Universitäre Lehrerausbildung

Innerhalb der ersten Phase der Lehrerbildung sollen die Studierenden unter Einbeziehung schulpraktischer Studienanteile die wissenschaftlichen oder wissenschaftlich-künstlerischen Grundlagen für eine qualifizierte berufliche Tätigkeit als Lehrer erwerben und zur Organisation eines eigenständigen lebenslangen Lernens motiviert und befähigt werden.

Das Studium an einer Universität oder gleichgestellten Hochschule endet mit der Ersten Staatsprüfung für ein schulartbezogenes Lehramt oder mit einem lehramtsbezogenen, konsekutiven Masterabschluss.

In Thüringen werden Studiengänge für folgende Lehrämter angeboten:

Im Thüringer Lehrerbildungsgesetz werden für die einzelnen Lehrämter landesspezifische Rahmenvorgaben festgelegt.
Alle Studiengänge sind inhaltlich und organisatorisch in Module gegliedert und – als quantitative Maßeinheit für den Studienaufwand – mit einem Leistungspunktesystem versehen.

Studiengänge, die mit der Ersten Staatsprüfung für ein Lehramt abschließen, werden als Lehramtsstudiengang bezeichnet. Für die Durchführung und Organisation der Ersten Staatsprüfung sind die Außenstellen des Landesprüfungsamtes in Erfurt und Jena zuständig.

Lehramtsbezogene Studiengänge schließen mit einem Bachelor- oder Mastergrad ab. Die Durchführung und Organisation von Studium und Prüfung liegt in Verantwortung der jeweiligen Universität oder gleichgestellten Hochschule.
 

Lehramt an Grundschulen

Das Studium für das Lehramt an Grundschulen umfasst neben den Bildungswissenschaften fachwissenschaftliche und fachdidaktische Studienanteile für die Fächer

  • Deutsch,
  • Mathematik,
  • Heimat- und Sachkunde sowie
  • ein von den Studierenden gewähltes Prüfungsfach (Englisch, Ethik, Französisch, Kunsterziehung, Musik, Evangelische Religionslehre, Katholische Religionslehre, Russisch, Schulgarten, Sport oder Werken).

Eines der Fächer wird als Schwerpunktfach studiert, das den Einsatz als Lehrer über die Grundschule hinaus ermöglicht.
Schulpraktische Studien sowie Studienanteile zur Sprecherziehung, musisch-rhythmischen und künstlerisch-ästhetischen Erziehung und für den Grundschullehrer relevante Kenntnisse aus der Sonder- und Sozialpädagogik sind in das Studium zu integrieren.

Das Studium wird an der Universität Erfurt in Form lehramtsbezogener Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten. Es umfasst derzeit

  • ein Bachelor-Studium von sechs Semestern Dauer sowie
  • ein Master-Studium Lehramt Grundschule von vier Semestern Dauer, einschließlich eines einsemestrigen komplexen Schulpraktikums.

Studierende, die an der Universität Erfurt noch im früheren Lehramtsstudiengang immatrikuliert sind, können das Studium mit der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Grundschulen abschließen. Zuständig dafür ist das Landesprüfungsamt für Lehrämter.

Nähere Informationen zu den Studiengängen und zur Studienberatung sind den Webseiten der Universität Erfurt  zu entnehmen. 
 

Lehramt an Regelschulen

Der Studiengang für das Lehramt an Regelschulen umfasst neben den Bildungswissenschaften Studienanteile in zwei Prüfungsfächern einschließlich deren Fachdidaktiken. Schulpraktische Studien sowie Studienanteile zur Sprecherziehung und für den Regelschullehrer relevante Kenntnisse aus der Förder- und Sozialpädagogik sind in das Studium zu integrieren.

Das Studium für das Lehramt an Regelschulen ist an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und an der Universität Erfurt möglich.

An der  Friedrich-Schiller-Universität Jena wird seit Wintersemester 2007/2008 ein Lehramtsstudiengang nach dem Jenaer Modell mit modularisiertem Studienaufbau angeboten. Neben einem Eingangspraktikum absolvieren alle Lehramtsstudierenden ein Praxissemester. Insgesamt umfasst das Studium neun Semester und schließt mit der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Regelschulen ab.

Folgende Fächer können gewählt werden:
Biologie, Chemie, Deutsch, Englisch, Ethik, Französisch, Geografie, Geschichte, Informatik, Mathematik,  Physik, Evangelische Religionslehre, Katholische Religionslehre (in Kooperation mit der  Universität Erfurt), Russisch, Sozialkunde, Sport.

Bei der Wahl der Fächer sind die zulässigen Fachkombinationen entsprechend der Thüringer Verordnung über die Fächer und die Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Regelschulen (ThürEStPLRSVO) zu beachten.

Weiterhin können Prüfungen in den Drittfächern Astronomie, Deutsch als Zweit- und Fremdsprache, Italienisch und Spanisch abgelegt werden.

Zuständig für die Organisation und Durchführung der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Regelschulen ist die  Außenstelle des Landesprüfungsamtes Jena
 



Das Studium an der  Universität Erfurt wird in Form lehramtsbezogener Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten. Es umfasst derzeit

  • ein Bachelor-Studium von sechs Semestern Dauer sowie
  • ein Master-Studium Lehramt Regelschule von vier Semestern Dauer, einschließlich eines einsemestrigen komplexen Schulpraktikums.  

Für das Studium an der Universität Erfurt werden folgende Fächer angeboten:
Deutsch, Englisch, Ethik, Französisch, Geschichte, Kunsterziehung, Mathematik, Musik, Evangelische Religionslehre, Katholische Religionslehre, Russisch, Sozialkunde, Sport, Wirtschaftslehre/Technik.

Bei der Wahl der Fächer sind die zulässigen Fachkombinationen entsprechend der  Thüringer Verordnung über die Fächer und die Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Regelschulen (ThürEStPLRSVO) zu beachten.

Studierende, die an der Universität Erfurt noch im früheren Lehramtsstudiengang immatrikuliert sind, können das Studium mit der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Regelschulen abschließen. Zuständig dafür ist das Landesprüfungsamt für Lehrämter.

Nähere Informationen zu den Studiengängen und zur Studienberatung sind den Webseiten der Hochschulen zu entnehmen:
 Übersicht aller Hochschulen

Lehramt an Gymnasien

Der Studiengang für das Lehramt an Gymnasien umfasst neben den Bildungswissenschaften Studienanteile in zwei Prüfungsfächern einschließlich deren Fachdidaktiken. Schulpraktische Studien sowie Studienanteile zur Sprecherziehung und für den Gymnasiallehrer relevante Kenntnisse aus der Förder- und Sozialpädagogik sind in das Studium zu integrieren.

Das Studium für das Lehramt an Gymnasien ist an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, an der Bauhaus-Universität Weimarund an der Hochschule für Musik Franz LisztWeimar möglich.


An der Friedrich-Schiller-Universität Jena wird seit Wintersemester 2007/2008 ein Lehramtsstudiengang nach dem Jenaer Modell mit modularisiertem Studienaufbau angeboten. Neben einem Eingangspraktikum absolvieren alle Lehramtsstudierenden ein Praxissemester. Insgesamt umfasst das Studium zehn Semester und schließt mit der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien ab.

Folgende Fächer können gewählt werden:
Biologie, Chemie, Deutsch, Englisch, Ethik/Philosophie, Französisch, Geografie, Geschichte, Griechisch, Informatik, Kunsterziehung (in Kooperation mit der Bauhaus-Universität Weimar), Latein, Mathematik, Musik (in Kooperation mit der Hochschule für Musik Weimar),  Physik, Evangelische Religionslehre, Katholische Religionslehre (in Kooperation mit der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt), Russisch, Sozialkunde, Spanisch, Sport, Wirtschaftslehre/Recht. Kunsterziehung kann auch als Doppelfach belegt werden.

Bei der Wahl der Fächer sind die zulässigen Fachkombinationen entsprechend der Thüringer Verordnung über die Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien (ThürEStPLGymVO)
zu beachten.

Weiterhin können Prüfungen in den Drittfächern Astronomie, Deutsch als Zweit- und Fremdsprache und Italienisch abgelegt werden.

Zuständig für die Organisation und Durchführung der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien ist die Außenstelle des Landesprüfungsamtes Jena.


Für das Doppelfach Musik bietet die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar seit Wintersemester 2004/2005 einen lehramtsbezogenen Studiengang in Kooperation mit der Universität Erfurt an. Er umfasst derzeit

  • ein Bachelor-Studium von sechs Semestern Dauer sowie
  • ein Master-Studium von vier Semestern Dauer.

Nähere Informationen zu den Studiengängen und zur Studienberatung sind den Webseiten der Hochschulen zu entnehmen:
 Übersicht der Hochschulen

Lehramt an berufsbildenden Schulen

Der Studiengang für das Lehramt an berufsbildenden Schulen umfasst neben den Bildungswissenschaften Studienanteile in einer beruflichen Fachrichtung (1. Fach) sowie in einem allgemein bildenden Fach oder einer speziellen oder weiteren beruflichen Fachrichtung (2. Fach) einschließlich deren Fachdidaktiken. Schulpraktische Studien sowie Studienanteile zur Sprecherziehung und für den Berufsschullehrer relevante Kenntnisse aus der Förder- und Sozialpädagogik sind in das Studium zu integrieren.

Vor Aufnahme des Vorbereitungsdienstes ist weiterhin eine auf die berufliche Fachrichtung bezogene fachpraktische Tätigkeit im Umfang von 12 Monaten oder eine einschlägige Berufsausbildung nachzuweisen.

Das Studium für das Lehramt an berufsbildenden Schulen wird in folgenden Fächern angeboten:

Bauhaus-Universität Weimar

  • berufliche Fachrichtung: Bautechnik
  • Zweitfächer: Informatik, Mathematik

Technische Universität Ilmenau

  • berufliche Fachrichtungen: Elektrotechnik, Metalltechnik
  • Zweitfächer: Chemie, Informatik, Mathematik, Mechatronik, Physik, Wirtschaftslehre

Universität Erfurt

  • Bildungswissenschaften
  • Zweitfächer: Deutsch, Englisch, Französisch, Philosophie, Evangelische Religionslehre, Katholische Religionslehre, Sozialkunde, Sport

Friedrich-Schiller-Universität Jena

  • Bildungswissenschaften (Wirtschaftspädagogik)
  • berufliche Fachrichtung: Wirtschaft und Verwaltung
  • Zweitfächer: Deutsch, Englisch, Ethik, Evangelische Religionslehre, Französisch, Informatik, Mathematik, Sozialkunde, Sport

Zum Wintersemester 2008/2009 wurde der in Kooperation der Bauhaus-Universität Weimar, der Technischen Universität Ilmenau und der Universität Erfurt angebotene Lehramtsstudiengang durch lehramtsbezogene Bachelor- und Masterstudiengänge ersetzt, die

  • ein Bachelor-Studium von sechs Semestern Dauer an der Bauhaus-Universität Weimar oder der Technischen Universität Ilmenau sowie
  • ein Master-Studium „Magister-Programm Lehramt berufsbildende Schule“ von vier Semestern Dauer an der Universität Erfurt umfasst.

Studenten, die noch in den bisherigen Lehramtsstudiengängen immatrikuliert sind, können das Studium mit der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an berufsbildenden Schulen abschließen. Zuständig dafür ist das Landesprüfungsamt für Lehrämter.

Für die berufliche Fachrichtung „Wirtschaft und Verwaltung“ in Kombination mit einem Zweitfach werden an der Friedrich-Schiller-Universität Jena lehramtsbezogene Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten, die derzeit

  • ein Bachelor-Studium Wirtschaftswissenschaften von sechs Semestern Dauer sowie
  • ein Master-Studium Wirtschaftspädagogik von vier Semestern Dauer

umfassen. Im Rahmen der Studiengänge ist jeweils die Studienvariante Wirtschaftspädagogik II mit einem der oben genannten allgemein bildenden Unterrichtsfächer mit dem Abschluss „Master of Education“ zu wählen.
 

Nähere Informationen zu den Studiengängen und zur Studienberatung sind den Webseiten der Universitäten zu entnehmen:
 Übersicht der Thüringer Hochschulen

Lehramt für Förderpädagogik

Der Studiengang für das Lehramt für Förderpädagogik umfasst neben den Bildungswissenschaften Studienanteile in sonderpädagogischen Grundlagen und zwei sonderpädagogischen Fachrichtungen sowie in mindestens zwei allgemein bildenden Fächern einschließlich deren Fachdidaktiken, darunter Deutsch oder Mathematik. Schulpraktische Studien sowie Studienanteile zur Sprecherziehung sind in das Studium zu integrieren.


Das Studium für das Lehramt für Förderpädagogik erfolgt an der Universität Erfurt und ist in folgenden sonderpädagogischen Fachrichtungen möglich:

  • Pädagogik bei geistiger Behinderung
  • Pädagogik bei Lernbeeinträchtigung
  • Pädagogik bei Beeinträchtigung im Verhalten.

Seit dem Wintersemester 2008/2009 werden grundständige lehramtsbezogene Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten, die

  • ein Bachelor-Studium von sechs Semestern Dauer und
  • ein Master-Studium „Magister-Programm Lehramt Förderpädagogik“ von vier Semestern Dauer umfassen.

Das bisherige Aufbaustudium mit dem Abschluss der Ersten Staatsprüfung wird durch einen weiterbildenden Master-Studiengang von vier Semestern Dauer ersetzt.

Nähere Informationen zu den Studiengängen und zur Studienberatung sind den Webseiten der  Universität Erfurt  zu entnehmen.
 

Perspektiven im Lehramt

Informationen zur Einstellungvon Lehrkräften in Thüringen

Stand: August 2016

1. Studienwahl: Lehrerberuf

Sie stehen vor der Entscheidung, welchen Beruf Sie für viele Jahre ausüben möchten. Sie wollen in Ihrem zukünftigen Beruf gerne und erfolgreich arbeiten. Und Sie erwarten nach der Ausbildung schnell eine Einstellung.

Sie arbeiten gern mit Kindern und Jugendlichen? Sie können andere für Ihre Themen begeistern? Sie sind kommunikativ, belastbar und flexibel. Sie sind bereit für lebenslanges Lernen? Dann sollten Sie herausfinden, ob der Lehrerberuf für Sie der richtige ist.

Er ist facettenreich, anspruchsvoll und zukunftsorientiert und umfasst die fächerübergreifende Vermittlung von Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz so wie die aktive Beteiligung an Schulentwicklungsprozessen. Das Spektrum umfasst sieben Schularten, mehr als 30 Fächer der Stundentafeln der allgemein bildenden Schulen bzw. mehr als 300 Fächer in mehr als 30 Berufsfeldern der berufsbildenden Schulen.

Interesse für die Inhalte einzelner Fächer ist Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss des Studiums und des Vorbereitungsdienstes. Ohne dieses Interesse wird es Ihnen kaum gelingen, die Schüler im späteren Berufsalltag für dieses Fach zu begeistern.

Die Wahl der Schulart und der Ausbildungsfächer sollte mit Blick auf persönliche Neigungen und Interessen aber auch auf Einstellungschancen getroffen werden.

Wesentliche Parameter für die Einstellungschancen sind der Personalbedarf für die Schulart, das Fach, die Region und der Zeitpunkt. Diese können als Entscheidungshilfe prognostiziert werden. Die Einstellungschancen hängen aber auch stark von der Bewerbungssituation ab. Die Anzahl der Mitbewerberinnen und Mitbewerber und deren Qualifikation können nur unmittelbar vor einer Einstellungskampagne erfasst werden. Sie sind demzufolge keine Entscheidungshilfe.

Die in dieser Broschüre vorliegende Prognose soll Sie bei Ihrer Entscheidung für eine Schulart und für Fächer unterstützen oder Sie auf mögliche Wartezeit hinweisen.

2. Prognose des Lehrerbedarfs

Die Prognose schreibt die aktuellen Bedingungen mit prognostizierten Parametern fort. Wie bei jeder Prognose, können die modellhaft errechneten Werte keine verbindliche Aussage über die zukünftige Schulwirklichkeit geben. Sie können aber dennoch aufzeigen, wie die Entwicklung unter den getroffenen Annahmen voraussichtlich verlaufen wird.

Parameter:

  • Die Zahlen der Schülerinnen und Schüler werden der aktuellen koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung entnommen. Es wird davon ausgegangen, dass der prozentuale Anteil der Schülerschaft in den Schularten konstant bleibt. Akute Einflüsse können nicht prognostiziert werden.
  • Die aktuellen Stundentafeln werden für die Prognosen verwendet. Künftige Entwicklungen können nicht berücksichtigt werden.
  • Der Einstellungsbedarf in den Schularten und in den Fächern wird anhand der prognostizierten Schüleranzahlen und der aktuellen Rahmenbedingungen (z. B. Stundentafel) prognostiziert. Etwaige künftige Änderungen der Schüleranzahl und der Rahmenbedingungen können nicht berücksichtigt werden.
  • Die eigenen Leistungen des Bewerbers in der Ausbildung und eventuelle persönliche Zusatzqualifikationen können nicht prognostiziert werden.
  • Der Anzahl der Mitbewerberinnen und Mitbewerber sowie deren Leistungen in der Ausbildung können nicht prognostiziert werden.
  • Die persönliche Flexibilität in Bezug auf die Schulart, Fächer und den Einsatzort liegen in der Entscheidung des Bewerbers.
  • Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Entwicklungen können nicht prognostiziert werden.
  • Der Personalbedarf in anderen Ländern kann nicht prognostiziert werden.
  • Unsichere Faktoren, die nicht berücksichtigt werden können, sind beispielsweise Änderung des Beschäftigungsumfanges oder der Pflichtstundenzahl für Lehrkräfte, Änderungen der Klassenteiler und Veränderungen des Schulnetzes. Auch Annahmen zur haushaltspolitisch relevanten Frage der Stellenentwicklung unterliegen gewissen Unsicherheiten.

3. Einstellungschancen für Lehrämter in Thüringen

Die persönliche Einstellungschance wird von Faktoren beeinflusst, die nur teilweise prognostizierbar sind. Eine automatische oder pauschale Jobgarantie für Abiturienten und Abiturientinnen, die jetzt ihr Lehramtsstudium beginnen und sich in sechs bis acht Jahren um eine Einstellung bewerben, gibt es nicht!

Bei der Wahl der Schulart und der Ausbildungsfächer sollten neben Einstellungschancen auch persönliche Neigungen und Interessen berücksichtigt werden. Interesse für die Inhalte einzelner Fächer ist Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss des Studiums und des Vorbereitungsdienstes. Ohne dieses Interesse wird es Ihnen kaum gelingen, die Schülerinnen und Schüler im späteren Berufsalltag für diese Fächer zu begeistern.

Die Ihnen vorliegende Prognose kann Sie dabei unterstützen, Ihre Vorstellungen zu Schulart und Ausbildungsfächern zu bestätigen und ein Studium zu beginnen. Es werden aber Konstellationen aufgezeigt, die Sie ermutigen können, Kompromisse zwischen Lehramt, Fächern oder möglicher Wartezeit in Abhängigkeit von den erbrachten Leistungen zu schließen.

Für Abiturientinnen und Abiturienten werden sich die Chancen auf Einstellung in den Schuldienst über die Mangelfächer hinaus in den nächsten Jahren verbessern. Ursachen dafür sind die ansteigenden Schülerzahlen und das durch Arbeitszeitmodelle bzw. altersbedingte Ausscheiden der Lehrkräfte aus dem Schuldienst.

Es ist jedoch niemand in der Lage, Einstellungsgarantien zu geben!

Die Ihnen mit dieser Broschüre vorliegenden schulart- und fächerspezifischen Prognosen, die periodisch aktualisiert werden, sind allerdings dazu geeignet, Ihre persönlichen Interessen an den prognostizierten Bedingungen zu messen. Bei Kompatibilität werden Sie nach dem Studium sehr gute Chancen für die Einstellung in den Vorbereitungsdienst und die anschließende Einstellung in den Thüringer Schuldienst vorfinden.

Perspektiven Lehramt Einstellungschance

​3.1. Einstellungsbedarf: Relation der Schularten

Der Bedarf in den Schularten hängt von der Schüleranzahl und dem Umfang der Stundentafel ab. Die Anzahl der Einstellungen hängt vom Personalbestand der Schularten ab. Es gibt Unterschiede zwischen den Schulamtsbereichen.

In Diagramm 1 wird die Relation des Bedarfs der Schularten dargestellt. Der Gemeinsame Unterricht ist in der Angabe zur Förderschule enthalten. Die Thüringer Gemeinschaftsschule ist den Basisschularten der Lehrerausbildung enthalten.

Dem Bedarf der Schularten steht die Anzahl der Bewerberinnen und Bewerber um eine Einstellung in den Thüringer Schuldienst gegenüber (Diagramm 2).

Perspektiven Lehramt Diagramme

Vergleicht man Bedarfs- und Bewerberprognose, stellt man fest, dass für das Gymnasium und die berufsbildende Schule ein rechnerisches Überangebot besteht. Dagegen sind die Einstellungschancen für Grund-, Regel- und Förderschulen gut. Diese Aussage hat aber nur unter der Bedingung gültig, dass sich das Wahlverhalten der Bewerberinnen und Bewerber nicht grundlegend ändert.

Diese Feststellung gilt für die Schularten nur als Summe über alle Fächer. Innerhalb der Schularten unterscheidet sich die Einstellungschance für die Fächer erheblich! 6

3.2. Einstellungsbedarf: Relation der Fächer

Der Bedarf in den Fächern hängt von der Schüleranzahl und dem Umfang des Fachs in der Stundentafel ab. Die Anzahl der Einstellungen wird darüber hinaus auch vom Personalbestand der Fächer und den regionalen Gegebenheiten im Schulamtsbereich beeinflusst.

Im Bereich der berufsbildenden Schulen wird es aufgrund altersbedingter Abgänge von Lehrkräften einen hohen Bedarf geben. Dies gilt besonders für die duale Ausbildung (Berufsschulen). Wer sich für das Lehramt an berufsbildenden Schulen interessiert, hat gute Chancen, wenn er zum Beispiel Metalltechnik, Informatik, KFZ-Technik, Mechatronik, Wirtschaft und Verwaltung oder weitere Berufsfelder belegt. Hinzu kommtein allgemeinbildendes Studienfach (z. B. Sprachen, Sport, Religionslehre).

Für die Lehrämter an Regelschulen und Gymnasien sollte die gewählte Fächerkombination ein Fach mit einem hohen Anteil an Wochenstunden in der Thüringer Stundentafel, wie z. B. Deutsch, Englisch, Mathematik oder Sport beinhalten. Die Lehrereinsatzplanung an der Schule wird dadurch flexibel. Für die Lehrkraft ergibt sich an der Einzelschule eine hohe Verwendungsbreite, weil auch an kleinen Schulen meist genügend Stunden für diese Kombinationen zur Verfügung stehen. Das Studium eines weiteren Fachs erhöht die Flexibilität bei der Einstellung in den Schuldienst und bei der Personalplanung der Schule.

4. Die aktuellen Einstellungszahlen

Einstellungen in den Thüringer Schuldienst werden im Rahmen der jährlich nach dem Landeshaushalt verfügbaren Stellen und Mittel vorgenommen. In den Jahren 2016 und 2017 werden jeweils 500 Lehrerinnen und Lehrer unbefristet eingestellt. Zusätzlich werden befristete Einstellungen zur allgemeinen Unterrichtsabsicherung und zur Sprachförderung von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache vorgenommen.

Befristet eingestellte Lehrkräfte können ihre Chancen im Verfahren für unbefristete Einstellung durch die befristete Tätigkeit verbessern. Näheres ist in den Einstellungsrichtlinien (sihe 8. Linkliste) nachzulesen.

5. Eingruppierung

Entgeltgruppe*, Stand: 24. Februar 2016, nach Schulart

Grundschule, Regelschule, Gemeinschaftsschule: E 11
Förderschule, Gymnasium, Gemeinschaftsschule**, berufsbildende Schule: E 13

* Lehrkräfte mit Zweiter Staatsprüfung für das jeweilige Lehramt
** Einsatz in der gymnasialen Oberstufe

6. Phasen der Lehrerbildung in Thüringen

Die Lehrerausbildung gliedert sich in drei Phasen. Dabei dienen die ersten beiden Phasen der Lehrerausbildung und die dritte Phase der Lehrerfort- bzw. Lehrerweiterbildung .

6.1. Erste Phase: Studium

Das wissenschaftlich oder wissenschaftlich-künstlerische Studium endet mit der Ersten Staatsprüfung für ein schulartbezogenes Lehramt oder mit einem lehramtsbezogenen, konsekutiven Bachelor-/Masterabschluss oder mit einem lehramtsbezogenen, vierjährigen Bachelorabschluss. Die folgenden Thüringer Hochschulen vermitteln in den eingerichteten Studiengängen die wissenschaftlichen oder wissenschaftlich-künstlerischen Grundlagen zum Erwerb einer Lehramtsbefähigung:

  • Universität Erfurt,
  • Friedrich-Schiller-Universität Jena,
  • Bauhaus-Universität Weimar,
  • Technische Universität Ilmenau,
  • Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar.

6.2. Zweite Phase: Vorbereitungsdienst

Der schulartbezogene Vorbereitungsdienst wird mit einer Zweiten Staatsprüfung für ein schulartbezogenes Lehramt (Lehramtsbefähigung) abgeschlossen.

In diesem Abschnitt ist die direkte Ausbildung an einer Schule, das heißt auch das eigenständige Unterrichten, wesentlicher Bestandteil. Für die Durchführung der pädagogisch-praktischen Ausbildung für ein Lehramt im Vorbereitungsdienst sind die staatlichen Studienseminare für Lehrerausbildung in Zusammenarbeit mit den Schulämtern und den Ausbildungsschulen verantwortlich.

6.3. Dritte Phase: Fort- und Weiterbildungen

Die Lehrerfortbildung setzt berufsbegleitend mit der Einstellung in den Schuldienst ein und währt bis zum Ausscheiden aus diesem. In dieser Phase werden die in der Ausbildung erworbenen beruflichen Qualifikationen gepflegt und erweitert. Alle Lehrkräfte sind zur Fortbildung verpflichtet. Die ersten beiden Berufsjahre des Lehrers (Berufseingangsphase) sowie die Entwicklung von Führungskräften bilden eigene Schwerpunkte.

Die Lehrerweiterbildung hingegen ist in der Regel berufsbegleitend organisiert und zielt auf den Erwerb einer zusätzlichen Lehrbefähigung oder einer Unterrichtserlaubnis in einem weiteren Fach oder in einer Fachrichtung derselben Schulart oder in einer anderen Schulart oder den Erwerb einer zusätzlichen pädagogischen Befähigung. Sie dient außerdem der berufsbegleitenden Nachqualifikation von im staatlichen Schuldienst eingestellten Lehrkräften.

7. Lehrämter in Thüringen

Das Thüringer Schulsystem bietet mit seiner Vielfalt für jeden Schüler die richtige Schule. Das gegliederte Schulsystem hat sich seit seinem Bestehen bewährt. Für alle Schülerinnen und Schüler ist die vierjährige Grundschule Basis der Allgemeinbildung. Mit der Regelschule, dem achtjährigen Gymnasium, dem Gemeinsamen Unterricht und einer differenzierten Berufsbildung in den berufsbildenden Schulen wurde eine weiterführende, zukunftsfähige Schulstruktur geschaffen, die in Thüringen große Akzeptanz und viel Anerkennung gefunden hat.

Die Lehrerausbildung ist schulartbezogen strukturiert. Das Studium findet an den in Abschnitt 6 erwähnten Hochschulen statt. In Thüringen werden die folgenden Lehrämter ausgebildet:

  • das Lehramt an Grundschulen,
  • das Lehramt an Regelschulen,
  • das Lehramt an Gymnasien,
  • das Lehramt an berufsbildenden Schulen,
  • das Lehramt für Förderpädagogik.

An der Thüringer Gemeinschaftsschule können Lehrer mit der Ausbildung für die Lehrämter Grundschule, Regelschule und Gymnasium entsprechend ihrem Einsatz eingestellt werden.

7.1. Lehramt an Grundschulen

Lehrerinnen und Lehrer mit diesem Lehramt können an Grundschulen sowie Gemeinschaftsschulen unterrichten. Die Ausbildung beinhaltet neben den Bildungswissenschaften fachwissenschaftliche und fachdidaktische Studienanteile für die Fächer Deutsch und Mathematik sowie ein von den Studierenden gewähltes Prüfungsfach (Heimat- und Sachkunde, Sport, Schulgarten, Werken, Ethik, Kunsterziehung, Musik, Englisch, Evangelische Religionslehre, Katholische Religionslehre, Französisch, Russisch).

7.2. Lehramt an Regelschulen

Lehrerinnen und Lehrer mit diesem Lehramt können an Regelschulen, Gesamtschulen sowie Gemeinschaftsschulen unterrichten. Die Ausbildung beinhaltet Erziehungswissenschaften (Allgemeine Didaktik, Psychologie, Pädagogik, Pädagogische Soziologie) und zwei Prüfungsfächer mit Fachdidaktik.

7.3. Lehramt an Gymnasien

Lehrerinnen und Lehrer mit diesem Lehramt können an Gymnasien, Gemeinschaftsschulen, Gesamtschulen, Kollegs sowie beruflichen Gymnasien unterrichten. Studiert werden Erziehungswissenschaften (Allgemeine Didaktik, Psychologie, Pädagogik, Pädagogische Soziologie) und zwei Prüfungsfächer mit Fachdidaktik.

7.4. Lehramt an berufsbildenden Schulen

Das Studium umfasst Erziehungswissenschaften, ein Berufsfeld (z. B. Metalltechnik, Elektrotechnik, Bautechnik) sowie ein zweites Fach (z. B. Chemie, Deutsch, Englisch, evangelische Religionslehre, Französisch, Informatik, katholische Religionslehre, Mathematik, Mechatronik, Philosophie, Physik, Sport, Sozialkunde oder Wirtschaftslehre).

7.5. Lehramt für Förderpädagogik

Lehrerinnen und Lehrer mit diesem Lehramt können an Förderschulen sowie im Gemeinsamen Unterricht an Grund-, Gemeinschafts- und Regelschulen sowie Gymnasien unterrichten. Das Studium umfasst zwei der sonderpädagogischen Fachrichtungen Pädagogik bei geistiger Behinderung, Lernbeeinträchtigung, Beeinträchtigung im Verhalten, Beeinträchtigung der Sprache und Kommunikation, Hörbeeinträchtigung, Sehbeeinträchtigung und Beeinträchtigung in der körperlichen und motorischen Entwicklung. Es vermittelt fachwissenschaftliche und fachdidaktische Grundlagen für zwei allgemein bildende Unterrichtsfächer (Deutsch, Englisch oder Mathematik), die für eine Zulassung zum Magisterstudiengang „Lehramt für Förderpädagogik" notwendig sind.

8. Linkliste

Einstellungsrichtlinien in den Thüringer Schuldienst
www.thueringen.de/th2/tmbjs/bildung/lehrer/index.aspx

Tarifvertrag, Entgeltrechner
www.oeffentlicher-dienst.info/tv-l/ost

Informationen zur Lehrerausbildung
www.lehrer-werden.fwu.de

Informationen zur Lehrerbildung
www.schulportal-thueringen.de/web/guest/lehrerbildung

KMK: Lehrerinnen und Lehrer, Lehrerbedarf
www.kmk.org/themen/allgemeinbildende-schulen/lehrkraefte.html

Thüringer Personalentwicklungskonzept SCHULE
www.thueringen.de/th2/tmbjs/aktuell/aktuelles/daten/72862/index.aspx

„Selbsterkundungs-Check" für Lehrer
www.cct-germany.de/de/3/pages/index/39

Stellenausschreibungen in Thüringen
www.thueringen.de/th2/tmbjs/aktuell/stellen/index.aspx

Thüringer Vorbereitungsdienst
www.thueringen.de/th2/tmbjs/bildung/lehrer/index.aspx/lehrerbildung/vorbereitungsdienst

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