Die Thüringer Gemeinschaftsschule als Schulentwicklungsimpuls

Öffentliche Diskussionsreihe mit dem Thüringer Minister für Bildung, Jugend und Sport

Menschen mit Sprechblasen zu Schulthemen

Seit 2010 gibt es in Thüringen Gemeinschaftsschulen. Mittlerweile sind es mehr als 50 staatliche Gemeinschaftsschulen und ca. 20 Schulen dieser Schulart in freier Trägerschaft in fast allen Landkreisen und kreisfreien Städten.

Die Gemeinschaftsschule ist eine innovative Schulart und existiert in unterschiedlichen Modellen – mal mit eigener Primarstufe, mal ohne. Alle Gemeinschaftsschulen verfolgen das gleiche Anliegen: die Schülerinnen und Schüler lernen länger gemeinsam und entscheiden erst in Klassenstufe acht abschließend, welcher Schulabschluss angestrebt wird.

Alle Gemeinschaftsschulen sind auf dem gleichen Weg entstanden: Engagierte Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer haben sich auf den Weg gemacht. Sie hatten eine Vision von einer Schule, in der es gelingt, auf die individuellen Besonderheiten wie Interessen, Stärken und Begabungen der Schülerinnen und Schüler einzugehen.

Sie haben ein Konzept erarbeitet, Schulkonferenzbeschlüsse gefasst, Unterstützer gefunden und von ihrem Vorhaben überzeugt.

Mit der Veranstaltungsreihe sollen die Stärken der Schulart vorgestellt werden. Verschiedene Akteure kommen zu Wort, um für interessierte Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer und Schulverwaltungen attraktive Wege für die Schulentwicklung vorzustellen und Unterstützungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Veranstaltungsflyer

Termine

Montag, 26. August 2019, 17:00 bis 19:00 Uhr
Karl-Theodor-Liebe-Gymnasium Gera, Staatliches Gymnasium, Trebnitzer Straße 18, 07545 Gera
Schwerpunkte: Errichtung einer Gemeinschaftsschule, Vorbereitung der Schulart­änderung und die ersten Jahre

Mittwoch, 28. August 2019, 17:00 bis 19:00 Uhr
Staatliche Gemeinschaftsschule Gotha, Bufleber Straße 13, 99867 Gotha
Schwerpunkte: Gemeinschaftsschule und Partizipation, Erfolgreiche Wege zur Gemeinschaftsschule, demokratische Schulkultur

Montag, 2.  September 2019, 17:00 bis 19:00 Uhr
Kabinett des Bergmannsvereins, Holzthalebener Straße 31, 99996 Menteroda
Schwerpunkte: Übergänge an der Gemeinschafts­schule und Schulzusammenarbeit: von der Primarstufe in die Sekundarstufe  I, der Übertritt in den gymnasialen Bildungsgang

Donnerstag, 5. September 2019, 17:00 bis 19:00 Uhr
Staatliches Berufsbildungszentrum des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt, Trommsdorffstr. 1, 07407 Rudolstadt
Schwerpunkte: Digitalisierung an der Gemeinschaftsschule, Gelingensbedingungen, Unterrichts­beispiele sowie Einsatz­möglichkeiten

Die Thüringer Gemeinschaftsschule

Das Besondere an der Thüringer Gemeinschaftsschule ist…

… die spätere Schullaufbahnentscheidung.

Die Entscheidung über den angestrebten Schulabschluss wird in die Klassenstufe 8 ver­lagert. Die Konzeption der Thüringer Gemeinschaftsschule erlaubt es, innerhalb stabiler Lerngruppen durch individuelle Förderung auf die größere Vielfalt der Lern- und Entwicklungsbedürfnisse der Kinder und Jugendlichen einzugehen. Die optimale individuelle Förde­rung aller Schülerinnen und Schüler erfolgt auf der Grundlage eines spezifischen pädagogi­schen Gesamtkonzeptes der jeweiligen Schule. Damit setzen die Gemeinschaftsschulen regionale Schulentwicklungsimpulse.

… der bestmögliche Abschluss für Jede und Jeden.

Nach der Klassenstufe 8 kann jede Schülerin und jeder Schüler, den für sie oder ihn je nach Befähigung und Leistung höchsten Abschluss anstreben: Hauptschulabschluss, Qualifizierender Hauptschulabschluss, Realschulabschluss, schulischer Teil der Fachhochschulreife sowie allgemeine Hochschulreife. Das wirkt sich positiv auf die Lernmotivation und die schulische Entwicklung aus.

… die breite Angebots- und Abschlussvielfalt.

Wegen ihrer charakteristischen Binnendifferenzierung kann die Gemeinschaftsschule auch als kleinere Schule bestehen und gleichzeitig eine breite Angebots- und damit auch Abschlussvielfalt sichern. Sie bietet eine schulstrukturelle Alternative im Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Schulstandorte und die Verpflichtung zur Gewährung eines einheitlichen Bildungsangebots auch im ländlichen Raum.

… sie ist eine Schule für alle.

Schülerinnen und Schüler sind in den verschiedenen Fächern unterschiedlich leistungsstark. An der Gemeinschaftsschule haben sie die Möglichkeit bereits ab Klassenstufe 7 in drei Anspruchsebenen zu lernen und so gezielt ihre Stärken auszubilden. Das längere gemeinsame Lernen in heterogenen Lerngruppen stärkt das Zugehörigkeitsgefühl.

Standorte

Mit Beginn des Schuljahres 2019/2020 wurden folgende Gemeinschaftsschulen neu errichtet:

  • Staatliche Gemeinschaftsschule Lobeda
    Emil-Wölk-Straße 11
    07747 Jena
  • Staatliche Gemeinschaftsschule Gotha
    Bufleber Straße 13
    99867 Gotha

​​​​​​Eine Übersicht mit Adressen, Konzepten und Ansprechpartnern  der Thüringer Gemeinschaftsschulen findet sich im Thüringer Schulportal.

Struktur der Thüringer Gemeinschaftsschule

​Die Thüringer Gemeinschaftsschule passt sich regionalen Besonderheiten an und erlaubt es dabei die strukturellen Erfordernisse der Schulnetzplanungen der staatlichen Schulträger zu berücksichtigen.

​Grundsätzlich umfasst die Thüringer Gemeinschaftsschule die Klassenstufen 1 bis 12. Abhängig von regionalen Besonderheiten kann eine Gemeinschaftsschule auch mit der Klassenstufe 5 beginnen. Das Angebot für die Klassenstufen 1 bis 4 wird hier durch eine oder mehrere Grundschulen gewährleistet.

Sofern an einer Gemeinschaftsschule die Thüringer Oberstufe nicht eingerichtet werden kann, kooperiert sie mit einem Gymnasium. So wird auch in diesem Fall sichergestellt, dass die allgemeine Hochschulreife nach zwölf Jahren erreicht werden kann.

Für alle Gemeinschaftsschulen gilt:

  • Alle Schülerinnen und Schüler lernen gemeinsam mindestens bis zur Klassenstufe 8. So entfällt eine frühzeitige Festlegung auf einen Bildungsgang. Ab Klassenstufe 9 wird abschlussbezogen unterrichtet.
  • Um der ausgeprägten Vielfalt in den Lerngruppen gerecht zu werden, ist eine innere Differenzierung des Unterrichts erforderlich. Die Lehrerinnen und Lehrer der Gemeinschaftsschulen nutzen die Lehrpläne für den Erwerb des Hauptschul- und des Realschulabschlusses und den Lehrplan für den Erwerb der allgemeinen Hochschulreife.
  • Die Bildungsgänge sind an der Gemeinschaftsschule durchlässig gestaltet. So kann ein Übertritt an das allgemein bildende Gymnasium nach den Klassenstufen 4 bis 8 und 10 mit Realschulabschluss erfolgen, sofern die Übertrittsbedingungen erfüllt sind.

Wege zur Gemeinschaftsschule & Ansprechpartner

​​Wege zur Gemeinschaftsschule

Die Entscheidung über die Einrichtung einer Thüringer Gemeinschaftsschule wird vor Ort in einem Dialog zwischen den Eltern, den Schülerinnen und Schülern, den Lehrkräften einer Schule sowie dem Schulträger (Landkreis, kreisangehörige Gemeinde, kreisfreie Stadt) getroffen. Die notwendigen Schritte leitet dann der Schulträger ein. Neben einer Einigung über die Frage, ob eine Gemeinschaftsschule eingerichtet werden soll, muss ein pädagogisches Konzept, in dessen Mittelpunkt u.a. das längere gemeinsame Lernen steht, entwickelt werden.

Die Gemeinschaftsschule kann auf drei Wegen entstehen:

  1. Neuerrichtung der Schule durch den Schulträger
  2. Umwandlung einer bestehenden Schule oder bestehender Schulen auf Initiative der Schule im Konsens mit dem Schulträger und
  3. Umwandlung auf Initiative des Schulträgers.

Schritt für Schritt zur Gemeinschaftsschule

Mit dieser Übersicht soll die Schrittfolge zur Errichtung einer Thüringer Gemeinschaftsschule aufgezeigt werden. Sie wurde für Schulen entwickelt, die Thüringer Gemeinschaftsschule werden wollen. Weitere Informationen, wie eine Schule Thüringer Gemeinschaftsschule werden kann, finden Sie in unserem Leitfaden.

Die Umwandlung geschieht im Konsens zwischen der Schule und dem Schulträger. Kommt kein Konsens zustande, vermittelt das zuständige Schulamt. Gibt es keine Einigung, entscheidet das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport im Einvernehmen mit dem Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales. Durch diesen Konfliktlösungsmechanismus steht der Einführung der Thüringer Gemeinschaftsschule nichts im Weg.


Ansprechpartner

Bei Interesse Thüringer Gemeinschaftsschule zu werden, nehmen Sie bitte mit Ihrer Regionalberaterin oder Ihrem Regionalberater Kontakt auf und lassen Sie sich beraten.

RegionAnsprechpartnerKontakt
Nordthüringen
 
  • Landratsamt Eichsfeld
  • Landratsamt Nordhausen
  • Stadtverwaltung Nordhausen
  • Landratsamt Kyffhäuserkreis
  • Landratsamt Unstrut-Hainich-Kreis
  • Gemeinde Herbsleben
 

Matthias Hampe

nord@thueringer-gemeinschaftsschule.de
Westthüringen
 
  • Stadtverwaltung Eisenach
  • Landratsamt Wartburgkreis
  • Landratsamt Gotha
  • Stadtverwaltung Gotha
  • Landratsamt Ilm-Kreis
  • Stadtverwaltung Waltershausen
 

Ralf Hoffmann

west@thueringer-gemeinschaftsschule.de
Mittelthüringen
 
  • Stadtverwaltung Erfurt
  • Stadtverwaltung Weimar
  • Stadtverwaltung Apolda
  • Landratsamt Weimarer Land
  • Landratsamt Sömmerda
  • Stadtverwaltung Weißensee
 

Angelika Voigt

mitte@thueringer-gemeinschaftsschule.de
Südthüringen
 
  • Landratsamt Schmalkalden-Meiningen
  • Landratsamt Hildburghausen
  • Landratsamt Sonneberg
  • Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt
  • Stadtverwaltung Saalfeld
  • Stadtverwaltung Rudolstadt
  • Stadtverwaltung Suhl
  • Gemeinde Nahetal-Waldau
 

Gabriele Lenz

sued@thueringer-gemeinschaftsschule.de
Ostthüringen
 
  • Stadtverwaltung Gera
  • Stadtverwaltung Jena
  • Landratsamt Saale-Holzland-Kreis
  • Landratsamt Saale-Orla-Kreis
  • Landratsamt Greiz
  • Landratsamt Altenburger Land
  • Stadtverwaltung Altenburg
  • Stadtverwaltung Zeulenroda-Triebes
  • Gemeinde Weißenborn
 

Sylvia Puta

ost@thueringer-gemeinschaftsschule.de

Das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport betreut federführend die Thüringer Gemeinschaftsschule.

Für Fragen zur Thüringer Gemeinschaftsschule steht Ihnen Frau Kristina Pabst zur Verfügung.

Thüringer Ministerium für
Bildung, Jugend und Sport
Kristina Pabst / Abteilung 3
Werner-Seelenbinder-Straße 7
99096 Erfurt

Tel.: +49 361 57-3411237
Kristina.Pabst@tmbjs.thueringen.de  

Downloads & Material

​​Broschüre: Handreichung für Schulleitungen
Aufbau einer Thüringer Gemeinschaftsschule, Dezember 2016
bestellbar

​​Flyer: "Die Thüringer Gemeinschaftsschule"
Die TGS auf einen Blick, März 2016
​bestellbar

Leitfaden: Thüringer Gemeinschaftsschule
Argumente für die Thüringer Gemeinschaftsschule, Schrit für Schritt, Gesetzliche Grundlagen, Oktober 2013
bestellbar

Broschüre: "Die Thüringer Gemeinschaftsschule"
Vorstellung der Gemeinschaftsschule, Erfahrungen aus der Praxis, Ansprechpartner und weitere Informationen, März 2012

FAQ Gemeinschaftsschule
Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Gemeinschaftsschule

Handreichung zur Einrichtung einer Gemeinschaftsschule
Hinweise für die Einrichrtung einer Gemeinschaftsschule

Grundsatzfragen
Überblick über die wichtigsten rechtlichen Regelungen der Gemeinschaftsschule

Vorlage Kooperationsvereinbarung
Kooperationsvereinbarung zwischen der Thüringer Gemeinschaftsschule und dem Gymnasium

Joachim Lohmann: Gemeinsam lernen – kein Einwand stichhaltig

Matthias Ritter / Jana Krützfeldt / Prof. Dr. Wolfgang Melzer:
Wissenschaftliche Begleitung der Thüringer Gemeinschaftsschule. Abschlussbericht,
Dresden, Dezember 2014

ANHANG: Wissenschaftliche Begleitung der Thüringer Gemeinschaftsschule. Abschlussbericht
Dresden, Dezember 2014

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