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Schutzkonzepte gegen sexuelle Gewalt aktiv entwickeln, bevor etwas passiert


Erstellt von Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport

Fachtag für Schulen, Kindergärten, Vereine und Verbände mit großer Resonanz

Staatssekretärin bei der Videokonferenz
Foto: TMBJS

Wie Schutzkonzepte in Schulen, Kindergärten,Vereinen und Verbänden zur Prävention und Bekämpfung sexueller Gewalt an Kindern beitragen können, haben am Freitag, 9. Juli 2021 über 350 Thüringer Fachkräfte beim Fachtag zum Thema „Der Weg zu sicheren und kompetenten Schutzorten - Schutzkonzepte gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen“ der Thüringer Landesbeauftragten für den Kinderschutz und die Bekämpfung sexueller Gewalt an Kindern (TLBSG) Dr. Julia Heesen diskutiert. Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachtags waren Fachkräfte aus Schulen und Kindergärten, aus Einrichtungen und Diensten der Hilfen zur Erziehung, aus Verbänden und Vereinen, auch des Thüringer Sports.

Landesbeauftragte Julia Heesen dazu: „Dass so viele Fachkräfte den Fachtag wahrgenommen haben, freut mich außerordentlich. Das zeigt, dass die Bedeutung von Schutzkonzepten für jede Einrichtung und jeden Verein, der oder die mit Kindern arbeitet, zunehmend erkannt wird. Wir müssen den Schwerpunkt gezielt auf Prävention legen und da ansetzen, wo Kinder betreut, unterstützt und gestärkt werden. Ein wichtiges Instrument auf diesem Weg ist die Etablierung und Fortschreibung von Schutzkonzepten.“

Der Unabhängige Beauftragte des Bundes für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) Johannes-Wilhelm Rörig sagte in seinem digitalen Grußwort an den Fachtag: „Der Fachtag ist ein wichtiger Baustein im Kampf gegen sexuellen Missbrauch in Deutschland. Uns allen muss klar sein: Kindern und Jugendlichen wird in Deutschland auch im Jahr 2021 noch immer nicht maximaler Schutz vor sexueller Gewalt geboten. Schutzkonzepte müssen proaktiv entwickelt und angewendet werden. Sie sind ein wichtiges Qualitätsmerkmal einer jeden Bildungseinrichtung.“

Der Fachtag, der durchgehend digital stattfand, war neben zwei Plenums-Runden gegliedert in fünf fachliche Workshops zur Thematik, die sich mit den Leitfragen Behüten, Bemerken, Beenden, Schutzkonzeptentwicklung und Handlungsbedarf beschäftigten. Am Abschlussgespräch nahmen neben Julia Heesen auch Angela Marquardt vom Betroffenenrat beim UBSKM und Prof. Martin Wazlawik, Professor für Soziale Arbeit an der Hochschule Hannover, teil.

Julia Heesen weiter: „Ich hoffe, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nun bestärkt in Ihren Einrichtungen die Erarbeitung und Fortschreibung von Schutzkonzepten gegen sexuelle Gewalt vorantreiben. Alle Einrichtungen und Verbände in Thüringen sind gefordert, sichere Orte für Kinder und Jugendliche zu schaffen und alles dafür zu tun, Kindeswohlgefährdungen und gerade auch sexuelle Gewalt zu verhindern.“

Hintergrund

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt ist in den vergangenen Jahren immer stärker ins Zentrum öffentlicher und politischer Debatten gerückt. Die Erstellung und Anwendung von präventiven Schutzkonzepten in Einrichtungen, die mit Kindern arbeiten, ist seit langem eine fachliche Forderung. Die Landesregierung in Thüringen hat im November 2020 Staatssekretärin Dr. Julia Heesen zur Landesbeauftragten für den Kinderschutz und die Bekämpfung sexueller Gewalt an Kindern ernannt mit dem Ziel, die Zusammenarbeit der zahlreichen Akteure im Themenfeld Kinderschutz zu stärken, dabei Politik, Praxis und Wissenschaft miteinander zu verknüpfen und die Arbeit der Landesregierung ressortübergreifend zu koordinieren. Hierzu wurde am 23. Juni 2021 eine interministerielle Arbeitsgruppe der Landesregierung gebildet.

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