1. Fahrten zu Gedenkstätten in Thüringen

Fahrten zu Gedenkstätten und weiteren Orten im Rahmen von Maßnahmen des Lernens am anderen Ort in Thüringen

Hinweise des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) zur Kostenerstattung für Fahrten zu Gedenkstätten und weiteren außerschulischen Lernorten im Rahmen von Maßnahmen des Lernens am anderen Ort in Thüringen
(Stand: September 2017)

Außerschulische Lernorte machen Wissen erlebbar und ergänzen den schulischen Unterricht durch praktische Erfahrungen und Einblicke vor Ort.

Die Broschüre „Gedenkstätten und weitere außerschulische Lernorte in Thüringen“ gibt Lehrerinnen und Lehrern einerseits eine Übersicht über die aktuellen Möglichkeiten zum Besuch von Gedenkstätten und außerschulischen Lernorten und informiert andererseits über das vereinfachte Verfahren zur Kostenerstattung.

Die Kostenerstattung für Fahrten zu Gedenkstätten und weiteren außerschulischen Lernorten im Rahmen von Maßnahmen des Lernens am anderen Ort in Thüringen umfasst gemäß der Übersicht Fahrten mit folgenden Zielen für nachfolgende Klassenstufen von allgemein bildenden und berufsbildenden staatlichen Schulen sowie Schulen in freier Trägerschaft:

  • Besuch ausgewählter Thüringer Gedenkstätten und Erinnerungsorte der Opfer der deutschen Diktaturen im 20. Jahrhundert für Schüler und Schülerinnen ab Klassenstufe 7,
  • Besuch ausgewählter Thüringer Museen einschließlich der Thüringer Landesausstellungen sowie der Thüringer Landesgartenschau (2017 - 2020) ab Klassenstufe 1,
  • Besuch ausgewählter Thüringer Schlösser und Naturparks ab Klassenstufe 1,
  • Besuch von Schülerforschungszentren ab Klassenstufe 3,
  • Fahrten in Jugendherbergen oder Schullandheime ab Klassenstufe 1 im Rahmen zentraler schulischer Maßnahmen mit kultureller Thematik (bspw. Chorlager, Theatertage).

Erstattungsfähige Kosten sind die Fahrkosten der Schüler und Schülerinnen zum Veranstaltungsort und die Kosten, die bei der Nutzung von pädagogischen Angeboten der besuchten Einrichtung entstehen.

Es ist der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV/DB) zu nutzen. Bei verkehrstechnisch schwieriger Erreichbarkeit der Thüringer Gedenkstätte bzw. des weiteren Ortes kann ein Reiseunternehmen beauftragt werden.

Zur Vorbereitung einer Fahrt ist das Besuchsprogramm mit dem pädagogischen Personal oder dem sonstigen Ansprechpartner für Schulen der Gedenkstätte bzw. des weiteren Ortes abzustimmen. Die pädagogischen Angebote der Gedenkstätten und weiteren Einrichtungen sollen möglichst genutzt werden (Führungen, Seminare, Workshops).

Für eintägige Fahrten (ohne Übernachtung) können Kosten pro Klasse/Kurs/Gruppe bis zu 500 € erstattet werden.

Für mehrtägige Fahrten zu Thüringer Schullandheimen und Jugendherbergen im Rahmen zentraler schulischer Vorhaben mit kultureller Thematik (bspw. Chorlager, Theatertage) können bis zu 800 € bereitgestellt werden.

Weiterführende Informationen, das Antragsformular und die Übersicht der Lernorte, für welche eine Kostenerstattung beantragt werden kann, können der Broschüre entnommen werden.


Antragstellung, Abrechnung und Kostenerstattung

Die Beantragung hat schriftlich mit dem im Internet  abrufbaren VordruckANTRAG auf Kostenerstattung für Fahrten zu Gedenkstätten und weiteren außerschulischen Lernorten im Rahmen von Maßnahmen des Lernens am anderen Ort in Thüringen zu erfolgen. Das PDF-Formular soll am Rechner ausgefüllt werden.

  1. Der vollständig ausgefüllte Antrag ist mit einer Frist von acht Wochen vor Fahrtbeginn an das für die staatliche Schule zuständige Schulamt zu senden, welches das Vorhandensein von Haushaltsmitteln für die Reisekostenvergütung der Begleitlehrkräfte bestätigt.
  2. Das zuständige Schulamt gibt den Antrag an den Schulträger weiter, der diesen mit seinem Einverständnis versieht.
  3. Der Schulträger leitet den Antrag an das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport weiter.
  4. Schulen in freier Trägerschaft senden den Antrag unmittelbar an ihren Schulträger zur Weiterleitung an das TMBJS. Über die Reisekostenerstattung der Begleitlehrkräfte von Schulen in freier Trägerschaft entscheidet der freie Schulträger.

Die Einbeziehung des Schulträgers ist erforderlich, weil die Kostenerstattung ausschließlich über dessen Haushalt realisiert wird.

Die Bearbeitung der Anträge erfolgt nach Posteingang sowie unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel. Ein Rechtsanspruch auf Kostenerstattung besteht nicht. Es werden nur Vorhaben unterstützt, mit denen noch nicht begonnen wurde.

Antragstellende Schulen erhalten die Entscheidung zur Kostenerstattung über den Schulträger.

Die Abrechnung besteht aus:

  • einer Übersicht über alle tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben mit Belegen (Fahrscheine, Rechnungen, Quittungen),
  • der Teilnehmerliste sowie
  • einer Bestätigung der besuchten Einrichtung.

2. Schülerfahrten zu Gedenkstätten in Polen

Im Schuljahr 2019/2020 unterstützen die Bethe-Stiftung/Stiftung Erinnern Ermöglichen und das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport gemeinsam bis zu 15 Gedenkstättenfahrten Thüringer Schulen zu NS-Vernichtungslagern in der heutigen Republik Polen (Auschwitz, Belzec, Sobibor, Kulmhof, Majdanek, Treblinka).

Es gelten folgende Förderkriterien:

  • Antragsteller sind weiterführende allgemein bildende Thüringer Schulen der Klassenstufen 9 bis 13 und berufsbildende Schulen. Bis zu 27 Schülerinnen und Schüler einer Klasse/Gruppe können gefördert werden.
  • Mindestens eine Lehrkraft und höchstens zwei Lehrkräfte verantworten bzw. begleiten die Schülerfahrt zu den Gedenkstätten. Der Teilnahmenachweis der Lehrkraft zur aktuellen ThILLM-Fortbildungsveranstaltung am Erinnerungsort Topf & Söhne ist erforderlich.
  • Die Reisedauer umfasst mindestens vier Tage, davon drei Tage am Ort der Gedenkstätte und ein Tag mit landeskundlichem Programm.
  • Die intensive Vor- und Nachbereitung der schulischen Gedenkstättenfahrt erfolgt lehrplanbezogen hinsichtlich der Thematisierung des Holocausts und Schaffung von Bezügen zur Gegenwart der jungen Menschen.
  • Zu beachten ist, dass zwischen dem Termin der Antragstellung und dem geplanten Reisezeitraum eine Frist von vier Monaten einzuhalten ist. Dies ist aufgrund der Bearbeitung und Bewilligung der Anträge notwendig.

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