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Vermittlung von DDR-Geschichte und Auseinandersetzung mit den Folgen der SED-Diktatur wird weiter gefördert


Erstellt von Landesschülervertretung Thüringen | Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport

Bildungsminister Helmut Holter und Landesschülervertretung Thüringen bei der Unterzeichnung der Zielvereinbarung zur Vermittlung von DDR-Geschichte und Auseinandersetzung mit den Folgen der SED-Diktatur
Foto: TMBJS

Die Thüringer Landesschülervertretung und Thüringens Bildungsminister Helmut Holter haben heute die Fortführung der „Vereinbarung zur schulischen Vermittlung von DDR-Geschichte und zur Auseinandersetzung mit den Folgen der SED-Diktatur bis heute“ besiegelt. Die Vereinbarung ermöglicht es Schülerinnen und Schülern aller weiterführenden Schularten in Thüringen, eigene Projekte im Geschichts- und Sozialkundeunterricht durchzuführen und damit aus der SED-Diktaturgeschichte für die Gegenwart zu lernen. Dafür stimmen sie ihre Vorhaben mit den zuständigen Lehrkräften ihrer Schule ab und schließen für das Schuljahr eine Zielvereinbarung.

Bildungsminister Helmut Holter: „Die Phänomene der DDR-Geschichte sind für Schülerinnen und Schüler an zahlreichen Thüringer Lernorten zwischen Suhl und Teistungen authentisch zu erleben. Die erneuerte Zielvereinbarung zur Vermittlung von DDR-Geschichte in und außerhalb der Schulen schafft Schülerinnen und Schülern eine Vielfalt von Möglichkeiten für das historisch-politische Lernen im regionalen Raum. Thüringer Schülerinnen und Schüler gestalten selbst Unterricht und Projekte zur Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte. Das ist deutschlandweit einzigartig und entwickelt ein kritisches Urteilsvermögen.“

Lotta Moraweck, Thüringer Landesschülervertretung (Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit): „Der Landesschülervertretung Thüringen ist es sehr wichtig, die Zielvereinbarung zur Vermittlung der DDR-Geschichte in der Schule beizubehalten und ständig anzupassen. Wir finden es angebracht, den Schüler*innen in verschiedener Weise die DDR-Geschichte nahezubringen. Das sollte jedoch von ihnen selbst entschieden werden können, in welcher Form sie sich mit dem Thema auseinandersetzen wollen. Deswegen finden wir diese Zielvereinbarung unterstützenswert. Sie gibt den Schüler*innen die Möglichkeit, sich selbst Projekte oder ähnliches zur Thematik zu suchen und durchzuführen. Dabei ist es egal, ob das ein Museumsbesuch nach Wahl der Schüler*innen ist, oder auch ein praktisches Projekt. Wir finden, genau dieses eigenständige Auswählen der Projekte, bei denen dann bspw. persönliche Geschichten einer Person aus der DDR-Zeit erzählt werden, macht das Lernen abwechslungsreicher und leichter.“

Das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport unterstützt Vorhaben von allgemein bildenden und berufsbildenden Thüringer Schulen, die am Lernort Schule oder in einem außerschulischen Thüringer Lernort Projekte zur Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur durchführen, mit bis zu 500 Euro. Das bedeutet, Schulen können Zeitzeuginnen und Zeitzeugen oder Referentinnen bzw. Referenten von außerschulischen Lernorten in ihre Schule einladen. Thüringer Schulen haben außerdem die Möglichkeit, über die Staatlichen Schulämter kostenlos Ausstellungen der Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur zu bestellen. Am 9. September 2022 wurde bspw. die Ausstellung "Leseland DDR" im Bildungsministerium eröffnet. Diese Plakatausstellung können Thüringer Schulklassen bis zum 30. Januar 2023 im Ministerium in Erfurt besuchen.

In den vergangenen beiden Jahren beteiligten sich aufgrund der Corona-Pandemie weniger Schülerinnen und Schüler mit Projekten an der Zielvereinbarung.

Die neue Vereinbarung 2022/2023 sieht die Neuerung vor, dass Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 12 bzw. 13 im Rahmen der Schulkonferenz ihre Projektvorschläge zur Zielvereinbarung schulische Vermittlung von DDR-Geschichte einbringen können. Zudem können sich Schülersprecherinnen und Schülersprecher mit Ihren Projekten zur Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur direkt mit den jeweiligen Schulämtern in Verbindung setzen. In den Schulämtern stehen dafür Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung, die über Kooperationsvereinbarungen mit verschiedenen außerschulischen Lernorten in Thüringen verfügen. (z. B. Grenzlandmuseum Eichsfeld in Teistungen, Deutsch-Deutsches Museum in Mödlareuth, Stiftung Point Alpha in Geisa, Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt, Außenstellen des Beauftragten für die Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes in der DDR in Suhl)

Die Zielvereinbarung unterbreitet ein modellhaftes Beispiel für die Planung, Durchführung und Auswertung eines Projektes in der Schule oder in einem außerschulischen Thüringer Lernort. Ein Muster einer solchen Zielvereinbarung zwischen den Schülerinnen und Schülern sowie der Schulleitung liegt zur Unterstützung der Vereinbarung bei.

Zielvereinbarung zwischen dem Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) und der Thüringer Landesschülervertretung (LSV) für das Schuljahr 2022/2023

VORLAGE für eine schulische Zielvereinbarung zur Vermittlung von DDR-Geschichte

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