Bildmontage: Auge mit Weltkugel als Iris

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Was ist "Bildung für nachhaltige Entwicklung"?

BNE steht für eine transformative Bildung, die Menschen zu verantwortungsvollem Denken und Handeln befähigt. BNE gründet auf der globalen Reichweite und zeitlichen Dimensionen des Lernens. BNE ermöglicht es, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und ebenso die Auswirkungen der globalen Verhältnisse auf das eigene Bewusstsein und Handeln zu ergründen. Die Achtung der Menschenwürde, der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und die Herstellung globaler Gerechtigkeit geben der BNE dabei ihre Wertorientierung.


Titelfoto: fotolia.com | k_yu

Die Systematik der Entwicklungsziele

  • 2015 beschloss die internationale Gemeinschaft 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals = SDGs), die bis 2030 erreicht werden sollen. Die SDGs skizzieren eine neue und ehrgeizige weltweite Agenda, um Armut und Hunger zu reduzieren, Gesundheit zu verbessern, Gleichberechtigung zu ermöglichen, den Planeten zu schützen und vieles mehr.

  • Das Ziel "Chanchengerechte und hochwertige Bildung" (= SDG 4) widmet sich ausschließlich dem Thema Bildung: für alle Menschen eine inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen sicherstellen.

    Unterhalb der jeweiligen Hauptziele wurden Unterziele defininiert.

  • Bis 2030 sicherstellen, dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben, unter anderem durch Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweisen, Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung, eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, Weltbürgerschaft und die Wertschätzung kultureller Vielfalt und des Beitrags der Kultur zu nachhaltiger Entwicklung

Welche Ziele hat BNE in Thüringen?

Das Ziel der BNE ist es, Menschen zu ermutigen und zu befähigen, im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung denken und handeln zu können. BNE ist ein Lern- und Handlungsfeld in dem es gilt, Kriterien der Nachhaltigkeit im eigenen Leben zu entwickeln und nachhaltige Entwicklungsprozesse gemeinsam mit anderen lokal wie global umsetzen zu können.

Menschen können die Welt besser gestalten, wenn sie über entsprechende Kompetenzen verfügen. Eine Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft heißt „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Also vor dem Hintergrund globaler, ökologischer und sozialer Herausforderungen Kompetenzen zu erwerben und zu entwickeln, die Menschen befähigen die Welt nachhaltig und gerecht zu gestalten.

Es geht um Handlungskompetenz, kritisches Denken, um neue Perspektiven und Wege und darum zu verstehen welche globalen Auswirkungen unser Handeln hier vor Ort hat und zwar für heute und für morgen

Wie setzt Thüringen BNE in der Bildung um?

Nachhaltige Entwicklung ist kein fertiges Programm, sondern ein gesellschaftlicher Such-, Lern- und Gestaltungsprozess. Dazu gehören ein Umdenken, das Denken in globalen Wirkungszusammenhängen und das Verständnis für komplexe Zusammenhänge. Somit stellt Bildung für nachhaltige Entwicklung keinen zusätzlichen neuen Inhalt dar, sondern eine neue Orientierung für Bildungsprozesse. Durch BNE wird der Erwerb von Kompetenzen gefördert, der Menschen, in dem Fall die Kinder und Jugendlichen, ermutigt und befähigt, sich an der Gestaltung der Gegenwart und der Zukunft verantwortlich zu beteiligen.

Im Thüringer Bildungsplan für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre spiegelt sich dies insbesondere im Bildungsbereich Zivilgesellschaftliche Bildung wider.  Dabei steht die Vermittlung von Grundlagen für die Schaffung gerechter sozialer Verhältnisse, ein nachhaltiger Umgang mit der Natur und nachhaltigem Wirtschaften sowie die Teilhabe aller an Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen im Mittelpunkt.

Um BNE in allen Bereichen des Lebens und Lernens zu integrieren, ist seit dem Weltgipfel „Rio plus 10“ in Johannesburg 2002 viel passiert. Somit bettet sich BNE in Thüringen konzeptionelle und inhaltlich in den internationalen Referenzrahmen der Agenda 2030 und die in ihr formulierten Ziele für die globale nachhaltige Entwicklung (SDGs), den Nationalen Aktionsplan „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, den Orientierungsrahmen für den Lernbereich globale Entwicklung und das Weltaktionsprogramm BNE ein.

BNE ist allgemeine Bildungsaufgabe. Sie ist zentraler Bestandteil der Bildung und Erziehung der im Kindergarten- und Schulalltag in allen Einrichtungen zu integrieren ist. BNE hat ihren Platz nicht als zusätzlicher Inhalt oder gar als zusätzliches Fach, sondern als übergreifendes Bildungsziel und bildet somit ein Querschnittsthema in der frühkindlichen, schulischen, beruflichen und hochschulischen Bildung.

Die Umsetzung dieser gesellschaftlichen als auch bildungspolitischen Querschnittsaufgabe, in den verschiedenen Bildungsbereichen sowie in allen Bereichen nachhaltiger Entwicklung, wurde durch die Thüringer Nachhaltigkeitsstrategie sowie den Nachhaltigkeitsplänen der einzelnen Ressorts mit einer angemessenen Prozessbegleitung, einer spezifischen Zielformulierung und -überprüfung sowie einer kontinuierlichen Anpassung des Umsetzungsprozesses bis 2030 unterlegt.

Die Nachhaltigkeitspläne der Thüringer Landesregierung bilden die zentrale Säule der staatlichen Umsetzung der Thüringer Nachhaltigkeitsstrategie.

Was plant Thüringen im Bereich BNE?

BNE beinhaltet das ethische Prinzip von einer nachhaltigen Entwicklung als Zusammenhang von Wertorientierungen. Somit fußen Inklusion und Bildung für nachhaltige Entwicklung auf einer Basis von gemeinsamen Werten, wie Gerechtigkeit und Solidarität, und der Basis gemeinsamer Rechte aller, wie dem Recht auf Teilhabe und Mitbestimmung.

Auf verschiedenen Ebenen wird daher in Thüringen favorisiert:

  • Die Stärkung der individuellen Handlungsfähigkeit aller Beteiligten. Es bedeutet u.a. die Schaffung eines flächendeckenden bedarfsgerechten Angebotes an Qualifizierungsmaßnahmen in BNE-relevanten Bereichen wie Vielfalt, Inklusion und Partizipation für Beschäftigte im frühkindlichen und schulischen Bereich.
  • Die Entwicklung, Etablierung und Sicherung nachhaltiger Strukturen in allen Bildungsinstitutionen. Angestrebt wird eine alltagsintegrierte, kontinuierliche, institutionelle Verankerung, die eine Verknüpfungen einzelner Bereiche beinhaltet, hin zu einer Verstetigung von BNE im Kindergarten- und Schulalltag – BNE als gelebtes Lernen.
  • Die Stärkung der gesellschaftlichen Wirkung. Um dies zu erreichen, muss BNE alltagsintegriert im Kindergarten und in Schulen aller Schularten bei der Gestaltung der Bildungsprozesse einfließen. So ermöglicht es allen Kindern und Jugendlichen unabhängig von lebenslagenspezifischen Besonderheiten, ihrem Alter oder ihren Vorerfahrungen Zugang zu Informationen und Beteiligung.

Akteure und Projekte

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