Neugieriges Mächen

Fahrten zu Lern- und Gedenkorten

Fahrten zu außerschulischen Lernorten in Thüringen

Außerschulische Lernorte machen Wissen erlebbar. Was sich Schülerinnen und Schüler im Unterricht angeeignet haben, können sie hier durch praktische Erfahrungen bereichern. Das ist ein großer Schatz. Diesen Schatz zu heben, dabei will des Thüringer Bildungsministerium unterstützen.

Deshalb wurde im Rahmen von Maßnahmen des Lernens am anderen Ort für den Besuch von bestimmten außerschulischen Lernorten eine vereinfachte Kostenerstattung etabliert. Auf einen im Vorfeld zu stellenden Antrag hin können staatlichen und Schulen in freier Trägerschaft bestimmte Kosten erstattet werden.

Anträge können gestellt werden für Fahrten zu den hier aufgeführten außerschulischen Lernorten für nachfolgende Klassenstufen

  • Besuch ausgewählter Thüringer Gedenkstätten und Erinnerungsorte der Opfer der deutschen Diktaturen im 20. Jahrhundert für Schüler und Schülerinnen ab Klassenstufe 7,
  • Fahrten zu ausgewählten Gedenkstätten, Erinnerungsorten und Museen im Rahmen des Themenjahres "Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen (2020/2021)“,
  • Besuch ausgewählter Thüringer Schlösser und Naturparks ab Klassenstufe 1,
  • Besuch von Schülerforschungszentren ab Klassenstufe 3,
  • Fahrten in Jugendherbergen oder Schullandheime ab Klassenstufe 1 im Rahmen zentraler schulischer Maßnahmen mit kultureller Thematik (bspw. Chorlager, Theatertage).

Erstattungsfähige Kosten sind

  • die Fahrkosten der Schüler und Schülerinnen zum Veranstaltungsort und
  • die Kosten, die bei der Nutzung von pädagogischen Angeboten der besuchten Einrichtung entstehen.

Für eintägige Fahrten (ohne Übernachtung) können Kosten pro Klasse/Kurs/Gruppe bis zu 500 € erstattet werden. Für mehrtägige Fahrten zu Thüringer Schullandheimen und Jugendherbergen im Rahmen zentraler schulischer Vorhaben mit kultureller Thematik (bspw. Chorlager, Theatertage) können bis zu 800 € bereitgestellt werden.

Logo Außerschulischer Lernort
  • Die Beantragung hat schriftlich mit dem im Internet  abrufbaren Vordruck ANTRAG auf Kostenerstattung für Fahrten zu Gedenkstätten und weiteren außerschulischen Lernorten im Rahmen von Maßnahmen des Lernens am anderen Ort in Thüringen zu erfolgen. Das PDF-Formular soll am Rechner ausgefüllt werden.

    1. Der vollständig ausgefüllte Antrag ist mit einer Frist von acht Wochen vor Fahrtbeginn an das für die staatliche Schule zuständige Schulamt zu senden, welches das Vorhandensein von Haushaltsmitteln für die Reisekostenvergütung der Begleitlehrkräfte bestätigt.
    2. Das zuständige Schulamt gibt den Antrag an den Schulträger weiter, der diesen mit seinem Einverständnis versieht.
    3. Der Schulträger leitet den Antrag an das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport weiter.
    4. Schulen in freier Trägerschaft senden den Antrag unmittelbar an ihren Schulträger zur Weiterleitung an das TMBJS. Über die Reisekostenerstattung der Begleitlehrkräfte von Schulen in freier Trägerschaft entscheidet der freie Schulträger.

    Die Einbeziehung des Schulträgers ist erforderlich, weil die Kostenerstattung ausschließlich über dessen Haushalt realisiert wird.

    Die Bearbeitung der Anträge erfolgt nach Posteingang sowie unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel. Ein Rechtsanspruch auf Kostenerstattung besteht nicht. Es werden nur Vorhaben unterstützt, mit denen noch nicht begonnen wurde.

    Antragstellende Schulen erhalten die Entscheidung zur Kostenerstattung über den Schulträger.

  • Die Abrechnung besteht aus:

    • einer Übersicht über alle tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben mit Belegen (Fahrscheine, Rechnungen, Quittungen),
    • der Teilnehmerliste sowie
    • einer Bestätigung der besuchten Einrichtung.
ausserschulische Lernorte

Außerschulische Lernorte in Thüringen - interaktive Kartenübersicht

Zur Anzeige der Standorte von Schullandheimen und Jugendherbergen nutzen Sie die "Legenden-Funktion" der interaktiven Karte.

Außerschulische Lernorte - die Liste

Gute Erfahrungen mit Gedenkstätten und außerschulischen Lernorten

  • Außerschulische Lernorte bieten umfassende Möglichkeiten der Kompetenzentwicklung, die Lehrkräfte im Unterricht so nicht leisten können. Die unmittelbare Anschauung wirft mehr Fragen auf und vermittelt mehr Erkenntnisse als dozierendes und didaktisch aufbereitetes Buchwissen.

    Ziel des Lernens an außerschulischen Lernorten ist es einerseits, durch die Auseinandersetzung mit den Anforderungen an außerschulischen Lernorten in der Schule erworbene Kompetenzen in lebensnahen Lernsituationen anzuwenden, zu überprüfen, auszuweiten und zu vertiefen, und andererseits Erfahrungen und Erkenntnisse an außerschulischen Lernorten für schulisches Lernen zu nutzen und lebensbegleitendes und aktives Lernen zu fördern. Die Schüler werden motiviert, ihre eigenen Kompetenzen einzubringen und zu steigern.

    Damit werden die Tiefe und der Umfang des historischen Denkens der Schülerinnen und Schüler befördert.

  • Außerschulische Lernorte sollen zum festen Bestandteil schulischer Bildungsund Erziehungsarbeit gehören.

    So fordern es der Thüringer Bildungsplan für Kinder bis 18 Jahre und die Leitlinien zu den Lehrplänen der Thüringer Schule. Die Öffnung der Schule für außerschulische Lernorte gehört zu einer Lehr- und Lernkultur, die die Eigenverantwortung der Schüler stärkt, ihre Lebenswelt und ihre Erfahrungsräume einbezieht und damit zum kumulativen Kompetenzerwerb beiträgt.

  • Der Zeitzeuge hat uns in unserem Gespräch mit viel Emotionen und packender Erzählweise einen Einblick in den Alltag im Speziallager Buchenwald gegeben. Viele Details und persönliche Geschichten, die er uns erzählte, fesselten augenscheinlich die ganze Gruppe. Ich konnte aus diesem Gespräch für mich viel mitnehmen.

    Es war interessant zu sehen, wie er über das Gelände ging, da man das Gefühl hatte, er wusste in jeder Sekunde genau, worüber er sprach. An jeder Stelle fiel ihm eine berührende Geschichte ein. Die Darstellung war anders, als wir es sonst aus dem Geschichtsunterricht gewohnt sind. Ich glaube, dass uns dieser Projekttag eine neue Seite eröffnet hat.

    Mich hat dieser Tag auch im Nachhinein noch sehr beschäftigt.

  • Der Besuch außerschulischer Lernorte fördert den multiperspektivischen Blick auf die Vergangenheit und ermöglicht forschendes Lernen an historischen Objekten. Die Sinne der Schüler werden auf eine ganz andere Weise als im Klassenzimmer angesprochen. Die Schüler verlassen ihr gewohntes Terrain und erleben Geschichte an historischen Orten auf eine individuelle Weise.

    Die neuen Eindrücke ermöglichen ein Ausbrechen aus gewohnten Kommunikationsformen zwischen Lehrern und Schülern sowie zwischen den Schülern untereinander.

2. Schülerfahrten zu Gedenkstätten in Polen

Im Schuljahr 2019/2020 unterstützen die Bethe-Stiftung/Stiftung Erinnern Ermöglichen und das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport gemeinsam bis zu 15 Gedenkstättenfahrten Thüringer Schulen zu NS-Vernichtungslagern in der heutigen Republik Polen (Auschwitz, Belzec, Sobibor, Kulmhof, Majdanek, Treblinka).

Es gelten folgende Förderkriterien:

  • Antragsteller sind weiterführende allgemein bildende Thüringer Schulen der Klassenstufen 9 bis 13 und berufsbildende Schulen. Bis zu 27 Schülerinnen und Schüler einer Klasse/Gruppe können gefördert werden.
  • Mindestens eine Lehrkraft und höchstens zwei Lehrkräfte verantworten bzw. begleiten die Schülerfahrt zu den Gedenkstätten. Der Teilnahmenachweis der Lehrkraft zur aktuellen ThILLM-Fortbildungsveranstaltung am Erinnerungsort Topf & Söhne ist erforderlich.
  • Die Reisedauer umfasst mindestens vier Tage, davon drei Tage am Ort der Gedenkstätte und ein Tag mit landeskundlichem Programm.
  • Die intensive Vor- und Nachbereitung der schulischen Gedenkstättenfahrt erfolgt lehrplanbezogen hinsichtlich der Thematisierung des Holocausts und Schaffung von Bezügen zur Gegenwart der jungen Menschen.
  • Zu beachten ist, dass zwischen dem Termin der Antragstellung und dem geplanten Reisezeitraum eine Frist von vier Monaten einzuhalten ist. Dies ist aufgrund der Bearbeitung und Bewilligung der Anträge notwendig.

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