MIXED UP-Preis der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung geht an Park-Grundschule in Weimar-Ehringsdorf


Erstellt von Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport

Skizze einer Gartenlaube
Zeichnung: Michael Brehme

Die Park-Grundschule in Weimar wird in diesem Jahr mit dem MIXED UP-Preis der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) ausgezeichnet. Der bundesweite Wettbewerb zeichnet die gelungene Zusammenarbeit zwischen Schulen und Partnern der kulturellen Kinder- und Jugendbildung aus. Die Park-Grundschule hat mit ihrem Projekt „Wo wohnt Fantasie?“ überzeugt.

Dazu ließen 51 Drittklässlerinnen und Drittklässler ihrer Kreativität freien Lauf und näherten sich auf diese Weise einem Ort, an dem die Fantasie dauerhaft wohnen kann: eine Laube im Naturgarten ihrer Schule. Entstanden ist ein drei mal sechs Meter großer Holz-Pavillon aus verschiedenen Naturmaterialien wie Holz, Kies, Steinen und Lehm sowie aus recyceltem Material, Flaschen oder Schrott. Die Glaskuppel auf dem Dach und die bemalten Fenster sorgen für buntes Licht. Als Laboratorium, Experimentierraum und Forscherzentrum erweitert die Laube seit dem Sommer 2019 das Bauensemble im Naturgarten.

Dazu Minister Holter: „Toll, was die Kinder zusammen mit ihren Betreuerinnen und Betreuern auf die Beine gestellt haben. Die Holzlaube ist ein Gemeinschaftswerk, auf das alle Beteiligten stolz sein können. Sie fügt sich nicht nur in die Natur des Schulgartens ein, sondern bietet auch dauerhaft Raum für Kreativität und Fantasie. Damit wird die Park-Grundschule nicht nur zum Lern-, sondern auch zum Lebensort. Herzlichen Glückwunsch den kleinen und großen Preisträgerinnen und Preisträgern!“

Die insgesamt neun Preisträgerprojekte des diesjährigen Bundeswettbewerbs werden heute im „Gutenberg Gymnasium Mainz“ vom Bundesjugendministerium, dem Ministerium für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz und der Initiative Austausch macht Schule ausgezeichnet.

Kinder und Jugendliche sollen sich frei entfalten und selbstbestimmt handeln können. Ihnen dafür Raum zu geben, ist ein zentrales Anliegen von Kooperationspartnern der kulturellen Kinder- und Jugendbildung und allgemeinbildenden Schulen bzw. Kindertageseinrichtungen. Sie werden für ihre gemeinsamen Projekte mit dem MIXED UP Preis 2019 geehrt, denn gemeinsam bieten sie ebensolche Freiräume in der Ganztagsbildung – jugendgerecht und partizipativ. Eine Jugend- und eine Fachjury haben aus 29 Finalisten die neun MIXED UP Preisträger 2019 ausgewählt.

Das Projekt an der Park-Grundschule in Weimar-Ehringsdorf

Wie wohnt die Fantasie?

Die Park-Grundschule in Ehringsdorf freut sich mit den Projektbeteiligten über den Gewinn des diesjährigen MIXED UP Preises der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder und Jugendbildung (BKJ) in der Kategorie PARTIZIPATION

Das herausragende kulturpädagogische Konzept sowie die gelungene Form der Zusammenarbeit der Schulgemeinschaft mit Ihren Partnern haben die MIXED UP Jugendjury 2019 begeistert:
„Das Projekt: ‚Wie wohnt die Fantasie?‘ hat uns überzeugt, weil die beteiligten Kinder ihre eigenen Ideen gesammelt haben und diese gemeinsam mit Architekten in der Natur verwirklichen konnten. So ist im Naturgarten der Grundschule eine Laube der Fantasie entstanden, die lange erhalten bleibt und auch von weiteren Schüler*innen genutzt werden kann.“
Was ist eigentlich Fantasie? Wo ist sie zu finden? Und wie sieht ein Ort aus, an dem Lernen ganz fantastisch möglich ist? Die Schülerinnen und Schüler der Parkgrundschule Ehringsdorf haben in einem zweijährigen Projekt Antworten auf diese Fragen gefunden.

Eine Laube im Naturgarten der Schule

Zahlreiche Kinder der Grundschule haben ihrer eigenen Fantasie freien Lauf gelassen und sich auf diese Weise einem Ort genähert, an dem die Fantasie dauerhaft wohnen kann. Die Kultur- und Kunststunde an ihrer Schule haben die Kinder für eine Sinn- und Spinnphase genutzt, um mit einer Künstlerin und einem Architekten ein Modell dieser Laube zu entwerfen. Natur und Ökologie, Kunst und Architektur, Nachhaltigkeit und Recycling – unter diesem thematischen Dach sollte die Laube der Fantasie umgesetzt werden. Nach einer gemeinsamen „Machbarkeitsprüfung“ der Entwürfe ging es in die Umsetzungsphase. Schöpferkraft und Eingebung, Vorstellungskraft und Improvisation wurden also nicht nur thematisiert, sondern auch erfahren.

Entstanden ist ein ca. 25m² großes Bauwerk aus verschiedenen Naturmaterialien wie Holz, Kies, Steinen und Lehm sowie aus recyceltem Material, z.B. farbige Glasflaschen. Die beklebten Fenster mit Fantasiebäumen und Regenbögen in Dach und Wand sorgen für fantastisches Licht. Als Laboratorium, Experimentierraum und Forschungszentrum erweitert die Laube seit Sommer 2019 das Ensemble im Naturgarten und wurde pünktlich zum Tag der offenen Gärten am 2. Juni eröffnet. Zukünftig wird die Laube der Fantasie auch ins Lernkonzept der Schule eingebunden.

Kultur-Kinder repräsentieren das Projekt

„Durch das Beobachten von Werden und Vergehen, Recherchieren von Entwicklung und Veränderung, Sammeln und Ordnen von Materialien, Kommunizieren und Reflektieren sowie Dokumentieren von Erkenntnissen fördert das Projekt Kompetenzen zum handlungsorientierten und forschenden Lernen“, so Ines Küthe, Schulleiterin der Parkgrundschule. Die Kultur-Kinder, kurz KuKis, sind Ansprechpartner für fast alle Belange rund um die Laube. Ausgebildet durch die zuständige Kulturagentin Sybill Hecht haben sie gelernt, ihre Bedürfnisse klar zu formulieren und die Belange der Schüler und Schülerinnen als primäre Nutzergruppe gegenüber der Erwachsenenwelt zu vertreten. Eines steht für Matteo von den KuKis schon jetzt fest: „Die Neuen werden gern in der Laube sein, die Bibliothek nutzen und es bestimmt ganz toll finden“.

Beteiligung erleben

Etwas Besonderes war, fast immer die Kulturpartner*innen ganz nah an der Seite zu wissen für alle Belange, die die jungen Baumeister im Laufe des Bauprozesses hatten. Sie wissen zwar noch nicht, was Partizipation ist. Aber sie sind sich sehr bewusst, wie aktive Beteiligung in der Primarstufe aussieht, denn das haben sie mit dem Kinderbüro der Stadt Weimar analysiert. Celine antwortet auf die Frage „Weißt du was Partizipation ist?“… „ Wenn das was mit unserer Laube zu tun hat, bedeutet es bestimmt so was wie Party, denn wir können wirklich unseren Erfolg feiern.“

Zusammenarbeit gestalten

An dem Projekt arbeiteten Pädagogen und Lehrerinnen, Fachleute verschiedener Gewerke wie Metall und Holz, Stein und Lehm, Landschaftsarchitektur auf Augenhöhe mit den Kindern zusammen. Zur Koordination fanden regelmäßige Projektreffen mit der jeweiligen Gruppe statt, besonders mit der Künstlerin Viktoria Scholz aus Leipzig und dem Architekten Michael Brehme aus Weimar. Es wurden Tandems aus Lehrerinnen und Künstlern gebildet und die notwendigen Arbeitsschritte mit den Kindern abgestimmt.

Aus dem Projekt ist ein Pool von Kunstschaffenden und Fachleuten entstanden, mit dem die Schule zukünftig selbstständig arbeiten kann. Erprobte Formate wie die Kulturstunde, der Werkstatt-unterricht oder die Projektwochen, werden fortgeführt. Das Ergebnis des Projektes ist eine einzigartige Laube der Fantasie.

Informattionen zur Preisverleihung am 21.11.2019 in Mainz

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