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Zukunft des Bildungssystems in internationaler Perspektive – Staatssekretär Speitkamp nahm in Singapur an OECD-Tagung über neue Herausforderungen für Bildung und Schule teil.


Erstellt von Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport

Thüringens Staatssekretär Winfried Speitkamp (9. v. r.) im Kreis internationaler Konferenzteilnehmer*innen
Thüringens Staatssekretär Winfried Speitkamp (9. v. r.) im Kreis internationaler Konferenzteilnehmer*innen | Foto: privat

Wie werden Bildung und Schule in den kommenden Jahrzehnten aussehen? Welche Herausforderungen ergeben sich durch die aktuellen Krisen, welche durch neue gesellschaftliche Erwartungen, welche durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz? Diesen Fragen widmete sich eine internationale Konferenz in Singapur, an der Staatssekretär Prof. Dr. Winfried Speitkamp für die deutschen Bundesländer gemeinsam mit zwei Vertretern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) teilnahm.

Im Jahr 2018 hat die OECD eine Initiative zur Wissensmobilisierung ins Leben gerufen. Unter dem Rahmentitel „High Performing Systems for Tomorrow (HPST)“ geht es dabei um einen Politik-Dialog auf Staatssekretärsebene. Die nunmehr eingeleitete zweite Phase der Initiative steht unter dem Motto „Education for Human Flourishing“ („Bildung für menschliches Wohlergehen“). In Singapur trafen sich vom 27. bis zum 30. November 2022 Bildungspolitikerinnen und -politiker aus Australien, Deutschland, Estland, Finnland, Großbritannien, Kanada, Singapur und den USA, um gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern internationaler Institutionen der Bildungsforschung über Bedingungen des schulischen Unterrichtens und Lernens zu sprechen und von den jeweiligen Erfahrungen in den einzelnen Staaten zu lernen. Dabei knüpfte man an die Ergebnisse der PISA-Studie der OECD an, die durch ihren Bildungsdirektor Andreas Schleicher vertreten war.

Diskutiert wurde etwa, welche Konsequenzen die demographische Entwicklung für das Bildungswesen haben wird, wie sich neue gesellschaftliche Werte und Verhaltensweisen („work-life-balance“) auf Bildungsziele auswirken werden, was neue Ansprüche an Identität und Gemeinschaft für Schule und Unterricht bedeuten könnten und inwiefern mit den Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz nicht nur neue Lernformen, sondern auch ein neues Menschenbild verbunden ist, auf das Schule und Unterricht reagieren müssen.

Einerseits wurde somit mit noch hohem Abstraktionsgrad die Vision einer neuen Bildungspolitik entworfen. Andererseits wurden sehr konkrete Fragen diskutiert, vom Umgang mit den Folgen von Pandemie und Krieg in der Schule über die Möglichkeiten der schulischen Binnendifferenzierung und Begabungsförderung bis zur Bedeutung beruflicher Bildung, für die besonders das deutsche System beruflicher Bildung als Beispiel im Blick stand. Der künftige Fachkräftebedarf war insofern ebenso ein wichtiges Thema wie die Frage, in welcher Weise heute Heranwachsende ertüchtigt werden müssen, damit sie mit den noch unbekannten Herausforderungen der 2030er und 2040er Jahre umgehen können.

Abgeschlossen wurde die Tagung durch einen Besuch des Institute of Technical Education in Singapur, das in der Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft vielfältige Programme und Ausbildungswege der beruflichen Bildung anbietet. Der von der OECD getragene internationale Dialogprozess soll in den kommenden Jahren fortgesetzt werden.

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