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GUT GEHT'S

Gesundheitsmanagement an Thüringer Schulen

Logo Gut geht's: Ein stilisierter Baum

Gesundheitsförderung

Die Gesundheitsförderung als komplexer Prozess verbessert mit verschiedenen Maßnahmen die Gesundheit des Einzelnen bzw. die Gesundheit der Organisation. Während der Arbeitsschutz im schulischen Bereich und das Integrative Personalmanagement für den Arbeitgeber gesetzlich verpflichtend sind, sind Maßnahmen der Gesundheitsförderung ein wichtiges Anliegen der Dienststellenleitungen und deshalb im § 47 des Thüringer Schulgesetzes formuliert.

Arbeitsschutz

Integratives Personal-management 

Gesundheitsförderung

  • Sicherheit und Gesundheit am
    Arbeitsplatz
  • Suchtprävention und
    Suchtkrankenhilfe
  • langzeiterkrankte Beschäftigte
  • Behinderung/
    Schwerbehinderung
  • Klima und Kultur
  • Kooperation und Kommunikation
  • Führungshandeln
  • Arbeitsorganisation
  • Aus-, Fort- und Weiterbildung
  • gute gesunde Schule

 

Präventionsleistungen für das pädagogische Personal

Anonymes Beratungsangebot

Darstellung eines Beratungsgesprächs mit der Überschrift psychosoziale Beratung

Im Rahmen der psychosozialen Beratung erhält das pädagogische Personal die Möglichkeit, vertrauenesvoll und ohne Terminvereinbarung mit den Arbeitspsychologen der MAS GmbH telefonisch in Kontakt zu treten und ein anonymisiertes Erstgespräch zu führen. Ziel ist es, individuelle Herausforderungen zu erkennen und praktikable Lösungsansätze zu entwickeln.

Die Hotline steht montags und donnerstags in der Zeit von 8:00 - 16:00 Uhr zur Verfügung.

Präventionsmaßnahmen für das Kollegium

Das Gesundheitsmanagament GUT GEHT´S ist sich der vielseitigen Herausforderungen und Belastungen in der pädagogischen Arbeit bewusst und stellt den Schulen unterschiedliche präventive Workshopangebote zur Verfügung. Diese sind überwiegend als Gruppenangebote für bis zu 20 Teilnehmende konzipiert und in der zeitlichen Umsetzung flexibel.

Im Fokus stehen die Erhaltung, Förderung und Verbesserung der individuellen Gesundheit sowie die Stärkung des eigenen Gesundheitsbewusstseins durch die Vermittlung fachlicher Inhalte und praktischer Übungen.

Die Inanspruchnahme der folgenden Leistungen ist kostenfrei und wird über die Fachkräfte für Arbeitssicherheit an den Staatlichen Schulämtern koordiniert.

Grundlagen der Resilienz

Inhalt:

  • Was ist Resilienz?
  • Annehmen, was ist, und eine optimistische Perspektive entwickeln
  • Vertrauen in die eigene Wirksamkeit haben
  • Achtsam sein und mit Energien haushalten
  • Verbunden sein und Unterstützung holen
  • Ziel fokussieren und Zukunft gestalten
  • Handlungsorientierte Lösungen entwickeln und anwenden

zeitliche Umsetzung:

Der Workshop kann als Halbtagsworkshop (4 Stunden) oder zweitägiger Kurzworkshop (2 Stunden) gebucht werden.

Kompetent mit alltäglichen Belastungen umgehen - Stressmanagement

Inhalt:

  • Was genau ist Stress?
  • Physische und psychische Reaktionen bei Stress
  • Stressquellen und -fallen aufdecken
  • Stressverschärfende Einstellungen erkennen und verändern
  • Techniken der mentalen Stressbewältigung erlernen
  • Erholung und Entspannung

zeitliche Umsetzung:

Der Workshop kann als Ganztagesworkshop (6 Stunden) oder zweitägiger Kurzworkshop (jeweils 3 Stunden) gebucht werden.

Achtsamkeit im Alltag

Inhalt:

  • Achtsamkeit - Was ist das?
  • Hirnphysiologische Prozesse, die durch Achtsamkeit erreicht werden können
  • Praktizieren verschiedener Achtsamkeitsübungen
  • Stressreaktionen frühzeitig erkennen
  • Achtsamkeitspraxis im Alltag verankern
  • zeitliche Umsetzung:

zeitliche Umsetzung:

Der Workshop kann als Halbtagesworkshop (4 Stunden) oder zweitägiger Kurzworkshop (2 Stunden) gebucht werden.

Stressfrei kommunizieren - Effektiv Gespräche führen

Inhalt:

  • Grundlagen der Kommunikationspsychologie
  • Aktives Zuhören
  • Gesprächsführungstechniken, insbesondere gewaltfreie Kommunikation
  • Feedback geben - ohne zu verletzen

zeitliche Umsetzung:

Der Workshop kann als Ganztagesworkshop (6 Stunden) oder zweitägiger Kurzworkshop (jeweils 3 Stunden) gebucht werden.

Gesunder Umgang mit Konflikten - Einen kühlen Kopf bewahren

Inhalt:

  • Verbesserung des theoretischen Wissens über Kommunikationsprozesse
  • Reflexion eigener Verhaltensweisen
  • Innere Konflikte aufspühren - Emotionsmanagement
  • Konfliktstrategien sowie Fördern und Fordern kooperativen Verhaltens
  • Fallarbeit

zeitliche Umsetzung:

Der Workshop kann als Ganztagesworkshop (6 Stunden) oder zweitägiger Kurzworkshop (jeweils 3 Stunden) gebucht werden.

Stimme gut in Form - Effektive Stimm- und Lautbildung

Inhalt:

  • Situationsanalyse und Bedarfsermittlung
  • Vermittlung des physiologisch optimalen Stimmeinsatzes
  • Aufbau eines Trainingsprogrammes für die Anwendung im Schulalltag
  • Stimmhygienische Maßnahmen
  • Kräftigung der Sprechstimme
  • Ganzheitlich Aspekte der gesunden Lehrer*innenstimme
  • Transfer in den Alltag

zeitliche Umsetzung:

Der Workshop gliedert sich in ein Grundseminar (einmal 6 Stunden oder zweimal 3 Stunden) und Aufbauseminar (einmal 3 Stunden).
 

Angebote speziell für Schulleitungen

Führungskräfte haben viel Verantwortung.
Für sich. Für ihre Kolleginnen und Kollegen. Für die eigene Gesundheit und für die Gesundheit aller an Schule Beteiligten.

Um dieser Verantwortung gerecht zu werden sind phsysische und psychische Stärke und Fitness unabdingbar. Die folgenden Angebote greifen die Aspekte positiven Führens und weitsichtigem Lenkens auf und bieten Schulleitungen die Möglichkeit in den Austausch zu treten und Handwerkszeug für die Umsetzung zukünftiger Ziele zu erlangen.

Alle Workshops finden virtuell statt und umfassen 2 Termine á 3 Zeitstunden.

Die Anmeldung erfolgt  über das Buchungsportal des arbeitsmedizinischen Dienstleisters und ist für die Teilnehmenden kostenfrei.

Gesundes Führen

Inhalt:

  • Zusammenhang zwischen Führung und Gesundheit
  • Gestaltung von gesunden Rahmenbedingungen in der Schule
  • Gesundheitsförderlicher Führungsstil
  • Gesunde Selbstführung
  • Multiplikator im Gesundheitsmanagement
  • Umgang mit Veränderungen und psychischer Belastung in Schule

Termine:

  • 16.11.2022 und 23.11.2022
  • 17.11.2022 und 24.11.2022
  • 24.11.2022 und 01.12.2022
  • 25.11.2022 und 02.12.2022

Resilienztraining

Inhalt:

  • Einstieg: Was ist Resilienz?
  • Annehmen, was ist, und eine optimistische Perspektive entwickeln
  • Vertrauen in die eigene Wirksamkeit haben
  • Achtsam sein und mit Energien haushalten
  • Verbunden sein und Unterstützung holen
  • Ziel fokussieren und Zukunft gestalten
  • Handlungsorientierte Lösungen entwickeln und umsetzen

Termine:

  • 27.09.2022 und 28.09.2022
  • 03.11.2022 und 10.11.2022
  • 14.11.2022 und 21.11.2022
  • 25.11.2022 und 02.12.2022

Stressbewältigung

Inhalt:

  • Was ist Stress?
  • Physische und psychische Stressreaktionen
  • Stressquellen und –fallen erkennen
  • Stressverschärfende Einstellungen erkennen und verändern – Techniken mentaler Stressbewältigung erlernen
  • Erholung und Entspannung

Termine:

  • 05.10.2022 und 13.10.2022
  • 01.11.2022 und 08.11.2022
  • 21.11.2022 und 29.11.2022
  • 28.11.2022 und 05.12.2022

Konfliktmanagement

Inhalt:

  • Führungsaufgabe und Konfliktbearbeitung
  • Reflexion eigener Verhaltensweisen
  • Konfliktdynamiken, Konfliktsymptome
  • Konfliktstrategien, Fördern und Fordern kooperativen Verhaltens
  • Gesprächsführungstechniken mit Übungen
  • Einfühlsam eine klare Stellung beziehen
  • Innere Konflikte aufspüren - Emotionsmanagement

Termine:

  • 06.10.2022 und 13.10.2022
  • 07.10.2022 und 11.10.2022
  • 22.11.2022 und 29.11.2022
  • 22.11.2022 und 30.11.2022

 

Audiobasierte Abrufangebote

Zusätzlich zu den Workshops im Gruppenformat stehen dem pädagogischen Personal virtuelle Angebote zur Verfügung. Diese sind ganztägig und unbegrenzt abrufbar.

Hierzu zählen:

  • Achtsamkeitsmeditation
  • Progressive Muskelentspannung
  • Dankbarkeitsmeditation
  • Atementspannung

Zur Nutzung ist ein digitales Endgerät mit Lautsprechern oder Köpfhörern sowie eine Internetverbindung erforderlich.

Hier gelangen Sie zu den Angeboten.
Zum Starten klicken Sie auf das jeweilige Audio und genießen die Entspannungseinheit.

Für das Portal sind Nutzerdaten erforderlich. Diese sind an jeder Schule hinterlegt.

Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V. (AGETHUR)

Die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V. engagiert sich bereits über 30 Jahren für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Thüringerinnen und Thüringer. Seit 2017 ist der gemeinnützige Verein mit dem Projekt „Koordinierung von Beratung und Angeboten für Gesunde Schulen in Thüringen (KOBAGS)“ beauftragt. Neben der Beratung zur Erarbeitung eines individuellen Gesundheitsförderungskonzeptes im Sinne des § 47 Thüringer Schulgesetz, stellt das Projekt KOBAGS allen Schulen einen freizugänglichen Maßnahmenkatalog zur Verfügung. Dieser beinhaltet qualitätsgesicherte Präventions- und Gesundheitsförderungsangeboten von lokalen und regionalen Anbietern und ist nach Handlungsfeldern gegliedert.

Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM)

Das ThILLM, als führende Institution in der dritten Phase der Lehrerbildung und als das Kompetenzzentrum für Schulen und Kindertageseinrichtungen in Thüringen, koordiniert die gesamte Fort- und Weiterbildung für Pädagoginnen und Pädagogen im Freistaat.

Im Online-Veranstaltungskatalog finden Sie neben den Veranstaltungen des ThILLMs auch Angebote von Unterstützern des Unterstützungssystems sowie der Staatlichen Schulämter.
Über die Freitextsuche gelangen Sie mit dem Begriff „Pädagogengesundheit“ direkt zu den gesundheitsfördernden Fort- und Weiterbildungen.

 

Im Interview: Dr. Weniger über Stress, Gesundheit und Achtsamkeit

  • Stress ist eine natürliche Reaktion auf psychische oder körperliche Belastungen, die sich auf verschiedenen Ebenen auswirkt: Körper, Kognition, Verhalten und Gefühle. Es ist eine sinnvolle Schutzreaktion auf einen äußeren Reiz. Man kann Stress nicht verallgemeinern, denn es ist etwas Subjektives und erst durch unsere individuelle Interpretation oder Verarbeitung des sogenannten Stressors zum eigentlichen Stress wird. Die Situation X kann für Person A schon Stress bedeuten, während Person B sich in der gleichen Situation gerade erst stimuliert fühlt.

    Diese Interpretationen werden in der Psychologie oft Innere Antreiber oder Glaubenssätze genannt und sind aufgrund unserer Erfahrungen entstanden. Klassische Stressantreiber sind: „Ich muss alles perfekt machen, sonst bin ich nichts wert.“ oder „Ich muss es allen recht machen, sonst werde ich nicht geliebt.“

     

  • Ein erster Schritt ist, seine eigenen Stresssignale kennenzulernen. Man sollte die ersten Anzeichen kennen und wissen, welche Signale mit zunehmendem Stress hinzukommen.

    Auch sollte man ein Gefühl für die eigene Grundanspannung bekommen und wissen, wie man diese beeinflussen kann. Die Grundanspannung kann mit einem Fass verglichen werden: Je leerer das Fass ist, desto niedriger die Grundanspannung und umso mehr situativen Stress kann ich hineinkippen, ohne dass das Fass überläuft.

    Ein weiterer Schritt besteht darin, zu wissen, was einem hilft, die Grundanspannung niedrig zu halten, und mit situativem Stress umzugehen.

    Hierbei spielen Ressourcen eine große Rolle. Das sind einerseits Dinge, die uns Energie geben, uns entspannen und uns guttun. Das können regelmäßige Entspannungsübungen, Hobbies, Freunde und Unternehmungen sein. Andererseits ist hiermit die Resilienz gemeint. Resilienz kann man sich wie einen Werkzeugkoffer vorstellen, gefüllt mit Aspekten, die einem helfen, Krisen und Stress zu meistern und sogar gestärkt aus diesen Situationen herauszukommen. Hierzu gehören: Optimismus, Zukunftsorientierung, Verlassen der Opferrolle, Selbstbewusstsein, Kontaktfreude, Lösungsorientierung, Akzeptanz und emotionale Stabilität. Das kann man sich aneignen, doch leider reicht es nicht nur, diese Eigenschaften zu haben, man muss den Werkzeugkoffer natürlich auch in den eigentlichen Stresssituationen wirklich nutzen.

     

  • Stress wirkt sich auf verschiedene Ebenen aus:

    Auf der körperlichen und biologischen Ebene können Symptome wie Schwindel, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Rücken- und Nackenschmerzen auftreten. Weitere Symptome wie Reizdarm, Sodbrennen, Erschöpfung, nervöse Gestiken, Schwitzen, ein trockener Mund und Kopfschmerzen sind ebenso möglich – auch in Kombination.

    Auf der kognitiven Ebene können sich Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit und Denkblockaden einstellen. Auch das Katastrophendenken ist möglich. Dabei malen sich Menschen zwanghaft die schlimmste Möglichkeit aus, die in einem bestimmten Fall eintreten kann.

    Auf der Gefühlsebene zeigen sich oft Angst, Verunsicherung, Gereiztheit und Nervosität, aber auch Depressionen und Lustlosigkeit oder auch Überforderungsgefühle und Hilflosigkeit.

    Auf der Verhaltensebene können Ratlosigkeit, Entscheidungsunfähigkeit und Antriebsprobleme sowie Schlafstörungen auftreten. Gestresste Menschen neigen auch dazu, mit Frustessen oder Drogen- und Alkoholkonsum zur Ruhe zu kommen.

     

  • Diese ähneln den Auswirkungen von Stress, nur dass sie oftmals weniger intensiv und in niedriger Anzahl auftreten und mit zunehmendem Stress an Intensität und Anzahl steigen.

    Zum Beispiel ist für manche Menschen nervöses Trommeln mit den Fingern, zunehmende Lärmempfindlichkeit, Unkonzentriertheit oder das Gefühl „das geht mir zu langsam“ ein Zeichen für beginnenden Stress. Aber oft zeigen sich erste Anzeichen von Stress, wie zum Beispiel stärkeres Rauchen und die Vernachlässigung von Ressourcen, die uns guttun und Freude bereiten.

     

  • Ja, positiver Stress hat für mich zwei Aspekte: Zum einen ist es so, dass der Körper ein grundsätzliches Stress- oder Erregungsniveau braucht, um zu funktionieren. Es erhöht die Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit, ohne dem Körper zu schaden. Des Weiteren können auch positive Aktivitäten Stress bedeuten, denn oftmals sind es für uns bedeutungsvolle Situationen, die uns fordern und somit auch Stress auslösen. Alleinerziehende berichten oft, dass die Kombination von Kindererziehung und Arbeit zu Stress führt, gleichzeitig ist es aber auch ein Großteil ihrer Identität und ihres Rollenverständnisses. Ohne diese beiden Stressursachen wäre die alleinerziehende Mutter wohl eine ganz andere Person.

    Positiver Stress ist auf Dauer nicht nachteilig für den Menschen. Chronischer negativer Stress kann jedoch sehr wohl krank machen. Negativer Stress wird als unangenehm, bedrohlich und überfordernd empfunden, und gilt als eben dieser, wenn er häufig auftritt und kein Ausgleich erfolgt.

     

  • Das ist etwas sehr Subjektives, da man das tun sollte, was einem persönlich guttut, was den eigenen Akku auflädt, abschalten und entspannen lässt. Oftmals sind es Dinge, die man achtsam ausführt – z. B. ein Spaziergang in der Natur, bewusst mit den Kindern spielen oder auch sein eigenes inneres Kind herauslassen.

     

  • Ich glaube, dass ein großer Teil des heutigen Stresses durch die Erwartungen unserer Gesellschaft entsteht. So vergleichen wir uns über soziale Medien viel stärker mit anderen. Auch hat sich die Leistungserwartung der Gesellschaft und der Arbeitgeber verändert. Zudem ist man heutzutage dauerhaft erreichbar, was sicherlich auch zu vermehrtem Stress führt. Ich glaube, dass man früher viel achtsamer lebte, sich auf das Wesentliche konzentrierte.

     

  • Die Führung hat über verschiedenste Facetten Einfluss auf die Gesundheit der Mitarbeiter. Mitarbeiter sollten weder über- noch unterfordert werden. Somit gilt es, ihnen die Arbeit nach Fähigkeiten und Interessen richtig zuzuweisen. Wenn sich Arbeitnehmer im Job persönlich entfalten können, binden sie sich eher langfristig ans Unternehmen.

    Ob ein Vorgesetzter zu einer Ressource oder Stressquelle wird - also positiven oder negativen Einfluss ausübt – liegt am Führungsstil bzw. Führungsverhalten. So ist es wissenschaftlich nachgewiesen, dass Führungsverhalten Einfluss auf Krankenstand, Arbeitsleistung, Motivation und Arbeitszufriedenheit und den wahrgenommenen Stress am Arbeitsplatz hat. Dies passiert über verschiedene Ebenen:

    • Selbstführung: Geht die Führungskraft als gutes Vorbild voraus? Ist derjenige ein achtsames, resilientes Vorbild?
    • Personale Führung: Wie kommuniziert die Führungskraft? Ist sie wertschätzend?
    • Organisationale Führung: Wie sind die Rahmenbedingungen und Strukturen und werden sie von der Führung positiv beeinflusst?

     

  • Resilienz der einzelnen Teammitglieder macht an sich noch keine Team-Resilienz aus. Um ein Arbeitsteam als resilient zu bezeichnen, geht es einerseits um den Führungsstil der Teamleitung. Zum anderen geht es hier um die Interaktion zwischen den einzelnen Teammitgliedern, also eine resiliente Zusammenarbeit.

    Wichtige Aspekte sind hier soziale Unterstützung, positive Interaktion, der Umgang mit Missverständnissen und Fehlern. Das Team sollte bereit sein, Fehler zu machen und daraus zu lernen. Der Umgang sollte wertschätzend und anerkennend sein. Es sollte ein Klima von positiven Erwartungen, Neugier und Offenheit herrschen, denn dies fördert ein lösungsorientiertes Arbeiten.

    Neben dieser offenen und bewussten Kommunikation sollten die Mitglieder sich ein konstruktives Feedback geben, um voneinander lernen zu können. Kritische Situationen werden als Meisterungserfahrung und Weiterentwicklungsmöglichkeit gesehen. Konflikte werden aktiv gelöst. Auch die Fähigkeit, Humor in schwierigen Situationen zu zeigen, ist von Bedeutung. Zuletzt sollte nicht vergessen werden, dass eine gemeinsame Identität und einheitliches Verständnis von Zielen bei gleichzeitiger Team-Diversität wichtig sind. Dies alles wird natürlich entscheidend vom Führungsstil beeinflusst.

     

  • Grundsätzlich sollte man sich an die 10 Regeln des gesunden Schlafes halten:

    1. Gehen Sie jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett und stehen Sie morgens um die gleiche Zeit auf, um die biologischen Rhythmen des Körpers aufeinander abzustimmen.
    2. Essen Sie drei Stunden vor dem Schlafengehen keine größeren Mengen. Gehen Sie aber auch nicht hungrig zu Bett.
    3. Trinken Sie drei Stunden vor dem Schlafengehen keinen Alkohol und vier bis acht Stunden vor dem Schlafengehen keine koffeinhaltigen Getränke.
    4. Schlafen Sie mittags nicht länger als 30 Minuten, ansonsten verringert sich der Schlafdruck am Abend.
    5. Bleiben Sie nicht länger als nötig im Bett. Schlafstörungen können durch zu langes Liegenbleiben verstärkt werden.
    6. Rauchen Sie nicht mehr nach 19 Uhr.
    7. Vermeiden Sie körperliche Überanstrengung nach 18 Uhr.
    8. Gestalten Sie Ihre Schlafumgebung angenehm und schlaffördernd.
    9. Schaffen Sie sich eine Pufferzone zwischen Alltag und Zubettgehen.
    10. Vermeiden Sie helles Licht, wenn Sie nachts wach werden, dies kann die innere Uhr umstellen.

    Diese Regeln zielen darauf ab, die biologische Uhr des Schlafes optimal ticken zu lassen. Auch sollte man bei nächtlichem Wachliegen besser aufstehen als im Bett bleiben, da sonst das Bett mit Negativem assoziiert wird.

    Oft höre ich von Patienten, dass das Grübeln sie vom Einschlafen abhält: „Ich darf xy nicht vergessen.“ oder „Was mache ich denn, wenn…?“. Ich rate dann, die Dinge aufzuschreiben. Dann werden sie weder vergessen, noch muss man sie im Kopf behalten. Wichtig ist, danach diese Situationen einmal zu Ende zu denken, also zu einer Lösung zu kommen. Sodann kann man den Grübelgedanken sprichwörtlich verbannen. Auf keinen Fall sollte man wiederholt Schlafmittel nehmen, da diese oft abhängig machen und der Körper verlernt, selbstständig schlafen zu können.

     

  • Ja, das kann man. Auch hier spielen meiner Meinung nach ähnliche Faktoren eine Rolle wie bei dem zunehmenden Stress, verglichen mit früher (soziale Medien, Erwartungshaltung der Gesellschaft etc.). Wenn man es schafft, sich davon loszusagen – es einem egal ist, was andere tun würden, was andere davon halten, wie man lebt – ist eine Entschleunigung einfacher. Natürlich hat jeder Mensch gewisse Verpflichtungen und muss sich an gewisse Konventionen halten. Trotzdem gibt es viele Möglichkeiten – radikale und weniger radikale – sich davon weitestgehend loszusagen.

    Gleichzeitig muss Entschleunigung gar nicht so radikal sein. Wenn man es schafft, sich von Erwartungen abzugrenzen, und gleichzeitig bewusst und achtsam lebt, kann dies schon ein wichtiger Schritt in Richtung Entschleunigung sein.

     

Dr. med. Matthias Weniger studierte Medizin in Marburg und in der Schweiz. In seiner Facharztausbildung zum Allgemeinmediziner legte er den Schwerpunkt auf die Notfallmedizin und die Psychiatrie. Neben zahlreichen Aus- und Weiterbildungen (u. a. als Achtsamkeitslehrer in der MBSR/MBCT-Methode) ist er ärztlicher Psychotherapeut und trägt die Zusatzbezeichnung Naturheilverfahren. Sein Schwerpunkt liegt im Bereich der Verhaltenstherapie und der Lösungsorientierten Therapie.

Er ist ärztlicher Leiter der Psychokardiologie an der Bergmannsheil und Kinderklinik Buer GmbH in Gelsenkirchen, gleichzeitig ist er Vorstand des Instituts für Stressmedizin Rhein Ruhr. Er leitet die erste deutschsprachige curriculäre Fortbildung Stressmedizin an der Akademie für ärztliche Fortbildung der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

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