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bunte Piktogramme von Menschen

Thüringer Entwicklungsplan Inklusion

Der „Thüringer Entwicklungsplan Inklusion“ ist eines der zentralen Werkzeuge, um im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) das inklusive Schulsystem in Thüringen gezielt weiterzuentwickeln.

2013 legte das für Bildung zuständige Ministerium den ersten „Entwicklungsplan Inklusion. Thüringer Entwicklungsplan zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (Artikel 7 und 24) bis 2020“ vor. Er resultierte aus der Maßnahmenrealisierung im Handlungsfeld I des „Thüringer Maßnahmenplan“. Inzwischen ist im Thüringer Schulgesetz die regelmäßige Fortschreibung des „Thüringer Entwicklungsplan Inklusion“ verankert.

Systematik Inklusive Bildung

  • Die Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on ist 2006 als Über­ein­kom­men über die Rech­te von Men­schen mit Behin­derungen von der Gene­ralver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen verab­schie­det wor­den. Nachdem 20 Staaten das Übereinkommen ratifiziert hatten, ist die Konvention 2008 in Kraft getre­ten. Die Völkerrechtsnorm konkretisiert bestehende Menschenrechte auf die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen mit dem Ziel, Chancengleichheit in der Gesellschaft zu fördern. Die Bundesrepublik Deutschland hat als einer der ersten Staaten das Übereinkommen 2007 unterzeichnet. Die Ratifizierung erfolgte in der Bundesrepublik im Jahr 2009. Inzwi­schen ist die Kon­ven­ti­on von 182 Staaten ratifi­ziert wor­den (Stand 2020).

     

  • Der Nationale Aktionsplan ist der Maßnahmenkatalog der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-BRK in Deutschland und wurde vom Bundeskabinett erstmals 2011 verabschiedet. Der Aktionsplan enthält Vorhaben, Projekte und Aktionen aus allen Lebensbereichen von Menschen mit Behinderung und wird regelmäßig fortgeschrieben.

     

  • Der Thüringer Maßnahmenplan ist der Maßnahmenkatalog zur Umsetzung der UN-BRK in Thüringen und wurde vom Landeskabinett erstmals 2012 verabschiedet. Er beschreibt in verschiedenen Handlungsfeldern Ziele und Einzelmaßnahmen aus allen wesentlichen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens und wird regelmäßig fortgeschrieben.

     

  • Der Thüringer Maßnahmenplan nimmt im Handlungsfeld I „Bildung und Ausbildung, Kinder mit Behinderungen“ Bezug auf Artikel 7 und Artikel 24 der UN-BRK.

    Im Ergebnis der Maßnahmenrealisierung im Handlungsfeld I (2012-2019) ist der Thüringer Entwicklungsplan Inklusion (Maßnahme I.3) erstellt worden und es sind Veränderungen in den schulrechtlichen Grundlagen (Maßnahme I.3) herbeigeführt worden.

     

  • Um das Recht auf Bildung von Menschen mit Behinderungen ohne Diskriminierung und im Hinblick auf die Chancengleichheit in einem inklusiven Bildungssystem schrittweise umzu­setzen, hat der Thüringer Landtag 2019 das Thüringer Gesetz zur Weiterentwicklung des Schulwesens verabschiedet. Im Rahmen dieses Gesetzgebungsverfahrens wurde auch das Thüringer Schulgesetz geändert.

    Die Änderungen sind gestaffelt 2019, 2020 und 2021 in Kraft getreten.

     

  • Der „Thüringer Entwicklungsplan Inklusion“ beschreibt auf regionaler und auf Landesebene bildungspolitische Schritte und konkrete Maßnahmen für die Weiterentwicklung des gemeinsamen Unterrichtes in Thüringen. Mit Änderung des Thüringer Schulgesetzes ist seine regelmäßige Fortschreibung in § 2 Abs. 2 Satz 3 verankert.

Fortschreibung 2021-2025

Die Fortschreibung des „Entwicklungsplan Inklusion“ für den Zeitraum 2021 bis 2025 bilanziert den aktuellen Stand der Umsetzung von Maßnahmen zur Entwicklung eines inklusiven Schulsystems auf Landes- und Regionalebene sowie auf lokaler Ebene. Darüber hinaus ist der „Entwicklungsplan Inklusion“ die datenbasierte Arbeitsgrundlage zur Gestaltung nächster Umsetzungsschritte. Dazu weist er Maßnahmen und Handlungsfelder aus, die sich an den vier Schwerpunkten Barrierefreiheit, Kooperationen, Personal und Professionalisierung orientieren. Entlang dieser Schwerpunkte beschreibt Kapitel 2 die bildungspolitischen Schritte von landesweiter Tragweite. Im Kapitel 3 werden der Stand der Inklusion in den einzelnen Gebietskörperschaften dargestellt sowie regionale Entwicklungsziele ausgewiesen.

Die Bestimmungen der UN-BRK schrittweise umzusetzen bedeutet, das Thüringer Schulsystem so zu gestalten, dass Schülerinnen und Schüler in ihrem Lernprozess bestmöglich unterstützt, begleitet und individuell gefördert werden. Angesichts eines breiter werdenden Spektrums individueller Bedürfnisse von Heranwachsenden und einer von Vielfalt geprägten Gesellschaft, ist und bleibt das eine herausfordernde und anspruchsvolle Aufgabe.

Im deutschlandweiten Vergleich belegt Thüringen mit seiner aktuellen Inklusions- und Förderquote einen Platz im guten Mittelfeld. Dieser Erfolg beruht zum einen auf wichtigen gesetzlichen und strukturellen Weichenstellungen, vor allem aber auf dem Engagement der an Bildung beteiligten Akteure. Die gemeinsamen Bemühungen, ein inklusives Bildungssystem zu gestalten und den gemeinsamen Unterricht in Thüringen weiter zu entwickeln, spiegeln sich auch im „Entwicklungsplan Inklusion“. Die Erarbeitung seiner Fortschreibung verdankt sich einer Vielzahl engagierter Beteiligter. Ihnen gilt der Dank für die aktive Mitarbeit an der Fortschreibung.

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