Zur Hauptnavigation . Zum Seiteninhalt

Sportstättenbau des Landes

Sportstätten sind ein elementarer Baustein im Sport. Sporttreiben in seiner Vielfalt benötigt eine solide Basis und erfordert gute räumliche Voraussetzungen. Breiten-, Nachwuchsleistungs- und Spitzensport, Schul- und Hochschulsport, die Ausbildung von Sportlehrerinnen und -lehrern sowie therapeutische bzw. rehabilitative Maßnahmen sowie Sportveranstaltungen und Events benötigen eine entsprechende Sportstätteninfrastruktur. Es ist Anliegen der Thüringer Landesregierung, die Sportstätteninfrastruktur weiterhin möglichst nach Bedarfen und verschiedenen Facetten zu fördern.

Antragsstellung und Förderverfahren im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung des Sportstättenbaus und der Sportstättenentwicklungsplanungen“

Wie bereits im Bereich „Rechtsgrundlagen“ erwähnt, regelt die Richtlinie zur Förderung des Sportstättenbaus und der Sportstättenentwicklungsplanungen  (SportstättenBauFR) das Verfahren, die Fördervoraussetzungen und die Höhe der staatlichen Zuwendung, die für Baumaßnahmen ausgereicht werden kann.

Maßnahmenträger können ihren Fördermittelbedarf mit entsprechendem Formular  anmelden:

FORMULAR: Anmeldung zur Förderung Sportstättenbau/Sportstättenentwicklungsplanung

Die Projekte werden anhand eines sog. Prioritäteneinstufungskataloges ausgewählt.

An den Entscheidungen zum Förderplan, der alljährlich vom Ministerium erstellt wird, ist der Arbeitskreis „Sportstättenförderung“ beteiligt. Dieser Arbeitskreis wurde durch einen Beschluss der Landessportkonferenz im Jahr 1993 ins Leben gerufen und setzt sich aus Vertretern des Landessportbundes (LSB), der kommunalen Spitzenverbände, der Thüringer Sportämterkonferenz und der Fraktionen im Thüringer Landtag zusammen. Das Gremium berät die Landesregierung in allen Fragen der Förderung von Sport- und Spielanlagen.

Die kommunale Sportstättenbauförderung wird auf Grundlage der Richtlinie zur Förderung des Sportstättenbaus und der Sportstättenentwicklungsplanungen im Auftrag des TMBJS durch die Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung des Freistaats Thüringen mbH (GfAW) umgesetzt.

Neben der kommunalen Sportstättenbauförderung werden Investitionen an Vereinssportstätten vom Landessportbund Thüringen e. V. (LSB) auf der Grundlage der „Richtlinie des LSB zur Förderung des Sportstättenbaus in Vereinsträgerschaft“ gefördert. Hierfür erhält der LSB Haushaltsmittel des Freistaats Thüringen.

Dank der staatlichen Förderung konnten bereits zahlreiche Investitionen an Sportanlagen finanziell unterstützt und somit die Rahmenbedingungen für das Sporttreiben zunehmend verbessert werden. Trotzdem gelten zwischen 30 und 50 Prozent aller kommunalen Sportanlagen als sanierungsbedürftig. Schwerpunkt war und ist unverändert die Wiederherstellung der Brauchbarkeit und Nutzbarkeit der bestehenden Sportanlagen. Sanierung vor Neubau ist der noch immer gültige Leitsatz. (Vgl. Bundesinstitut für Sportwissenschaft: BISp-Report 2017/18 [Online-Publikation des Bundesinstituts für Sportwissenschaft], Bonn 2018, S. 29ff.).

Die Steigerung der Investitionen in den Sportstättenbau im Zeitraum 2014 bis 2018 ist im 5. Thüringer Sportberichts zusammengefasst. Der Mittelaufwuchs weist dabei vom Beginn des Berichtszeitraumes im Jahr 2014 bis zum Ende des Berichtszeitraumes im Jahr 2018 einen Anstieg von 112 Prozent auf und zeigt deutlich, dass die Landesregierung nicht nur mit Blick auf den Breitensport eine solide Absicherung des Sporttreibens im Freistaat Thüringen gesichert, sondern auch für unsere Spitzensportlerinnen und Spitzensportler attraktive Wettkampf- und Trainingsbedingungen ausgebaut und damit das gesamte Umfeld zum Sporttreiben positiv vorangebracht hat. Dennoch besteht weiterhin Sanierungs- und Modernisierungsbedarf. Diesen gilt es auch in den kommenden Jahren sukzessive abzubauen.

Förderung von Sportanlagen für den Nachwuchsleistungs- und Spitzensport im Eigentum und Betrieb des Zweckverbandes Thüringer Wintersportzentrum Oberhof

Im Jahr 2023 finden in Oberhof sowohl die Weltmeisterschaften im Biathlon als auch im Rennrodeln statt. In den kommenden Jahren werden daher insbesondere in die Sportanlagen Investitionen im zweistelligen Millionenbereich getätigt.

Zu den Maßnahmen zählen vor allem

  • der Umbau und die Modernisierung der LOTTO Thüringen ARENA am Rennsteig in Oberhof
  • sowie der Umbau und die Modernisierung der Rennschlitten- und Bobbahn (LOTTO Thüringen EISARENA) Oberhof.

Vereinssportstätten

Seit dem Jahr 2014 werden dem Landessportbund Thüringen e. V. (LSB) jährlich Landesmittel für den Vereinssportstättenbau bewilligt (siehe auch Nr. 2.2 der Sportstättenbauförderrichtlinie des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport). Diese Mittel stellt der LSB im Rahmen seiner „Richtlinie zur Förderung des Sportstättenbaus in Vereinsträgerschaft“ mittels privatrechtlicher Verträge den Sportvereinen und den Sportverbänden zur Verfügung, die als Bauherren tätig sind. 

Sportanlagenlärmschutzverordnung

Die Reform der Sportanlagenlärmschutzverordnung (SALVO) ist im Jahr 2018 in Kraft getreten. Diese gibt dem Sport mehr Rechtssicherheit und ermöglicht mehr sportliche Aktivitäten, auch in verdichteten urbanen Räumen. Daher profitiert der gesamte Sport vom neuen Immissionsrecht, insbesondere die Nutzung der innerstädtischen Anlagen durch Sportvereine.

Nicht geregelt ist nach wie vor die immissionsrechtliche Gleichbehandlung von Kindern auf Sportanlagen. Mit der Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes hat der Gesetzgeber klargestellt, dass Geräuscheinwirkungen, die von Kindertageseinrichtungen, Kinderspielplätzen und ähnlichen Einrichtungen wie beispielsweise Ballspielplätzen (sog. Bolzplätzen) durch Kinder hervorgerufen werden, im Regelfall keine schädliche Umwelteinwirkung sind. Hier gelten keine Richtwerte. Sportanlagen hingegen werden jedoch in der Aufzählung nicht genannt.

Diese Ungleichbehandlung zwischen Kinderspielplätzen und Sportanlagen, die durch Kinder genutzt werden, ist aus Sicht der Interessenvertreter des Sports sachlich nicht gerechtfertigt. Die Entwicklungen hierzu werden im Rahmen der Sportministerkonferenz weiterhin aktiv begleitet.

Umweltfreundlichkeit/Nachhaltigkeit

Die Themen Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit sind für den Sportstättenbau in Thüringen von zentraler Bedeutung. Die Errichtung von Neubauten und Ersatzneubauten unter Beachtung energetischer Vorgaben ist dabei angewandte Praxis. So erkennt der Freistaat Thüringen bei Bauvorhaben solche Kosten als förderfähig an, die sowohl für energiesparende Maßnahmen (z. B. Wärmepumpen und Wärmerückgewinnungsanlagen) als auch für Installationen zur Verwendung alternativer Energien (z. B. Sonnenkollektoren zur Solarenergienutzung) anfallen. Zudem fordert das Land die Einhaltung der Energieeinsparverordnung (EnEV) im Zuge des Baugenehmigungsverfahrens.

Praktiziert wird dieser Ansatz aktuell insbesondere bei den Investitionsmaßnahmen an den Sportanlagen in Oberhof. Aspekte des Umwelt- und Klimaschutzes stehen für die Landesregierung hier an vorderster Stelle.  Der integrierte Handlungs- und Unterstützungsansatz des Landes umfasst deshalb neben den sportspezifischen, touristischen, ökonomischen, infrastrukturellen und finanziellen Aspekten selbstverständlich die umweltspezifischen Gesichtspunkte.

Weitere Informationen

Informationen zum Thema Sportstättenentwicklungsplanung stellt zudem das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BiSP) zur Verfügung; etwa: Bundesinstitut für Sportwissenschaft (Hrsg.): Leitfaden zur Sportstättenentwicklungsplanung. Kommentar, Schriftenreihe „Sportanlagen und Sportgeräte“, Köln 2006.

Sportanlage in Zella-Mehlis vergrößerte Ansicht
Sanierung der Außensportanlagen an der Staatlichen Grund- und Regelschule Zella-Mehlis, Forstgasse 4/Quelle: Landratsamt Meiningen
Springreiterin vergrößerte Ansicht
Neubau eines Reitplatzes des Pferdesportvereins Wipperoda e. V./ Foto: Peter Ernst

Das Ministerium in den sozialen Netzwerken: