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Lehrerin mit Grundschülern

Die Ganztagsschule in Thüringen

Die Weiterentwicklung von Unterrichts- und Schulqualität steht seit der systematischen Durchführung von Schulleistungsvergleichen (z. B. PISA, IGLU, IQB-Bildungstrends) und deren detaillierter Auswertung verstärkt im Fokus der Bildungspolitik. Die Verbesserung der Bildungschancen und der individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler sind dabei wesentliche Ziele. Zum anderen dient die Weiterentwicklung ganztägiger Bildungs- und Erziehungsangebote der Stärkung der Schule als Lern- und Lebensort und unterstützt das gesellschaftspolitisch wichtige Ziel, die Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern.

Die Gestaltung von Ganztagsangeboten ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Baustein, Schülerinnen und Schüler ganzheitlich in den Blick zu nehmen und ihre persönlichen Voraussetzungen aufzugreifen, zu nutzen und zu fördern. Ganztagsangebote bieten u. a. durch die Rhythmisierung des Schultages, die Gestaltung von individuellen Lernzeiten und den Unterricht ergänzende Lerngelegenheiten ein entscheidendes Potential, das selbstständige Lernen und Arbeiten der Schülerinnen und Schüler zu fördern sowie deren Kompetenz- und Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen. Die zusätzlichen Aktivitäten geben den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, eigene Interessen, Talente und Neigungen zu entdecken, zu entwickeln und zu entfalten sowie zu deren individuellen Förderung. Gleichzeitig bieten diese Angebote den Schülerinnen und Schülern Gelegenheiten, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten.

Die Öffnung der Schulen zu außerschulischen Partnern, insbesondere zu den öffentlichen und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe, zu den Gemeinden, Vereinen und Verbänden sowie zu örtlichen Gewerbetreibenden und Betrieben bereichern das Schulleben und erweitern den schulischen Lernort.

Rechtsgrundlagen

Thüringer Schulgesetz
§ 10 „Ganztagsschulen, Außerunterrichtliche Angebote“ enthält wesentliche Festlegungen für die Thüringer Ganztagsschulen.

Thüringer Schulordnung
Im § 49 „Schulhorte“ sind wesentliche Angaben zu den Schulhorten aufgeführt.

Verwaltungsvorschrift zur Organisation des Schuljahres
Hierin sind die Termine für die Beantragung und der Umfang der Zuweisung von Lehrerwochenstunden für gebundene und teilgebundene Ganztagsschulen sowie der Umfang der Zuweisung von Lehrerwochenstunden für die Tätigkeit der Ganztagsbeauftragten der Schulen festgesetzt

Organisationsformen

Die Einordnung einer Schule als Ganztagsschule basiert auf der Definition der Kultusministerkonferenz (KMK). Diese Definition wird im Zusammenhang mit der statistischen Erhebung zum Ganztag gegeben. Für alle Ganztagsschulen gelten folgende Mindestbedingungen:

„Ganztagsschulen sind Schulen, bei denen im Primar- und Sekundarbereich I

  • an mindestens drei Tagen in der Woche ein ganztägiges Angebot für die Schülerinnen und Schüler bereitgestellt wird, das täglich mindestens sieben Zeitstunden umfasst;
  • an allen Tagen des Ganztagsschulbetriebs den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern ein Mittagessen bereitgestellt wird;
  • die Ganztagsangebote unter der Aufsicht und Verantwortung der Schulleitung organisiert und in enger Kooperation mit der Schulleitung durchgeführt werden sowie in einem konzeptionellen Zusammenhang mit dem Unterricht stehen.“

Quelle: Sekretariat der KMK in der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.): Allgemein bildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland - Statistik 2015 bis 2019, S. 4-5.

Alle allgemein bildendenden Thüringer Schulen haben die Möglichkeit, den Schulalltag als Ganztagsschule zu organisieren, sofern sie die benannten Voraussetzungen erfüllen. Je nach den Bedarfen sowie den organisatorischen, personellen und sächlichen Bedingungen kann dies als gebundene, teilgebundene oder offene Ganztagsschule erfolgen (§ 10 ThürSchulG).

Das grundlegende Unterscheidungsmerkmal besteht in der Teilnahmepflicht der Schülerinnen und Schüler an den Ganztagsangeboten.

gebundene Ganztagsschule

In der gebundenen Form der Ganztagsschule ist die Teilnahme an den Ganztagsangeboten für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend. (§ 10 Abs. 6 Satz 2 ThürSchulG)

teilgebundene Ganztagsschule

In der teilgebundenen Form der Ganztagsschule besteht für Schülerinnen und Schüler, die für das Ganztagsangebot angemeldet sind, eine Teilnahmeverpflichtung an den Ganztagsangeboten für die Dauer des Schuljahres (§ 10 Abs. 6 Satz 1 ThürSchulG). Dabei können die Angebote an einzelne Klassen oder Klassenstufen gerichtet sein.

offene Ganztagsschule

In offenen Ganztagsschulen ist die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler an den unterbreiteten Ganztagsangeboten freiwillig.

Ganztagsschulkonzept

Voraussetzung für die Anerkennung als Ganztagsschule gleich welcher Organisationsform ist die Vorlage eines Ganztagsschulkonzepts (vgl. § 10 Abs. 1 Satz 1 ThürSchulG). Dafür ist das folgende Formular „Konzept – Ganztagsschule“ zu verwenden.

Formular "Konzept – Ganztagsschule"

Im Primarbereich kann ein in das Gesamtkonzept der Schule integriertes Hortkonzept als Ganztagsschulkonzept für die offene Ganztagsschule anerkannt werden.

Das Ganztagsschulkonzept ist Teil des Schulkonzeptes und sollte insbesondere Aussagen enthalten

  • zu pädagogischen Zielrichtungen und Schwerpunkten,
  • zur inhaltlichen und organisatorischen Ausgestaltung der Ganztagsangebote,
  • zur Gestaltung der Rhythmisierung des Schultages bei gebundenen und teilgebundenen Ganztagsschulen,
  • zu individuellen Förderangeboten, u. a. für leistungsschwache und leistungsstarke Schülerinnen und Schüler, für Lernende mit Förderbedarf z. B zum Erwerb von Deutsch als Zweitsprache,
  • zu Partnern im Ganztag,
  • zum Raumkonzept und
  • zum Prozess der Konzeptentwicklung.

Zur Erarbeitung des Konzeptes wird empfohlen, eine Konzeptgruppe zu bilden, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Pädagogenkollegiums, Schülerinnen und Schülern, Eltern, den Ansprechpartnerinnen bzw. -partnern des Schulträgers und des Staatlichen Schulamts sowie den außerschulischen Partnerinnen und Partnern des Ganztags zusammensetzt.

Über die Angebote des Ganztags entscheidet die Schulkonferenz, in der Pädagogen, Lernende und Eltern vertreten sind. Durch die Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler sowie der Eltern besteht für diese die Möglichkeit, ihre Vorstellungen in die Gestaltung des Ganztags mit einzubringen. Zur Durchführung erfolgen Absprachen und Vereinbarungen zwischen der Schule, dem Schulträger und dem zuständigen Staatlichen Schulamt. Somit entsteht das Konzept in einem dialogischen Prozess aller beteiligten Ebenen. Dies fördert die systematische Schulentwicklung sowie die Akzeptanz und breite Unterstützung der Schule und deren Vernetzung im regionalen Umfeld.

Zur Einrichtung einer gebundenen oder teilgebundenen Ganztagsschule ist eine Antragstellung durch den Schulträger bei dem für das Schulwesen zuständigen Ministerium erforderlich. Hierbei ist das Ganztagsschulkonzept ein wesentlicher Bestandteil.

Antrag Schulträger zur Einrichtung einer gebundenen/teilgebundenen Ganztagsschule

Ganztagsschule im Primarbereich

Für alle Thüringer Schülerinnen und Schüler der Primarstufe ist nach § 10 ThürSchulG ein gesetzlich verankerter Anspruch auf außerunterrichtliche Bildung, Betreuung und Förderung von montags bis freitags mit einer täglichen Betreuungszeit von zehn Stunden unter Anrechnung der Unterrichtszeit garantiert. Dazu werden an den Grundschulen und Gemeinschaftsschulen mit Primarstufe Schulhorte geführt. Diese sind organisatorischer Teil der Schule. Der Besuch der Schulhorte ist freiwillig.

Mit dem Führen eines Schulhortes sind Schulen der Primarstufe offene Ganztagsschulen.

In den Schulhorten arbeitet ausgebildetes Fachpersonal. Die Erzieherinnen und Erzieher sind Landesbedienstete. Sie gestalten umfangreiche und vielfältige Bildungs-, Betreuungs- und Förderangebote. Grundlage ist das schulspezifische Hortkonzept, das abgestimmter Teil des Gesamtschulkonzepts ist.

Entsprechend § 10 Abs. 1 und Abs. 2 ThürSchulG haben staatliche Grundschulen und Gemeinschaftsschulen mit Primarstufe die Möglichkeit, ihre Schule auch als gebundene Ganztagsschule zu gestalten. Voraussetzungen dafür sind das Ganztagsschulkonzept der Schule sowie der durch das für das Schulwesen zuständige Ministerium genehmigte Antrag des Schulträgers.

In der „Vergleichenden Übersicht zu den Organisationsformen der Ganztagsschulen im Primarbereich“ sind wesentliche Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, und Merkmale zusammengefasst.

Ganztagschule im Sekundarbereich

Schulen im Sekundarbereich können als gebundene, teilgebundene oder offene Ganztagsschulen geführt werden. Grundlage für alle Organisationsformen von Ganztagsschulen ist das mit der Schulgemeinschaft abgestimmte Ganztagsschulkonzept. Darin beschreibt die Schule ihre pädagogischen Zielstellungen und die inhaltliche, organisatorische, personelle sowie sächliche Ausgestaltung des Ganztags. Schulen, die ihr Schulleben als gebundene oder teilgebundene Ganztagsschule organisieren, sind zudem verpflichtet im Ganztagsschulkonzept die Umsetzung der Rhythmisierung des Schultages darzustellen (vgl. § 10 ThürSchulG Abs. 1 Satz 4).

Für die Gestaltung des offenen Ganztags ist auf Basis des Ganztagsschulkonzepts das Benehmen mit dem Schulträger herzustellen.

Zur Anerkennung als gebundene bzw. teilgebundene Ganztagsschule ist durch den zuständigen Schulträger der Antrag beim für das Schulwesen zuständigen Ministerium entsprechend § 10 Abs. 5 ThürSchulG einzureichen. Hierfür ist das Ganztagsschulkonzept wesentlicher Bestandteil der Antragstellung.

In der „Vergleichenden Übersicht zu den Organisationsformen der Ganztagsschulen im Sekundarbereich“ sind wesentliche Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, und Merkmale zusammengefasst.

Ganztagsschule an Förderschulen

Förderschulen arbeiten als gebundene Ganztagsschulen. Auf Grundlage § 7a Abs. 1 ThürSchulG sind Förderschulen Ganztagsfördereinrichtungen.

Unterstützung der Gestaltung des Ganztags

Schulbudget

Seit dem Schuljahr 2018/19 erhalten Thüringer Schulen eine finanzielle Zuweisung pro Schülerin und Schüler. Diese Gelder können u. a. für außerunterrichtliche Maßnahmen eingesetzt werden. Im Thüringer Schulportal sind die wichtigsten Informationen und notwendigen Dokumente dazu hinterlegt.

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Verwaltungsvorschrift für die Organisation des Schuljahres

In der Verwaltungsvorschrift zur Organisation des Schuljahres 2022/2023 werden folgende Unterstützungsleistungen gewährleistet.

Ganztagsbeauftragte der Schulen

Die Schulleitung benennt eine geeignete Lehrkraft der Schule als Ganztagsbeauftragten. Diese/dieser unterstützt die Schulleitung in Fragen der Ganztagsgestaltung.

Zu den Aufgaben der/des Ganztagsbeauftragten gehören besonders:

  • die Erarbeitung, Fortschreibung sowie Evaluierung des Ganztagsschulkonzepts der Schule,
  • die Organisation der Ganztagsangebote,
  • die Nutzung des Schulbudgets für Ganztagsangebote,
  • die Abstimmung mit den außerschulischen Partnern.

Für diese Tätigkeit erhalten sie Lehrerwochenstunden entsprechend der geltenden Verwaltungsvorschrift zur Organisation des jeweiligen Schuljahres. (VVOrgS Abschnitt 3.4)

Vergabe von Lehrerwochenstunden

Für gebundene und teilgebundene Ganztagsschulen stehen darüber hinaus 5 Lehrerwochenstunden zur Gestaltung des Ganztags zur Verfügung.

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Investitionsprogramm zum beschleunigten Infrastrukturausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder

(GanztagInvest)

Die Gestaltung von Ganztagsangeboten ist ein wichtiger Baustein, Schülerinnen und Schüler ganzheitlich in den Blick zu nehmen. Durch den gezielten Ausbau ganztägiger Angebote an Schulen sollen zum einen die Bildungschancen sowie die individuelle Förderung und Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler verbessert werden. Zum anderen dient die Weiterentwicklung ganztägiger Bildungs- und Erziehungsangebote der Stärkung der Schule als Lern- und Lebensort und unterstützt das familienpolitisch wichtige Ziel, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern.

Der Bund und der Freistaat Thüringen unterstützen damit die Träger der staatlichen Schulen und Schulen in freier Trägerschaft sowie die freien Träger der Jugendhilfe in Thüringen bei ihren Investitionen in den quantitativen und qualitativen Ausbau ganztägiger Angebote an Schulen mit Primarstufe sowie in Ganztagsangeboten und Horten in freier Trägerschaft.

In einem ersten Schritt gewährt der Bund für Thüringen Finanzhilfen in Höhe 19,85 Mio. Euro. Der Freistaat Thüringen wird weitere 5,67 Mio. Euro als Ko-Finanzierung zur Verfügung stellen. Die Schulträger leisten einen Eigenanteil in Höhe von bis zu 2,84. Insgesamt stehen damit Mittel in Höhe von bis zu 28,36 Mio. Euro zur Verfügung.

Informationen des Bundes zum Investitionsprogramm

Materialien und Praxishilfen

Anprechpartnerinnen

Landeskoordination Ganztag am TMBJS

Marion Loch
Tel.: 0361 57 - 3411889
Marion.Loch@tmbjs.thueringen.de

Fortbildung am ThILLM

Katrin Zwolinski (Primarbereich)
Tel.: 036458 56 - 289
Katrin.Zwolinski@thillm.de

Kathrin Fleischer (Sekundarbereich)
Tel.: 036458 56 - 238
Kathrin.Fleischer@thillm.de

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Ganztag

  • Durch die Kultusministerkonferenz wurde folgende Definition von Ganztagsschule formuliert, die sowohl den Gesichtspunkt der ganztägigen Beschulung als auch den der Betreuung berücksichtigt:

    Ganztagsschulen sind Schulen, bei denen

    • an mindestens drei Tagen in der Woche ein ganztägiges Angebot für die Schülerinnen und Schüler bereitgestellt wird, das täglich mindestens sieben Zeitstunden umfasst;
    • an allen Tagen des Ganztagsschulbetriebs den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern ein Mittagessen bereitgestellt wird;
    • die Ganztagsangebote unter der Aufsicht und Verantwortung der Schulleitung organisiert und in enger Kooperation mit der Schulleitung durchgeführt werden sowie in einem konzeptionellen Zusammenhang mit dem Unterricht stehen.

    (vgl. „Definitionenkatalog zur Schulstatistik 2022“ herausgegeben vom Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland -Kommission für Statistik-)

     

  • Durch die Kultusministerkonferenz sind drei Organisationsformen von Ganztagsschulen definiert. Es wird zwischen offenen, teilgebundenen und gebundenen Ganztagsschulen unterschieden.

     

  • Als gebundene Ganztagsschule gelten Schulen, die folgende Bedingungen erfüllen:

    • Die ganztägigen Angebote stehen im Sekundarbereich an mindestens drei Tagen in der Woche für Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen bereit. Im Primarbereich besteht ein Betreuungsanspruch von montags bis freitags einschließlich der Schulferien (vgl. § 10 Abs. 2 Satz 1 ThürSchulG).
    • Die tägliche Bildungs- und Betreuungszeit beträgt mindestens sieben Zeitstunden, einschließlich der Unterrichtszeit.
    • Alle Schülerinnen und Schüler der Schule nehmen verpflichtend an den Ganztagsangeboten teil.
    • Allen Schülerinnen und Schülern, die am Ganztag teilnehmen, steht an allen Tagen mit Ganztagsangeboten ein Mittagessen zur Verfügung.
    • Die Gestaltung des gebundenen Ganztagsschulbetriebs erfolgt auf einem mit der Schulgemeinschaft abgestimmten Ganztagsschulkonzept.
    • Die Ganztagsangebote stehen in einem konzeptionellen Zusammenhang mit dem Unterricht und sind kostenfrei.
    • Der rhythmisierte Tagesablauf ist verbindliches Gestaltungselement des Ganztags (§ 10 Abs. 1 Satz 4 ThürSchulG).
    • Der Antrag des Schulträgers zur Errichtung einer gebundenen Ganztagsschule wurde durch das für Bildung zuständige Ministerium genehmigt.

     

  • Als teilgebundene Ganztagsschule gelten Schulen, die folgende Bedingungen erfüllen:

    • Die ganztägigen Angebote stehen im Sekundarbereich an mindestens drei Tagen in der Woche für Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen bereit. Im Primarbereich besteht ein Betreuungsanspruch von montags bis freitags einschließlich der Schulferien (vgl. § 10 Abs. 2 Satz 1 ThürSchulG).
    • Die tägliche Bildungs- und Betreuungszeit beträgt mindestens sieben Zeitstunden, einschließlich der Unterrichtszeit.
    • An teilgebundenen Ganztagsschulen ist der Ganztag in einen gebundenen Ganztagsbereich (z. B. für einzelne Klassen oder Klassenstufen) und in einen offenen Angebotsbereich unterteilt.
    • Für die am gebundenen Ganztagsbereich angemeldeten Schülerinnen und Schüler besteht eine Teilnahmeverpflichtung für die Dauer eines Schuljahres. (vgl. § 10 Abs. 6 Satz 2 ThürSchulG)
    • Die Nutzung der offenen Angebote der Ganztagsschule ist freiwillig, jedoch nach Anmeldung für das betreffende Schulhalbjahr verpflichtend (vgl. § 47 Abs. 5 Satz 1 ThürSchulO). Für den Primarbereich gelten die Bedingungen, die in der Frage 6 „Was kennzeichnet eine offene Ganztagsschule im Primarbereich?“ dargestellt sind.
    • Die Gestaltung des teilgebundenen Ganztagsschulbetriebs erfolgt auf einem mit der Schulgemeinschaft abgestimmten Ganztagsschulkonzept.
    • Die Ganztagsangebote stehen in einem konzeptionellen Zusammenhang mit dem Unterricht.
    • Der Antrag des Schulträgers zur Errichtung einer teilgebundenen Ganztagsschule wurde durch das für Bildung zuständige Ministerium genehmigt.
    • Der rhythmisierte Tagesablauf ist verbindliches Gestaltungselement im gebundenen Teil des Ganztagsbereichs.
    • Allen Schülerinnen und Schülern die am Ganztag teilnehmen, steht an allen Tagen des Ganztagsschulbetriebs ein Mittagessen bereit.

     

  • Im Sekundarbereich gelten Schulen als offene Ganztagsschule, die folgende Bedingungen erfüllen:

    • Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, an allen Tagen, an denen Ganztagsangebote unterbreitet werden (jedoch mindestens drei), diese zu nutzen.
    • Die tägliche Bildungs- und Betreuungszeit beträgt mindestens sieben Zeitstunden, einschließlich der Unterrichtszeit.
    • Die Teilnahme an den außerunterrichtlichen Angeboten der Ganztagsbetreuung ist für die Schülerinnen und Schüler freiwillig.
    • Die Teilnahme an den ganztägigen Angeboten ist jeweils durch die Schülerinnen und Schüler oder deren Erziehungsberechtigten für mindestens ein Schulhalbjahr zu erklären.
    • Allen Schülerinnen und Schülern, die am Ganztag teilnehmen, steht an allen Tagen des Ganztagsschulbetriebs ein Mittagessen bereit.
    • Die Gestaltung des offenen Ganztagsschulbetriebs erfolgt auf einem mit der Schulgemeinschaft abgestimmten Ganztagsschulkonzept.
    • Die Ganztagsangebote stehen in einem konzeptionellen Zusammenhang mit dem Unterricht.
    • Das Einvernehmen mit dem Schulträger ist hergestellt.

     

    • Schulen der Primarstufe sind durch das Führen eines Schulhorts offene Ganztagsschulen (vgl. § 10 Abs. 3 ThürSchulG).
    • Die Betreuung in einem Schulhort erfolgt von Montag bis Freitag mit einer täglichen Betreuungszeit von zehn Stunden, einschließlich der Unterrichtszeit.
    • Dieser Betreuungsanspruch gilt auch für die Schulferien.
    • Der Besuch des Schulhorts ist freiwillig und auf der Grundlage der Thüringer Hortkostenbeteiligungsverordnung (Link zum Gesetz) kostenpflichtig.
    • In den Schulhorten arbeitet zur Absicherung der Hortbetreuung ausgebildetes Fachpersonal.
    • Erzieherinnen und Erzieher sind Landesbedienstete und bilden mit den Lehrerinnen und Lehrern ein gemeinsames Kollegium.
    • Die Gestaltung der Hortangebote erfolgt auf der Grundlage eines Hortkonzepts, das integrierter Bestandteil des Gesamtkonzepts der Schule ist.
    • Allen Schülerinnen und Schülern steht an allen Tagen ein Mittagessen zur Verfügung.

     

  • Grundschulen können auch als gebundene/teilgebundene Ganztagsschulen geführt werden (vgl. § 10 Abs. 2 ThürSchulG).

    Die Absicherung der Ganztagsbetreuung erfolgt, anders als in der offenen Ganztagsgrundschule, in der rhythmisierten Unterrichtszeit. Informationen zur Gestaltung des gebundenen/teilgebundenen Ganztags im Primarbereich sind in der „Vergleichenden Übersicht zu den Formen der Ganztagsschulen im Primarbereich in Thüringen“ zusammengefasst.

     

  • Förderschulen arbeiten als gebundene Ganztagsschulen. Auf Grundlage § 7a Abs. 1 ThürSchulG sind Förderschulen Ganztagsfördereinrichtungen.

     

  • Die gesetzlichen Grundlagen für die Gestaltung einer Ganztagsschule sind:

     

  • Grundlage ist das schulspezifische Ganztagsschulkonzept. Dafür haben die Schulen das bereitgestellte Formular „Konzept-Ganztagsschule“ zu nutzen.

    In die Entscheidung zur Profilierung als Ganztagsschule sind die Schulkonferenz und der Schulträger einzubeziehen. Für die Anerkennung als teilgebundene oder gebundene Ganztagsschule hat der zuständige Schulträger beim für Bildung zuständigen Ministerium einen Antrag mit der Darlegung des entsprechenden Bedarfs zur Umwandlung in eine teilgebundene oder gebundene Ganztagsschule zu stellen, das dann über den Antrag entscheidet.

    Für Grundschulen und Gemeinschaftsschulen mit Primarstufe mit einem Schulhort gelten die Ausführungen zur Frage 6 „Was kennzeichnet eine offene Ganztagsschule im Primarbereich?“.

     

  • Für das Ganztagsschulkonzept ist das Formular „Konzept-Ganztagsschule" zu verwenden.

    Im Ganztagsschulkonzept sind Aussagen zu folgenden Schwerpunkten zu treffen:

    • allgemeine Angaben zur Schule und zum Schulträger
    • Organisationsform des Ganztagsschulbetriebs sowie Zielgruppen für die Ganztagsangebote
    • Darlegung der Organisation des Ganztags
    • Beschreibung der pädagogischen Schwerpunktsetzungen für die Gestaltung des Ganztags sowie deren Bezug zum Unterricht und den verbindlichen Grundlagendokumenten
    • konkrete Umsetzung der dargestellten pädagogischen Schwerpunkte
    • Umsetzung der Rhythmisierung des Schultags (für gebundene und teilgebundene Ganztagsschulen verbindlich)
    • Partner für die Gestaltung der Ganztagsangebote
    • Form der Einbeziehung der Schulgemeinschaft in die Erarbeitung des Konzepts
    • Nachweis der Zustimmung der Schulkonferenz sowie des hergestellten Benehmens mit dem Schulträger

    Zur Erarbeitung des Ganztagsschulkonzepts und der regelmäßigen Evaluation der Umsetzung des Ganztags wird die Einrichtung einer Konzeptgruppe an der Schule empfohlen.

    Weitere wichtige Informationen zum Ganztagsschulkonzept sind in den „Hinweisen zur Erstellung des Ganztagskonzeptes“ zusammengefasst.

     

  • Zur Erarbeitung des Ganztagsschulkonzepts und der regelmäßigen Evaluation der Umsetzung des Ganztags wird die Einrichtung einer Konzeptgruppe an der Schule empfohlen.

    In der Konzeptgruppe sollten neben Lehrkräften der Schule, Schülerinnen und Schüler und Eltern möglichst auch Vertreterinnen oder Vertreter des Schulträgers mitarbeiten. Im Formular „Konzept-Ganztagsschule“ sind weitere Personen, die einbezogen werden könnten, aufgeführt.

     

  • Schulen der Primarstufe mit einem Schulhort (offene Ganztagsschulen) erstellen ein Hortkonzept, das integrierter Teil des Gesamtschulkonzepts ist. Dieses kann durch die Schulartreferentinnen bzw. -referenten des zuständigen Staatlichen Schulamts als Ganztagsschulkonzept anerkannt werden.

    Schulen der Primarstufe, die als gebundene/teilgebundene Ganztagsschulen arbeiten, haben ein Ganztagsschulkonzept unter Verwendung des dafür bereitgestellten Formulars zu erarbeiten.

     

  • Das Ganztagsschulkonzept der Schule ist im zuständigen Staatlichen Schulamt zur Prüfung einzureichen. Es bildet die Grundlage für die Beantragung von Lehrerwochenstunden für die/den Ganztagsschulbeauftragten und die Stunden für die Ausgestaltung der Ganztagsangebote.

    Die Antragstermine sind der Verwaltungsvorschrift des für Bildung zuständigen Ministeriums für das jeweilige Schuljahr zu entnehmen.

     

  • Das vollständige Ganztagsschulkonzept ist nicht jedes Schuljahr neu einzureichen, da davon auszugehen ist, dass sich inhaltliche Schwerpunkte nicht jährlich ändern. Alle vier Jahre sollte jedoch eine Evaluation des Konzeptes erfolgen und das daraus resultierende Folgekonzepte dem Staatlichen Schulamt vorgelegt werden. Bei wesentlichen Änderungen in der Ganztagsgestaltung bzw. des pädagogischen Konzepts ist das Folgekonzept mit dem Inkrafttreten der Änderungen an das Staatliche Schulamt weiterzuleiten.

    Da zeitliche Abläufe, Kooperationspartner oder auch Zielgruppen an die jeweiligen Bedingungen des Schuljahres angepasst bzw. verändert werden, ist die Anlage 1 zum Konzeptjährlich einzureichen.

     

  • Rhythmisierung bedeutet veränderte Tagesstrukturen und eine daran angepasste Unterrichts- und Angebotsgestaltung. Kennzeichnend dafür sind der sinnvolle Wechsel von Anspannungs- und Entspannungsphasen, Zeiten des konzentrierten Lernens und Bewegungsmöglichkeiten sowie von den Schülerinnen und Schülern frei gestaltbare Bereiche.

    Sie orientiert sich an der Profilierung und den pädagogischen Schwerpunkten der Schule.

    Typische Merkmale der Rhythmisierung sind z. B.:

    bezogen auf die Schulebene:

    • veränderte Organisation des Unterrichts, z. B. durch Blockunterricht, Schaffung individueller Lernzeiten, eine ausgewogene Verteilung auf den Vor- und Nachmittag
    • offener Anfang und offenes Ende des Schultages,
    • Pausen mit unterschiedlichen Angeboten für Schülerinnen und Schüler,
    • eine angemessene Mittagspause,
    • in den Tagesablauf integrierte Entspannungsphasen,
    • offene Angebote,
    • gezielte Möglichkeiten zur Partizipation der Schülerinnen und Schüler.

    bezogen auf die Unterrichtsebene:

    • veränderte Unterrichtsgestaltung zur Individualisierung des Lernens, z. B. Wochen- oder Jahrespläne, Lernportfolioarbeit,
    • bewusster Wechsel zwischen lehrerzentrierten Unterrichtsphasen und offenen, kooperativen Lernformen sowie flexible und differenzierte Lernorganisation, z. B. Projekte, Werkstattarbeit, Lernbüro, individuelle Lernzeitphasen.

     

  • Die Rhythmisierung ist für teilgebundene und gebundene Ganztagsschulen verbindlich (vgl. § 10 Abs. 1 Thüringer Schulgesetz). Offen gestaltete Ganztagsschulen können je nach Möglichkeit den Schultag rhythmisiert gestalten.

    Eine Rhythmisierung auf Unterrichtsebene durch den bewussten Wechsel von Lehr- und Lernmethoden sollte jedoch in allen Ganztagsschulen umgesetzt werden.

     

  • Zur Gestaltung des gebundenen/teilgebundenen Ganztags stehen den Schulen folgende Ressourcen zur Verfügung:

    • Finanzielle Zuweisungen aus dem Schulbudget. Die Höhe der Zuweisung richtet sich nach der Schülerzahl der jeweiligen Schule.
    • Auf der Grundlage der Verwaltungsvorschrift des für Bildung zuständigen Ministeriums zur Organisation des jeweiligen Schuljahres erhalten Ganztagsschulen
      • eine Lehrerwochenstunde für die Tätigkeit der/des Ganztagsschulbeauftragten,
      • darüber hinaus fünf Lehrerwochenstunden zur Gestaltung des Ganztags in gebundener oder teilgebundener Organisationsform.

     

  • Die Schulleitung benennt eine geeignete Lehrkraft der Schule als Ganztagsbeauftragten. Diese/dieser unterstützt die Schulleitung in Fragen der Ganztagsgestaltung.

    Zu den Aufgaben der/des Ganztagsbeauftragten gehören besonders:

    • die Erarbeitung, Fortschreibung sowie Evaluierung des Ganztagsschulkonzepts der Schule,
    • die Organisation der Ganztagsangebote,
    • die Nutzung des Schulbudgets für Ganztagsangebote,
    • sie/er ist Ansprechpartnerin/Ansprechpartner für die Partner im Ganztag, die Schülerinnen und Schüler sowie die Eltern,
    • die Abstimmung mit den außerschulischen Partnern.

    Für diese Tätigkeit erhalten die/der Ganztagsbeauftragte Lehrerwochenstunden entsprechend der geltenden Verwaltungsvorschrift zur Organisation des jeweiligen Schuljahres.

     

  • Nein.

    An diesen Schulen ist eine Hortkoordinatorin/ein Hortkoordinator benannt, die/der die Geschäfte des Hortes wahrnimmt. Sie/er ist im Rahmen der Gesamtverantwortung der Schulleiterin/des Schulleiters für die pädagogische, inhaltliche und organisatorische Ausgestaltung der Hortarbeit zuständig.

    Darüber hinaus arbeiten an den Staatlichen Schulämtern Hortkoordinatorinnen/Hortkoordinatoren. Sie unterstützen zum einen die Arbeit der Grundschulreferentinnen /Grundschulreferenten sowie die Schulen u. a. bei der konzeptionellen Arbeit und Fortbildung für Erzieherinnen und Erzieher.

     

  • In der Verwaltungsvorschrift des für Bildung zuständigen Ministeriums zur Organisation des jeweiligen Schuljahres sind die Termine festgelegt.

     

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