Sportstättennutzung

Das Thüringer Sportfördergesetz (ThürSportFG) regelt insbesondere in § 14 Einzelheiten zur Nutzung von Sportanlagen. In der Praxis gibt es häufig verschiedene Fragen zur unentgeltlichen Nutzung von Sport- und Spielanlagen öffentlicher Träger. Deshalb wurden „Hinweise zur Durchführung des § 14 Thüringer Sportfördergesetz“ herausgegeben, die als Hilfestellung bei der Umsetzung dieser gesetzlichen Regelung dienen sollen.

Vielfach übertragen die Kommunen den Vereinen die Sportanlagen zur Nutzung. Für Sportvereine, die eine Sportanlage zum Zwecke der sportlichen Nutzung, aber auch für zukünftig notwendige Baumaßnahmen langfristig übernehmen wollen, ist ein Ratgeber erarbeitet worden, der neben der Darstellung der einzelnen Vertragsvarianten auch die Probleme bei der Übernahme von Sportstätten behandelt.

Sportstättenplanung / Sportstättenentwicklungsplanung (SPEP)

Eine umfassende Planung ist eine wichtige Grundlage, um Qualität und Quantität der Sportstätten im Freistaat Thüringen zu sichern. Diese Planung muss sich am tatsächlichen Bedarf der Bevölkerung an Sportstätten und Sportgelegenheiten ausrichten. Vor allem im Hinblick auf die Finanzierung, die effiziente Mittelzuweisung, die rechtliche und tatsächliche Umsetzung der Vorhaben ist diese Planung notwendig – auch um aufzuzeigen, welche konkreten Projekte überhaupt und wann realisiert werden können.  

Die bisher übliche Bedarfsermittlung der Kernsportstätten gemäß der Thüringer Sportstättenplanungsverordnung(ThürSportPlVO) erfolgte nach den Vorgaben „Goldener Plan Ost“. Seit 1997 wurden anhand der Richtwertdiagramme und Übersichten die Bedarfe der Kernsportstätten ermittelt und in den Sport- und Spielstätten-(Rahmen)Leitplänen ausgewiesen.

Nach heutigem Erkenntnisstand ist diese Bedarfsermittlung nicht mehr aktuell bzw. gibt nicht den tatsächlichen Bedarf wieder. Die demografische Entwicklung, die Veränderungen im Sport- und Freizeitverhalten und Trendsportarten werden nicht berücksichtigt.

Das Bundesinstitut für Sportwissenschaften (BISp) hat sich dieser Thematik angenommen und einen Leitfaden erarbeitet. Auf der Homepage des BISp können unter der Rubrik Publikationen / Schriftenreihe der Leitfaden und der Kommentar eingesehen werden.

Auf der Basis des Leitfadens hat das Sportministerium Nordrhein-Westfalen ein Berechnungsprogramm entwickelt, ein Benutzerhandbuch erstellt und als kostenlose Downloads auf seiner Homepage bereitgestellt.

Mit Hilfe dieses Materials können die Kommunen und die Landkreise ihre Sportstättenentwicklungsplanung (SPEP) erstellen.

Die für eine SPEP erforderlichen Planungsleistungen von externen Anbietern können gem. Pkt. 5.4 der „Richtlinie zur Förderung des Sportstättenbaus und der Sportstättenentwicklungsplanungen“ gefördert werden. Der Fördermittelbedarf wird anhand des Formulars angemeldet.

Sportstätten / Frei- und Hallenbäder

Im Freistaat Thüringen gibt es eine Vielzahl von attraktiven Sportstätten, die für den Freizeit-, Breiten- und Leistungssport notwendig und auch national und international bedeutsam sind. Diese Sportstätteninfrastruktur weiter zu verbessern, ist eine wichtige Aufgabe der Sportpolitik der Landesregierung.

Die Kommunen und Sportvereine können die hohen Investitionskosten für ein bedarfsgerechtes und qualifiziertes Sportstättenangebot in der Regel nicht in vollem Umfang allein aus eigenen Mitteln finanzieren. Deshalb stellt der Freistaat Thüringen finanzielle Mittel bereit. Die Grundsätze dieser Förderung finden sich im Thüringer Sportfördergesetz (ThürSportFG).

Der Sportstättenbau war und ist somit eine gemeinsame Aufgabe der Sportorganisationen, der Gemeinden, der Landkreise, des Landes und des Bundes. Der Bund beteiligt sich nur an der Förderung von Sportanlagen für den Spitzensport.

Weitere Informationen zum Thema Sportstättenbau bietet das Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp).


Ein fester Bestandteil der kommunalen Infrastruktur sind die Bäder. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für die Sporterziehung sowie die kommunale Gesundheits- und Sozialpolitik.

In der Thüringer Schwimmbad-Entwicklungskonzeption wird - basierend auf den Bedarfsrichtwerten der Thüringer Sportstättenplanungsverordnung - ein förderfähiges Bädernetz konzipiert. Ziel ist es, ein ausgewogenes, bedarfsgerechtes Verhältnis zwischen den einzelnen Badkategorien vorzuschlagen. Dabei wurde die regionale Situation betrachtet - und zwar übergreifend über Kreis-, Regions- und Landesgrenzen hinweg. Diese Konzeption aus dem Jahr 2005 gibt dem Freistaat Thüringen Empfehlungen für die weitere Bäderförderpolitik, die noch immer gültig sind. Es werden Prioritäten für Bäder gesetzt, die zukünftig gefördert werden sollen.

Es bleibt natürlich weiterhin Aufgabe der kommunalen Selbstverwaltung, über die Planung, den Bau und den Betrieb von Bädern im eigenen Wirkungskreis zu entscheiden.

Freibäder mit biologischer Wasseraufbereitung (sog. Schwimm- und Badeteichanlagen | Naturbadeteiche | Kleinbadeteiche mit biologisch-mechanischer Aufbereitung) können, sofern sie über ein Sportbecken verfügen, ebenfalls gefördert werden. Interessenten wird empfohlen, sich anhand des Tagungsband zu „Schwimm- und Badeteichanlagen – Innovation oder Irrweg“ und des Merkblattes zu informieren.


Diese Seite teilen:

Unsere sozialen Netzwerke: