuschlag für Austragung der Biathlon-Weltmeisterschaft und der Rennrodel-Weltmeisterschaft im Jahr 2023 an Oberhof steht der Wintersportort vor einer großen Herausforderung. In den kommenden Jahren soll im zweistelligen Millionenbereich in die Sportanlagen investiert werden.

Zu den Maßnahmen zählen vor allem

  • der Umbau und die Modernisierung der LOTTO-Thüringen-ARENA am Rennsteig in Oberhof für die WM 2023
  • sowie der Umbau und die Modernisierung der Rennrodel- und Bobbahn Oberhof (RSBO) für die WM 2023.

Kommunalinvestitionsgesetz und Baumaßnahmen

Mit Inkrafttreten des Thüringer Gesetzes für kommunale Investitionen zur Förderung der Bildung, Digitalisierung, Kultur, Umwelt sowie der sozialen Infrastruktur vom 14. Juni 2017 stehen für Investitionen in kommunale Sporteinrichtungen insgesamt 6 Mio. Euro zur Verfügung. Das TMBJS hat in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Sportstättenbau entschieden, diese Mittel für die Frei- und Hallenbäder einzusetzen, die gemäß Thüringer Schwimmbadentwicklungskonzeption als vorrangig förderfähig gelten.

Ligasporthallen

Für die sog. Liga-Sportanlagen ist das Referat Baukultur und EU-Förderung im TMIL zuständig. Dort werden die Projekte

  • Salza-Halle in Bad Langensalza (Bauherr: Unstrut-Hainich-Kreis) | Spielstätte für Thüringer HC (Frauenhandball)
  • ehemaliges Fabrikgebäude des AWE (Umbau zur Handball-Halle); Bauherr: Stadt Eisenach | Spielstätte für ThSV Eisenach (Männerhandball)
  • Albert-Kuntz-Sportpark Nordhausen (Fußballstadion und Nebenplätze für Wacker Nordhausen e. V.); Bauherr: Landkreis Nordhausen und
  • Sporthalle Wolfsgrube Suhl; Bauherr: Stadt Suhl | Spielstätte VfB Suhl (Frauen-Volleyball)

betreut.

Vereinssportstätten

Mit der Novellierung der Richtlinie zur „Förderung des Sportstättenbaus und der Sportstättenentwicklungsplanungen“ 2012, die unter anderem regelt, dass Sportanlagen in Vereinsträgerschaft über den LSB gefördert werden können und dem Erlass einer eigenen Richtlinie zur „Förderung des Sportstättenbaus in Vereinsträgerschaft“ durch den LSB 2013 wurden die grundlegenden Voraussetzungen für die Förderung im Vereinssportstättenbau  geschaffen.

Im Zeitraum von 2014 bis 2018 wurden dem LSB insgesamt Landesmittel in Höhe von 2,73 Mio. Euro bewilligt. Das Fördermittelbudget stieg um 81 Prozent von 440.800 EUR im Jahr 2014 auf 800.000 Euro im Jahr 2018. Dadurch konnten binnen fünf Jahren insgesamt 138 Vorhaben aus 22 Kreissportbünden/Stadtsportbünden im Rahmen von Zuschüssen bei der Realisierung von Neubau, Ersatzneubau-, Erweiterungs-, Modernisierungs- bzw. Sanierungsprojekten unterstützt werden.

Lärmschutzverordnung

Die Reform der Sportanlagenlärmschutzverordnung (SALVO) ist im Jahr 2018 in Kraft getreten. Diese gibt dem Sport mehr Rechtssicherheit und ermöglicht mehr sportliche Aktivitäten, auch in verdichteten urbanen Räumen. Daher profitiert der gesamte Sport vom neuen Immissionsrecht, insbesondere die innerstädtischen Sportvereine.

Nicht geregelt ist nach wie vor die immissionsrechtliche Gleichbehandlung von Kindern auf Sportanlagen. Mit der Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes hat der Gesetzgeber klargestellt, dass Geräuscheinwirkungen, die von Kindertageseinrichtungen, Kinderspielplätzen und ähnlichen Einrichtungen wie beispielsweise Ballspielplätzen (sog. Bolzplätzen) durch Kinder hervorgerufen werden, im Regelfall keine schädliche Umwelteinwirkung sind. Hier gelten keine Richtwerte. Sportanlagen hingegen werden jedoch in der Aufzählung nicht genannt.

Diese Ungleichbehandlung zwischen Kinderspielplätzen und Sportanlagen, die durch Kinder genutzt werden, ist sachlich nicht gerechtfertigt.

Hier unterstützt Thüringen im Rahmen der SMK eine Bundesratsinitiative zur Gleichstellung/ Gleichbehandlung (sog. Kinderlärmprivilegierung). Langfristig soll dieses Privileg auch auf Jugendliche ausgedehnt werden (siehe hierzu Beschluss der 41. SMK vom 9. und 10. November 2017 in St. Wedel).

Umweltfreundlichkeit/Nachhaltigkeit

Die Themen Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit sind für den Sportstättenbau in Thüringen von zentraler Bedeutung und die Errichtung von Neubauten und Ersatzneubauten unter Beachtung energetischer Vorgaben ist angewandte Praxis. So erkennt der Freistaat Thüringen bei Bauvorhaben zusätzliche  Kosten als förderfähig an, die sowohl für energiesparende Maßnahmen (z. B. Wärmepumpen und Wärmerückgewinnungsanlagen) als auch für Installationen zur Verwendung alternativer Energien (z. B. Sonnenkollektoren zur Solarenergienutzung) anfallen. Zudem fordert das Land die Einhaltung der Energieeinsparverordnung (EnEV) im Zuge des Baugenehmigungsverfahrens.

Die Stadt Oberhof als Austragungsort international bedeutsamer Wintersportveranstaltungen ist bekanntermaßen Standort verschiedenster Spitzensportanlagen, die im Zuge der Austragung der Biathlon- und Rodel-Weltmeisterschaften im Jahr 2023 weiter ausgebaut und modernisiert werden. Auch und im Besonderen an dieser Stelle steht für die Landesregierung der Umwelt- und Klimaschutz an vorderster Stelle.  Der integrierte Handlungs- und Unterstützungsansatz der Landes umfasst deshalb neben den sportspezifischen, touristischen, ökonomischen, infrastrukturellen und finanziellen Aspekten selbstverständlich die umweltspezifischen Gesichtspunkte.

Sportanlage in Zella-Mehlis
Sanierung der Außensportanlagen an der Staatlichen Grund- und Regelschule Zella-Mehlis, Forstgasse 4/Quelle: Landratsamt Meiningen
Springreiterin
Neubau eines Reitplatzes des Pferdesportvereins Wipperoda e. V./ Foto: Peter Ernst

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