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Schulpsychologischer Dienst

Schulpsychologischer Dienst

Für Kinder und Jugendliche bedeuteten die Auswirkungen des Lockdown und der langen Phasen ohne Präsenzunterricht eine hohe Veränderung ihres Lebensalltages. Dazu zählten für viele Schülerinnen und Schüler eine fehlende Tagesstruktur, stark eingeschränkte Gewohnheiten sowie die Wahrnehmung neuer Belastungen innerhalb der Familie. Hinzu kamen oftmals verstärkter Medienkonsum, fehlende soziale Kontakte sowie der Abbruch von Kontakt zu wichtigen Bezugspersonen wie beispielsweise Lehrkräften.

Der Unterricht und das Lernen auf Distanz brachten ebenfalls neue Belastungen mit sich. Selbstorganisation sowie die Verantwortung für den eigenen Lernprozess waren für viele Schülerinnen und Schüler in diesem Ausmaß vor der Pandemie nicht alltäglich. Hinzu kamen weniger Rückmeldungen über den eigenen Lernprozess sowie oftmals auch fehlende technische Ausstattung.

Für einige Gruppen von Schülerinnen und Schülern (z. B. Abschlussklassen) fanden Formen des Präsenzunterrichts statt. Auch diese Phasen des Lernens vor Ort im Schulgebäude sind nicht unkritisch zu betrachten. So litten nicht wenige Lernende unter Ängsten vor Infektion (von sich selbst oder als Überträger in ihre Familie) oder hatten Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und Leistungsbereitschaft an den Tag zu legen. Auch (befürchtete) Ausgrenzung bei Nicht-Teilnahme am Präsenzunterricht (z. B. bei Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe) oder Nichttragen der Maske (z. B. bei ärztlichem Attest) war für viele belastend.

Aspekte wie (erneute/wiederauffrischende) Beziehungsgestaltung, behutsame Rückführung an strukturierte Schultagesabläufe und v. a. die Thematisierung und Berücksichtigung der Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen sind aktuell daher von besonderer Bedeutung. Im Rahmen von „Aufholen nach Corona“ werden entsprechende Angebote unterbreitet, welche die Lehrkräfte sowie die Schülerinnen und Schüler bei diesen wichtigen Aufgaben unterstützen wollen. Dazu zählen beispielsweise Schullandheimaufenthalte für Klassen mit besonders langem Ausschluss vom Präsenzunterricht, organisierte Sportangebote, eine Aufstockung der Jugend- und Schulsozialarbeit, Bildungscamps oder auch Unterstützungsleistungen des Schulpsychologischen Dienstes der Staatlichen Schulämter.

Angebote und Unterstützungsleistungen

Es folgt eine exemplarische Auflistung von Angeboten und Unterstützungsleistungen im Zusammenhang mit der Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie, welche einen Überblick über die Hilfen des Schulpsychologischen Dienstes in ganz Thüringen gibt. Beachten Sie bitte, dass nicht alle Angebote auf jeden Schulamtsbereich in gleichem Maße zutreffen.

  • Corona als Chance für den Neubeginn, mögliche Themen: den Schulalltag und das Lernen neu gestalten z. B. in Hybrid-Form, späterer Tagesbeginn, Entwicklung zur Ganztagsschule: Rhythmisierung des Lernens, Nutzung von Schülerfeedback

  • Psychologische Beratung und Unterstützung bei durch Corona verstärkt auftretenden Thematiken/Problemen wie selbstverletzendes Verhalten, suizidale Gedanken, Sucht (Medien), Ängste etc.

  • Zukunftsängste; persönlicher Umgang mit Ansteckungsgefahr im Klassenraum; Umgang mit Anforderungen im Hybrid-Unterricht; Umgang mit der Zunahme von Beschwerden und Anfeindungen etc.

  • Entlastungsgespräche, Beratungsangebote, Moderation bei Konflikten z. B. mit Schülerinnen und Schülern, Kolleginnen und Kollegen, Schulleitungen, Eltern

  • Schulungen und Projekt-Material zum Thema Mobbing- und Cybermobbing-Prävention

  • Mobbingintervention (auch bei Cybermobbing), z. B. im Rahmen von WhatsApp-Gruppen anwendbar

  • Wie können mit gewaltfreier Kommunikation die kommunikativen und sozialen Fertigkeiten der Schülerinnen und Schüler gefördert werden? Wie hilft diese bei der Beziehungsgestaltung zu Schülerinnen und Schülern und bei der Gestaltung des Klassenklimas ganz allgemein?

  • Nach Insoo Kim Berg und Lee Shilts: Handwerkszeuge für einen lösungsfokussierten Umgang mit Kindern, die Besonderheiten im täglichen Verhalten zeigen, gleichzeitig Hilfen bieten für „schwierige“ Gespräche und eine beziehungsförderliche Atmosphäre schaffen

  • Wann eskaliert Verhalten im Unterricht, und wie kann die Lehrkraft dem vorbeugen? Verständnis schaffen für interaktive Konflikteskalation

  • Mitreden-Mitbestimmen-Mitg​estalten müssen im Schulalltag gerade unter Corona-Bedingungen begreifbar, erlebbar und selbstverständlich sein. Schule ist ein Ort des sozialen Miteinanders in dem das Lernen nur durch Austausch und Reflexion auf Dauer erfolgreich sein kann. Besonders im Distanzunterricht mussten Schülerinnen und Schüler lernen, mehr Verantwortung für ihren Lernprozess zu tragen. Lehrkräfte werden unterstützt, neue Chancen und Möglichkeiten des Schülerengagements und der Partizipation gemeinsam zu gestalten und zu erleben.

  • Was ist bei der Nutzung von Feedback (besonders im Distanzlernen) zu beachten, wie gelingt Feedback motivationsfördernd, was sollte vermieden werden?

  • Was motiviert, ins Handeln zu kommen und welche Rolle spielen Beziehungen dabei? Ausgehend von theoretischen Grundlagen der Motivationspsychologie wird gemeinsam erarbeitet, wie Distanzunterricht möglichst viele Schülerinnen und Schüler zum Lernen motivieren kann.

  • Schuldistanz frühzeitig erkennen und gemeinsam handeln: das Wichtigste in Zeiten des Distanz- und Wechselunterrichts ist der regelmäßige Kontakt zwischen Pädagoginnen und Pädagogen zu ihren Schülerinnen und Schülern. Wie kann sichergestellt werden, möglichst alle Kinder und Jugendlichen zu erreichen, wie bleibt man miteinander im Gespräch, wie gewinnt man fernbleibende Kinder und Jugendliche zurück? Leitfäden der Gesprächsführung werden ebenfalls vorgestellt.

  • Mittels der Methode der kollegialen Fallberatung beraten sich Lehrkräfte in einem stark strukturierten und damit zeitökonomischen Prozess und entwickeln Lösungen bei Schwierigkeiten von Schülerinnen und Schülern. Ihnen wird die Methode sowie ein Schema zur effektiven Falldarstellung vermittelt und sowohl Falldarstellung als auch -beratung werden an eigenen Fällen eingeübt. Zudem erfolgen Überlegungen zu den nächsten Schritten, um die Methode im Kollegium zu etablieren und zu festigen.

  • im Sinne der Gestaltung lernförderlicher Rahmenbedingungen, zur Unterstützung der psychischen Gesundheit und zum Schutz der Kinder und Jugendlichen

  • Schulinterne Fortbildungsangebote zur Implementierung

  • Gesundheitsprävention, Stärkung der Beziehungskompetenz

  • für schnelle und professionelle psychologische Beratung aus der Distanz

  • für Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler

  • „Redelust und Schweigepflicht“, um auch auf Distanz den Draht zu den Schulen nicht zu verlieren

  • z. B. zum konstruktiven Umgang mit den Einschränkungen und Herausforderungen aufgrund der Corona-Pandemie (Pädagogisches Krisenmanagement in der Corona-Pandemie, Wiedereinstieg nach dem Distanzunterricht, Achtsamkeit)

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