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Fünf Jugendliche aus Thüringen für Bildungs- und Engagementstipendium der START-Stiftung ausgewählt


Erstellt von Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport | START-Stiftung

Mit einem dreijährigen Stipendium fördert die START-Stiftung herausragende Schülerinnen und Schüler mit Einwanderungsgeschichte.

Vier Schüler:innen warten auf eine Prüfung
Foto: Bildagentur Panthermedia | GeorgeRudy
  • Morgen werden fünf Jugendliche mit Einwanderungsgeschichte aus Thüringen in das dreijährige Bildungs- und Engagementprogramm der START-Stiftung aufgenommen.
  • Die offizielle Aufnahme findet in Weimar beim ersten Kennenlernwochenende der Stipendiatinnen und Stipendiaten gemeinsam mit dem neuen Jahrgang aus Sachsen-Anhalt statt.

189 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland gehören zum neuen Stipendien-Jahrgang der START-Stiftung. Sie erwartet ein intensives Bildungs- und Engagementprogramm: Workshops, Akademien, Ausflüge, erlebnispädagogische Angebote und ein digitaler Campus begleiten die Jugendlichen auf dem Weg zu ihrem Schulabschluss. Am Ende des dreijährigen Programms steht ein eigenes gemeinnütziges Projekt, das jede und jeder Jugendliche während des Stipendiums selbst entwickelt und umgesetzt hat. Zusätzlich erhalten alle Stipendiatinnen und Stipendiaten jährlich 1.000 Euro Bildungsgeld. Das Ziel: Sie auf ihrem Weg zu stärken und sie zu ermutigen, sich für die Gesellschaft zu engagieren. Die Einwanderungsgeschichte der Jugendlichen sieht START dabei als wertvolle Ressource für eine lebendige Demokratie.

Die 15-jährige Ioana Dragoi aus Tambach-Dietharz gehört zu den Neu-Stipendiatinnen. Sie sagt: „Wir leben in einer globalen Welt, die komplexe Herausforderungen mit sich bringt und in dieser Zeit ist es wichtiger denn je, eine gute interkulturelle Kompetenz aufzubauen und offen zu sein, um Menschen zu begegnen, die einen ganz anderen Hintergrund haben. Deshalb sehe ich das START-Stipendium als eine sehr große Chance, andere motivierte und engagierte junge Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen kennenzulernen und sich gegenseitig zu inspirieren.”

Auswahl und Betreuung gemeinsam mit dem Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport

Die Suche, Auswahl und Begleitung der Stipendiatinnen und Stipendiaten erfolgt im engen Austausch zwischen einer Vertreterin des Thüringer Bildungsministeriums und der START-Stiftung. Voraussetzung für die Aufnahme in das Programm ist eine eigene Einwanderungsgeschichte oder die eines Elternteils. Zudem müssen die Bewerberinnen und Bewerber mindestens 14 Jahre alt sein, die 8. Klasse beendet und noch drei Jahre Schule vor sich haben – Schulform und angestrebter Abschluss spielen keine Rolle. Neben diesen formalen Bedingungen ist vor allem der Wille entscheidend, etwas in der Gesellschaft zu bewegen. Dass sie diesen Willen besitzen, davon konnten die Jugendlichen die Jury in einem anspruchsvollen, zweistufigen Auswahlprozess überzeugen.

Insgesamt hatten sich bundesweit fast 1.800 Jugendliche auf das Stipendium zum Schuljahr 2021/2022 beworben – ein Rekord in der START-Historie. In Thüringen konnten sich fünf Jugendliche durchsetzen. Ihre familiären Wurzeln reichen von Rumänien bis Syrien. Was sie alle eint, ist ihre Neugier, Beharrlichkeit und große Gestaltungslust.

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter erklärt: „Alle Schülerinnen und Schüler haben ein Recht auf gute Bildung und gerechte Bildungschancen. Das START-Schülerstipendienprogramm eröffnet Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund die Chance auf eine erfolgreiche Bildungsbiografie. Das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport unterstützt das Programm, denn START begreift die Migrationserfahrung der Jugendlichen nicht als Defizit, sondern als wertvolle Erfahrung. Diese jungen Menschen wachsen in mehr als nur einem kulturellen Kontext auf. Sie sind dadurch in der Lage, gesellschaftliche Herausforderungen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und kreative Lösungen zu finden.“

Aktuell befinden sich bundesweit 672 Jugendliche aus über 50 Herkunftsnationen in der Förderung, 21 von ihnen kommen gegenwärtig aus Thüringen. Wie schon im vorherigen Jahr dürfen sich Stipendiatinnen und Stipendiaten des letzten dritten Jahrgangs auf ein Zusatzjahr freuen, um die coronabedingten Ausfälle des Stipendienprogramms auszugleichen.

Neu in diesem Jahr: der digitale START Campus

In diesem Jahr wartet zudem ein besonderes Angebot auf die neuen START-Stipendiatinnen und -Stipendiaten: Als erster Jahrgang dürfen sie ihre Medienkompetenz auf dem neuen digitalen START Campus weiterentwickeln und interaktive, kollaborative, digitale Zusammenarbeit erproben. „Im Corona-Jahr wurde uns bewusst, wie wirkmächtig digitale Lernformate unser Stipendienprogramm ergänzen können. Die Förderung von Medienkompetenz war schon immer Teil des START-Programms. Unabhängig von Mobilität, Zeitpunkt und Vorkenntnis eröffnet der START Campus nun neue Dimensionen des digitalen Lernens und Zusammenarbeitens”, erklärt Stefanie Kreyenhop, Geschäftsführerin der START-Stiftung, diese Programmerweiterung.

Seit Beginn des START-Stipendiums im Jahr 2002 haben über 3.500 Jugendliche mit Einwanderungsgeschichte am Programm teilgenommen. „Die Lebensläufe unserer Alumni zeigen, dass unser Programm wirkt: Auch nach Ende des Stipendiums übernehmen viele Verantwortung, setzen sich für die junge Generation ein und gestalten unsere Gesellschaft aktiv mit”, so Kreyenhop. „Sie sind der beste Beweis dafür, dass Diversität und die Erfahrung, sich in unterschiedlichen kulturellen Kontexten bewegen zu können, einen großen Schatz für die Lebendigkeit unserer Demokratie darstellen.”

Übersicht der Wohnorte der Geförderten in Thüringen – gerne vermitteln wir Kontakte für Interviews:

  • Bad Salzungen
  • Erfurt
  • Gera
  • Sonneberg
  • Tambach-Dietharz

Aus datenschutzrechtlichen Gründen und auf Wunsch der Geförderten werden die Angaben nur eingeschränkt veröffentlicht.

START ist das einzige bundesweite Stipendienprogramm für Schülerinnen und Schüler in Deutschland. Über drei Jahre fördert und begleitet die START-Stiftung, eine Tochter der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, herausragende Jugendliche mit Einwanderungsgeschichte dabei, Verantwortung für eine lebendige Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu übernehmen. START ist Talentschmiede für außergewöhnliche junge Menschen, Startrampe für neue Initiativen und Lautsprecher für die Verteidigung freiheitlicher Werte. Gemeinsam mit Partnern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wird die Förderung umgesetzt. Aktuell werden von START rund 675 junge Menschen aus über 50 Herkunftsnationen gefördert. 

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