Bildungsminister Holter: Vorbehalte gegenüber notwendigen Hygienemaßnahmen in Schulen dürfen nicht auf den Rücken der Kinder ausgetragen werden


Erstellt von Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport

Bildungsminister Helmut Holter hat sich am heutigen Tag entschieden hinter den amtierenden Schulleiter des Goethe-Gymnasiums Ilmenau, Herrn Krämer, gestellt.

Minister Holter und Schulleiter Krämer

Nach Drohungen von mutmaßlichen Corona-Leugnern gegen den Schulleiter sieht Minister Holter eine deutliche Grenze überschritten: „Schule ist ein geschützter Raum. Politische Auseinandersetzungen müssen an anderen Stellen geführt werden."

Am Montag wurde ein Schüler des Gymnasiums auf Grund seiner Verweigerung, eine Mund-Nasen-Bedeckung auf den Fluren des Schulgebäudes zu tragen, der Schule verwiesen. Daraufhin erreichten den Schulleiter nach Aufruf in den Sozialen Netzwerken verschiedentlich Drohungen. Inzwischen ist der ursprüngliche Fall schulintern geklärt.

„Den notwendigen Hygienemaßnahmen in Schulen zu folgen und getroffene Maßnahmen auch hinterfragen zu können, beides muss in einer Demokratie gleichermaßen möglich sein. Aber wir werden nicht zulassen, dass die Schulen zum Konfliktgebiet der gesellschaftlichen Auseinandersetzung in dieser Frage werden. Schulen und Kindergärten sind geschützte Räume für unsere Kinder und Jugendlichen. Sie sollen hier lernen, und wir müssen alles tun, damit das so bleibt. Wir werden nicht zulassen, dass Kinder vorgeschickt werden, um die Ansichten ihrer Eltern zu vertreten. Und wir werden nicht zulassen, dass unsere Lehrkräfte bedroht und unter Druck gesetzt werden. Der vorbeugende Infektionsschutz in den Schulen steht nicht zur Disposition“, machte der Minister bei einem Vor-Ort Besuch in Ilmenau deutlich.

Hintergrund: Das Bildungsministerium beobachtet seit mehreren Tagen eine Zunahme von Aktivitäten mutmaßlicher Corona-Leugner an Schulen des Freistaats. So wurden Schreiben an mehrere Thüringer Schulen verschickt, die auf eine bundesweite Vernetzung hindeuten. Hierin geht es vor allem um die Befreiung von Kindern von der Maskenpflicht, Hygienekonzepte werden in Frage gestellt und teilweise falsche Behauptungen, als wissenschaftliche Erkenntnisse ausgegeben, verbreitet.

Auch sind den Schulämtern Einzelfälle bekannt, in denen mit vorformulierten, gleichlautenden Formularen gegen die Maskenpflicht im Schulgebäude vorgegangen werden soll.

Das Thema wird von Minister Helmut Holter auch bei dem nächsten Telefonat der Kultusminister am Freitag auf Bundesebene angesprochen werden.

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