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Noch Praxisnäher, branchenübergreifender, individueller: Die Aktualisierung der „Landesstrategie zur beruflichen und arbeitsweltlichen Orientierung in Thüringen“


Erstellt von Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport

Präsentation Landeskonzeption Berufsorientierung, Holter, Haase-Lerch, Behrens
Foto: TMBJS

Das Land Thüringen, die Thüringer Wirtschaftskammern und die Bundesagentur für Arbeit stellen die berufliche Orientierung für Schülerinnen und Schüler auf ein neues Fundament. Bildungsminister Helmut Holter, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit Markus Behrens und die Hauptgeschäftsführerin der IHK Erfurt Dr. Cornelia Haase-Lerch haben heute in Erfurt die aktualisierte „Landesstrategie zur beruflichen und arbeitsweltlichen Orientierung in Thüringen“ vorgestellt.

Die Notwendigkeit einer guten praxisnahen beruflichen Orientierung an den Schulen liegt auf der Hand. Fachkräftemangel, eine nach wie vor hohe Zahl an Ausbildungsabbrecherinnen und -abbrechern sowie die Auswirkungen der Coronapandemie waren für die bewährten Partner Anlass, die gemeinsame Landesstrategie zur beruflichen Orientierung weiterzuentwickeln.

Stellschrauben zur Optimierung sind eine noch praxisnäher gestaltete berufliche Orientierung in Betrieben und Einrichtungen, die zukunftsorientierte betriebs- bzw. branchenübergreifende Verwertbarkeit von (Berufs-)Abschlüssen und die Weiterentwicklung etablierter Unterstützungsinstrumente am Übergang zwischen Schule und Beruf, um der zunehmend heterogenen Zielgruppe von Jugendlichen mit Abitur bis hin zu Personen ohne Schulabschluss gerecht zu werden. Die neue, aktualisierte Landesstrategie folgt damit den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft und stellt den Prozess der beruflichen Orientierung klar und verständlich dar.

Neu sind die in die Landesstrategie aufgenommenen und bundesweit einmaligen Praxiskoordinatorinnen und Praxiskoordinatoren. Die insgesamt 12 Stellen sind an den jeweiligen Thüringer Wirtschaftskammern angesiedelt, wobei die IHK Erfurt die Koordination sicherstellt. Die neuen Praxiskoordinatorinnen und Praxiskoordinatoren sollen die ersten Kontakte zwischen den Schülerinnen und Schülern auf der einen und der Wirtschaft auf der anderen Seite gestalten, sie zielgenau zusammenbringen und vor allem auch Unternehmen für die aktive berufliche Orientierung aufschließen.

Dazu sagt die Hauptgeschäftsführerin der IHK Erfurt Dr. Cornelia Haase-Lerch: „Praxiserfahrungen sind die besten Entscheidungshilfen bei der Berufswahl junger Menschen. Das Projekt der Praxiskoordinatoren ist das Bindeglied zwischen Unternehmen und Schülern. Jeder Jugendliche kann damit die Vorstellungen zu seinem Wunschberuf austesten und prüfen. Mit einem realen Blick in die Praxis unterstützt das Projekt die Berufswahlentscheidung der Schüler. Es verhindert Ausbildungsabbrüche und leistet damit einen Beitrag zur Fachkräftesicherung in Thüringen.“

In einem partizipativ gestalteten Prozess wurden bei der Weiterentwicklung der Landesstrategie alle wichtigen Partner, die bei der beruflichen Orientierung eine Rolle spielen, involviert. Dazu gehören neben der Bundesagentur für Arbeit, Lehrkräften aller Schularten, Eltern, Schülerinnen und Schülern, den Gewerkschaften, den Wirtschaftskammern, der Sozialwirtschaft, der Wirtschaftsförderung der Kommunen, den Trägern von Maßnahmen der Berufsorientierung, dem Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT auch Verbände, Vereine und die Universität Jena.

Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, erklärte, wie notwendig Praxiserfahrung für die richtige Berufswahl ist: „Den passenden Beruf findet man nicht mit drei Klicks im Internet. Bei vielen Schülerinnen und Schüler ist das ein umfassender und langer Prozess. Dabei müssen die eigenen Vorstellungen und Interessen mit den Bedingungen des Ausbildungsberufes abgeglichen werden. Am besten ist es, denen über die Schulter zu schauen, die tagtäglich ihre Arbeit in den Betrieben verrichten. Die Elemente der neuen Thüringer Landesstrategie und die Aktivitäten der Bundesagentur für Arbeit zur beruflichen Orientierung bauen dabei systematisch aufeinander auf und ergänzen sich. Damit ergibt sich für die jungen Menschen ein schlüssiger und transparenter Weg zur Berufswahl.“

Der Prozess der Aktualisierung begann dabei mit einer Bestandsaufnahme und folgte dem Ziel, die einzelnen Maßnahmen und Angebote zu bündeln sowie leicht verständlich darzustellen. Bewährte Angebote wie die ESF-Maßnahmen Berufsfelderkundung und Berufsfelderprobung wurden beibehalten, Elemente wie die durch den Bund finanzierte Praxiskoordination, wurden neu aufgenommen. Die einzelnen Maßnahmen und Angebote bauen jetzt aufeinander auf, was in der aktualisierten Landesstrategie auch grafisch dargestellt wird.

Dazu Bildungsminister Helmut Holter: „Berufliche Orientierung ist eine schulische Kernaufgabe, die leider durch Pandemiemaßnahmen stark ausgebremst worden ist. Umso wichtiger ist, dass alle Beteiligten nicht locker gelassen haben, damit wir jetzt mit einer neuen Strategie anknüpfen können. Wir schaffen so für unsere Schülerinnen und Schüler noch bessere und passfähigere Angebote. Von den Praxiskoordinatorinnen und Praxiskoordinatoren erhoffe ich mir auch einen Gewinn für die Schulen. Ich bin sicher, sie werden die Arbeit der Schulen wirksam unterstützen können. Ich bedanke mich ausdrücklich bei allen Mitwirkenden, die zu diesem gemeinsamen Ergebnis beigetragen haben.“

Die aktualisierte Thüringer Landesstrategie wird es in einer Printversion geben und natürlich auch als digitales Format. Für die Schulen wurden bereits beschreibbare PDF-Dokumente erstellt, die den Schulen die Möglichkeit der Individualisierung zum Eintrag von konkreten Ansprechpersonen und Zeiten bieten. Diese Informationen sollen dann an die Eltern ausgegeben werden, damit diese über den gesamten Prozess der beruflichen Orientierung stets informiert sind.

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