Zur Hauptnavigation . Zum Seiteninhalt

Politische Bildung – Demokratiebildung in der Schule

Politische Bildung in und außerhalb der Schule – was ist das?

Die politische Bildung in Thüringer Schulen hat einen hohen Stellenwert: Sie ist im Thüringer Schulgesetz als demokratisches Grundprinzip des Bildungs- und Erziehungsauftrags (§ 2 ThürSchG) verankert. Im Schulalltag wird dieses Prinzip lebendig durch eine demokratische Unterrichtskultur sowie durch die aktive Mitwirkung und vielfältige Mitbestimmungsformen von Thüringer Schülerinnen und Schülern. Demokratieprojekte in Schulen wie Fahrten zu Thüringer Gedenkstätten und Erinnerungsorten der Opfer der deutschen Diktaturen im 20. Jahrhundert sind ein wichtiger Bestandteil der Schulentwicklung geworden.

In der Schulpraxis gibt es beim fächerübergreifenden und fachbezogenen Lernen im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich mehrere Begriffe und Ansätze rund um die Vermittlung von Inhalten und Kompetenzen der politischen und historischen Bildung. Dazu zählen u. a.: Demokratie-Lernen, Demokratie-Leben, Demokratiebildung, Demokratieerziehung, historisch-politisches Lernen, Demokratiepädagogik. Sie verbindet, wie Demokratie als Grundprinzip – also als Herrschafts-, Lebens-, Kommunikations- und Gesellschaftsform – beim unterrichtlichen, außerunterrichtlichen und außerschulischen Lernen in Schulen gelingen kann. Trotz unterschiedlicher Perspektiven des fächerübergreifenden und fachbezogenen Lernens ist das gemeinsame Ziel aller Akteure der politischen Bildung in der Schule die Stärkung von demokratischen Urteils-, Handlungs- und Vermittlungskompetenzen bei Schülerinnen und Schülern, aber auch bei Lehrkräften.

Angesichts einer durch Globalisierung und Digitalisierung veränderten Lebens- und Arbeitswelt, sind einfache Antworten auf komplexe Zusammenhänge schwierig. Zudem wird aufgrund zunehmender Verächtlichmachungen von Demokratie und Menschenrechten  sowie aggressiver auftretender Formen von Antisemitismus, Rassismus, Extremismus und sozialen bzw. religiösen Vorurteilen in unserer Gesellschaft deutlich, dass Demokratie und Freiheit nicht selbstverständlich sind. Es braucht mündige Bürgerinnen und Bürger und eine starke Zivilgesellschaft. Dazu trägt die politische Bildung als Querschnittsaufgabe in Thüringer Schulen wesentlich bei. Die politische Bildung in Thüringen orientiert sich an den Empfehlungen der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2014 und 2018 zur Erinnerungskultur sowie Stärkung der Demokratie- und Menschenrechtsbildung in Schulen sowie an den Grundsätzen des Europäischen Rates (2016) zu „Kompetenzen für die demokratische Kultur“ („Competence for Democratic Culture“).

Thüringer Landesprogramm "Demokratisch Handeln"

Schülerinnen und Schüler aller Schularten sind aufgerufen, Ihre Beiträge und Projekte rund um das Demokratielernen in und außerhalb der Schule beim Thüringer Landesprogramm und –wettbewerb „Demokratisch Handeln“ einzureichen.

Alle Thüringer Schulbeiträge werden zur Lernwerkstatt Demokratie Thüringen am 31. März 2022 nach Erfurt eingeladen und erhalten Auszeichnungen für ihr Engagement.

Bewerbungsformular

Die Beiträge der Schulen bitte per E-Mail an den Wettbewerbsbeauftragten Thomas Roschke senden: thomas.roschke@tmbjs.thueringen.de

Einsendeschluss: 15. Dezember 2021

Lernwerkstatt Demokratie

31. März 2022

Wie erfolgt die Umsetzung dieser Ziele in Thüringen?

In Thüringen werden im Bereich der politischen Bildung/Demokratieerziehung zentrale und regionale Unterstützungsangebote nach den jeweiligen individuellen Bedarfen der Schulen unterbreitet.

Das TMBJS bietet zentrale Vorhaben für die Förderung der Schulen bei Projekten in und außerhalb des Lernorts Schule an. Dazu gehören: der Schülerwettbewerb „Demokratie gestalten, aber wie?“, die Landeszielvereinbarung mit Landesschülervertretung, Themenfelder 2019/20 100 Jahre Thüringer Verfassung, 2020/21 Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen, Gedenkstättenfahrten in Thüringen und nach Polen mit Fortbildungsangeboten am Erinnerungsort Topf & Söhne. Zudem werden zentral Lehr – und Lernformen sowie Landesprogramme für die Stärkung der Demokratiebildung angeboten, dazu zählen „Jugend debattiert“, „Lernen durch Engagement“, „Juniorwahl“, „Demokratisch Handeln“ sowie Demokratie-Lernprojekte von Schulen mit außerschulischen Partnern. Darüber hinaus nutzen Thüringer Schulen Wettbewerbsformate mit Erstellung von Seminarfacharbeiten in Zusammenarbeit der Stiftung Ettersberg bzw. der Teilnahme am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten/der Körberstiftung.

Das TMBJS unterbreitet zudem zentral unterstützende Angebote für Schulen durch Partner des Landesprogramms Denkbunt. Hierzu gehören u.a.: Schulen ohne Rassismus, Netzwerk für Courage, Culture interactive e.V.

Dezentrale Unterstützungsstrukturen zur politischen und kulturellen Bildung halten die Staatlichen Schulämter (SSÄ) für den Bereich der Lehrkräftefortbildung und schulische Projektbegleitung vor. Dies erfolgt auf der Grundlage von regional spezifischen Kooperationsvereinbarungen mit außerschulischen Lernorten wie Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Erinnerungsort Topf & Söhne. Die Ofenbauer von Auschwitz, Grenzlandmuseum Eichsfeld, Deutsch-deutsches Grenzmuseum Mödlareuth, Stiftung Point Alpha, Am Tor Durchgang Gera). Die SSÄ unterstützen Schulen bei Projekten und Vorhaben wie „Schülerwettbewerb Demokratie gestalten – aber wie?“, Lehr – und Lernmethode „Lernen durch Engagement“, Wettbewerb „Jugend debattiert“ und „Demokratisch Handeln“.

Das ThILLM unterbreitet in Abstimmung mit den SSÄ und dem Landeprogramm Denkbunt bedarfsorientiert regionale und zentrale Fortbildungsveranstaltungen zur politischen Bildung und Demokratieerziehung.

Übersicht Ansprechpartner

Strukturen und Kontakte für Angebote zur Stärkung der politischen Bildung und Demokratieerziehung in Thüringer Schulen

Das Ministerium in den sozialen Netzwerken: