Bilinguale Module

Auf Grundlage der allgemeinen Entwicklungen zum Sprachenlernen in der Europäischen Union und in den Bundesländern sowie den positiven Erfahrungen aus der Erprobung in Thüringen wurde 2009 die verbindliche Einführung von bilingualen Modulen in die Rahmenstundentafel für die Klassenstufen 5 bis 10 des Gymnasiums aufgenommen. Dies betrifft ab dem Schuljahr 2013/14 insbesondere die Doppelklassenstufe 9/10.

Die Einführung bilingualer Module wurde außerdem in die Rahmenstundentafeln für die Klassenstufe 11s und die Einführungsphase am Kolleg und am beruflichen Gymnasium aufgenommen.

Zur Vorbereitung auf die geplanten Veränderungen werden an vielen Thüringer Schulen bereits jetzt bilinguale Module durchgeführt. Dabei ergeben sich häufig Fragen zur praktischen Umsetzung. Dazu sollen hier Antworten und Anregungen gegeben werden.

FAQs – häufig gestellte Fragen

  • Bei bilingualen Modulen erarbeiten die Schülerinnen und Schüler in zeitlich flexibler Art Unterrichtsinhalte eines Sachfaches oder mehrerer Sachfächer unter Nutzung zweier Sprachen, hier in der Regel die erste Fremdsprache und Deutsch.

    Modulinhalt, Zeitpunkt, Dauer und Organisationsvariante eines bilingualen Moduls werden dabei von den beteiligten Lehrkräften bzw. den Schulen eigenständig festgelegt.

    Den Schwerpunkt des Unterrichts in einem bilingualen Modul bildet die Vermittlung der Sachfachinhalte. Sprache ist das Kommunikationsmittel und steht nicht als Lerngegenstand im Mittelpunkt. Durch die zweisprachige Gestaltung des Unterrichts wird das Verständnis in beiden Sprachen abgesichert.

  • Bilinguale Module können an den allgemein bildenden weiterführenden Schularten (Regelschule, Gesamtschule, Gemeinschaftsschule, Gymnasium und Kolleg) sowie an berufsbildenden Schulen (insbesondere berufliches Gymnasium und berufsspezifischer Unterricht in der dualen Ausbildung) realisiert werden.

    Ab dem Schuljahr 2011/2012 ist der Unterricht in bilingualen Modulen in der Klassenstufe 11 S und der Einführungsphase (Kl. 11) am beruflichen Gymnasium sowie am Kolleg mit mindestens 25 Unterrichtsstunden vorgesehen.

    Ab dem Schuljahr 2013/14 ist der Unterricht in bilingualen Modulen an Gymnasien im Umfang von insgesamt mindestens 50 Unterrichtsstunden in den Klassenstufen 9/ 10 verpflichtend.

  • Bilinguale Module können ab Klassenstufe 5 unterrichtet werden. Aufgrund fortgeschrittener sprachlicher Kenntnisse ist dieser Unterricht jedoch ab Klassenstufe 9 besonders ergiebig und wirkungsvoll. Daher ist für die Klassenstufen 9/10 am Gymnasium der Unterricht in bilingualen Modulen verpflichtend.

    Dies gilt ebenso für die Klassenstufe 11 S und die Einführungsphase am beruflichen Gymnasium und am Kolleg.

  • Bilinguale Module sind im Umfang von insgesamt mindestens 50 Unterrichtsstunden in den Klassenstufen 9/ 10 des Gymnasiums durchzuführen. Die Verpflichtung für den Unterricht wird im Schuljahr 2013/2014 wirksam.

    In der Klassenstufe 11 S und der Einführungsphase (Kl. 11) am beruflichen Gymnasium sowie am Kolleg ist ab dem Schuljahr 2011/2012 der Unterricht in bilingualen Modulen mit mindestens 25 Unterrichtsstunden vorgesehen.

  • Die Module können von

    • Lehrkräften mit einer Doppelfakultas (Sachfach und Fremdsprache),
    • einem Tandem aus Sachfachlehrkraft und Fremdsprachenlehrkraft,
    • einer Sachfachlehrkraft mit Fremdsprachenkompetenzen auf der jeweils notwendigen Niveaustufe oder
    • einer Fremdsprachenlehrkraft

    durchgeführt werden.

    Unterrichtet eine Fremdsprachenlehrkraft ein Modul allein, ist eine Absprache von Unterrichtsinhalten, Materialien und methodischem Vorgehen mit der Sachfachlehrkraft unabdingbar.

    Dem Unterricht in bilingualen Modulen geht eine langfristige schulinterne Abstimmung voraus. Die Lehrerkonferenz stimmt ab, wann, in welchem Stundenumfang, in welchem Fach oder in welchen Fächern und in welcher Fremdsprache bilinguale Module angeboten werden.

  • In der Regel werden bilinguale Module in der ersten Fremdsprache unterrichtet. Das ist in Thüringen mehrheitlich Englisch.

    Bilinguale Module können grundsätzlich jedoch in allen an der Schule gelehrten modernen Fremdsprachen unterrichtet werden.

  • Bilinguale Module können in allen Fächern außer Sprachfächern unterrichtet werden.

    Im zentralen Prüfungsfach Mathematik werden keine Module in den Klassenstufen 9/10 durchgeführt.

    In den Klassenstufen 9/10 ist zwingend darauf zu achten, dass die in bilingualen Modulen vermittelten Unterrichtsinhalte nicht Gegenstand der mündlichen Prüfungen für den Erwerb des Qualifzierenden Hauptschulabschlusses, des Realschulabschlusses oder der Besonderen Leistungsfeststellung sind.

  • In bilingualen Modulen steht die Leistungsbewertung nicht im Vordergrund. Der Schwerpunkt liegt in der Auseinandersetzung mit dem Sachfachgegenstand in der Fremdsprache.

    Im Fall einer Bewertung basiert diese auf der fachlichen Leistung, da die Unterrichtsgegenstände der bilingualen Module dem Sachfach zugeordnet sind.

    Eine mögliche Bewertung erfolgt daher in dem jeweiligen Sachfach durch Ziffernnoten und gegebenenfalls eine verbale Leistungseinschätzung.

    Der Lehrer muss sicherstellen, dass die Schüler den Unterrichtsstoff sprachlich verstanden haben. Für den Schüler darf aufgrund von Sprachproblemen kein Nachteil bei der Leistungsbewertung entstehen.

    Leistungserhebungen erfolgen in der Regel in der jeweiligen Fremdsprache. Der Schüler kann auf die deutsche Sprache zurückgreifen, wenn ihm die mündliche bzw. schriftliche Darstellung des behandelten Gegenstandes nicht im gewünschten Umfang in der Fremdsprache möglich ist.

    Im Zeugnis für das Schuljahr wird vermerkt, in welchem Fach, in welchem Stundenumfang und in welcher Fremdsprache bilinguale Module umgesetzt wurden.

  • Bilinguale Modulen können in einer großen Bandbreite unterrichtet werden. Dies reicht von der Einbeziehung fremdsprachiger Texte und Medien in den Sachfachunterricht bis hin zu einer weitgehend in einer Fremdsprache gehaltenen längeren Unterrichtseinheit.

  • Seit 2004 werden in Thüringen mit Unterstützung der Arbeitsgruppe „BilMod“ des ThILLM bilinguale Module erprobt. Unter ihrer Anleitung wurden an verschiedenen Thüringer Regelschulen, Gymnasien und Berufsbildenden Schulen bilinguale Module geplant und durchgeführt. Dabei sind viele Materialien entstanden, z. B. Bilinguale Module an unserer Schule – Wie geht das?, ThILLM-Heft Nr. 47/2005, Reihe Impulse; ThILLM-Heft Nr. 52/2008, Reihe Impulse.

    Informationen zum Unterstützungsangebot, zu Unterrichtsbeispielen und Materialien erhalten Sie auf dem Thüringer Schulportal unter  www.schulportal-thueringen.de/web/guest/bilinguales_lernen/bilinguale_module.

    Daneben gibt es zahlreiche nationale und internationale Webportale, die sich bilingualem Lehren und Lernen widmen. Neben Unterrichtsmaterialien steht auch Fachliteratur zu methodisch-didaktischen Schwerpunkten zum Download zur Verfügung und internationale Fortbildungsangebote werden propagiert. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass aufgrund des EU-Aktionsplanes aus dem Jahr 2002 in allen Ländern Europas eine Vielzahl, teilweise sehr extensiver, bilingualer Unterrichtsangebote eingerichtet wurde.

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