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Helmut Holter zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus: „Erinnerung und Mahnung sind Teil der schulischen Bildung“


Erstellt von Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport

Tor des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau mit dem Slogan Arbeit macht frei" und einer Schranke
Foto: Bildagentur PantherMedia | markaminska82@gmail.com

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter macht aus Anlass des internationalen Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar deutlich, dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte an Thüringer Schulen einen hohen Stellenwert hat: „Der Nationalsozialismus hat unermessliches Leid gebracht. Was die Opfer erlitten haben, sprengt noch immer alle menschliche Vorstellungskraft. Das Wissen über die abscheulichen Verbrechen der NS-Diktatur in Auschwitz, Buchenwald und an vielen anderen Orten auf der Welt verliert jedoch seinen Wert, wenn es in Vergessen mündet. Es ist daher unsere Pflicht, immer wieder zu erinnern und zu mahnen“

Deshalb, so der Minister, nutzen Thüringer Schulen auch über den Unterricht hinaus vielfältige Angebote von Einrichtungen, Stiftungen und Bildungsstätten.

So unterstützt das Bildungsministerium gemeinsam mit der Bethe Stiftung auch im aktuellen Schuljahr bis zu 15 Gedenkstättenfahrten Thüringer Schulen zu NS-Vernichtungslagern in der heutigen Republik Polen (Auschwitz, Belzec, Sobibor, Kulmhof, Majdanek, Treblinka). Bis zu 27 Schülerinnen und Schüler einer Klasse/Gruppe können gefördert werden.

Ebenso wird der Besuch ausgewählter Thüringer Gedenkstätten und Erinnerungsorte der Opfer der deutschen Diktaturen im 20. Jahrhundert vom Bildungsministerium gefördert. Erstattet werden die Fahrkosten der Schüler und Schülerinnen und die Kosten, die bei der Nutzung von pädagogischen Angeboten der besuchten Einrichtung entstehen.

Auch im Rahmen der politischen Bildung in Thüringer Schulen – die im Schulgesetz als demokratisches Grundprinzip des Bildungs- und Erziehungsauftrags verankert ist – hat die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit eine zentrale Bedeutung. In der Schulpraxis werden dafür vielfältige Ansätze zur Vermittlung von Inhalten und Kompetenzen der politischen und historischen Bildung genutzt. Sie alle verbindet das Ziel, Schülerinnen und Schüler die Demokratie als Grundprinzip gesellschaftlichen Zusammenlebens zu vermitteln. Dabei steht die Stärkung von demokratischen Urteils-, Handlungs- und Vermittlungskompetenzen bei Schülerinnen und Schülern, aber auch bei Lehrkräften im Mittelpunkt.
Thüringer Lehrpläne

Aktuell erhalten allgemein bildende Schulen für den Unterricht ab Klassenstufe 9 eine Box mit "Bilderkarten zur Gegenwart und Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland" zur Nutzung im Unterricht für die Fächer der literarisch-musisch-ästhetischen Lernfelder und für Fächer des gesellschaftswissenschaftlichen Lernfeldes über die Staatlichen Schulämter. Die Bilderkarten eignen sich für den Einsatz in verschiedenen Lernsituationen und Jahrgangsstufen. Sie geben Impulse für den Austausch im Klassenzimmer über jüdisches Leben, jüdische Kultur und Geschichte. Für Thüringer Lehrkräfte werden hierzu aktuell zwei Online-Fortbildungsveranstaltungen mit den Verfassern der „Bilderkarten“ – Klaus Schilling (UNESCO Kommission, Bonn) und Manfred Levy (Jüdisches Museum Frankfurt a.M.) – angeboten:

Anmeldungen zu beiden Online-Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte sind auf dem Thüringer Schulportal möglich.

Derzeit werden auch fünf Schulveranstaltungen der Leo-Trepp-Stiftung in Thüringen vorbereitet. Die Stiftung will das Wissen über jüdisches Leben und jüdische Ethik in der Bevölkerung vertiefen. Im Jahr 2021 wurde ein Leo Trepp-Schülerpreis ausgelobt, an dem sich zehn Thüringer Schulen mit Projekten zum jüdischen Leben in Thüringen beteiligten. Stiftungsvorsitzende Gunda Trepp, Autorin und Journalistin, ist Ehefrau des Rabbiners Leo Trepp (1913-2010). Gunda Trepp bietet im Rahmen des Geschichts-, Ethik- und Medienunterrichts das Thema „Antisemitismus: Zuhören. Diskutieren. Stereotype bekämpfen. Gemeinsam wollen wir verstehen, was Antisemitismus ist, und wie wir ihn überwinden können" an.

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